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12.06.2012

13:24 Uhr

Offene Märkte

Deutschland wirbt um chinesische Investoren

Deutsche Investitionen in Asien und asiatische Investitionen in der BRD stehen weiter in krassem Missverhältnis. Siemens-Chef Löscher und Philipp Rösler werben um Unternehmen und wollen emotionale Schwellen abbauen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, weitere Politiker und VW-Chef Winterkorn umringen Chinas Ministerpräsidenten Wen Jiabao. dapd

Bundeskanzlerin Angela Merkel, weitere Politiker und VW-Chef Winterkorn umringen Chinas Ministerpräsidenten Wen Jiabao.

BerlinDeutschland wirbt angesichts gravierender Ungleichgewichte in den deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen eindringlich um mehr Investitionen aus China. „Deutschland ist ein offener Markt. Ausländische Investitionen - und hier speziell chinesische - sind willkommen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler am Dienstag in Berlin. Siemens-Chef Peter Löscher ergänzte in seiner Funktion als Chef des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft: „Ich glaube, es geht auch darum, dass wir ein bisschen Vorurteilen entgegentreten.“ Es müsse darum gehen, emotionale und psychologische Schwellen abzubauen, mit denen chinesische Investoren in Deutschland zu kämpfen hätten, betonten Rösler und Löscher.

Die deutsche Wirtschaft investierte nach Löschers Worten in den letzten Jahren 73 Milliarden Euro in Asien. Die asiatischen Direktinvestitionen in Deutschland beliefen sich aber nur auf 22 Milliarden Euro. Bedeutend drastischer ist das Missverhältnis bei den Investitionen mit China. Während Deutschland in der zweitgrößten Volkswirtschaft Investitionen von rund 22 Milliarden Euro zu Buche getätigt habe, hätten chinesische Unternehmen und Financiers von 2005 bis 2010 nur 775 Millionen Euro investiert. Dies zeige die Ungleichgewichte, sagte Löscher.

Rösler sagte, gerade für ein so exportorientiertes Land wie Deutschland sei es entscheidend, sich weltweit glaubhaft für offene Märkte, einen freien Handel und einen fairen Wettbewerb einzusetzen. „Wir sind darauf angewiesen, dass diese Grundprinzipien weltweit gelten“, erklärte der Minister. Es sei ein Vorurteil, dass mehr chinesische Engagements in der deutschen Wirtschaft negativ und schädlich seien. „Wir können da nichts Schädliches erkennen, nur Positives“, sagte der Minister.

Löscher trat auch der These entgegen, China gehe es bei Beteiligungen in Deutschland vor allem darum, Zugriff auf deutsche Technologien zu bekommen. „Die Chinesen begegnen uns auch bei der Innovationskraft auf Augenhöhe“, sagte der Chef des größten deutschen Technologiekonzerns.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Thomas-Melber-Stuttgart

12.06.2012, 15:00 Uhr

Tja, da verkaufen wir unseren technologischen Vorsprung und das Know How gleich mit. Bravo!

merxdunix

12.06.2012, 15:57 Uhr

@Thomas-Melber-Stuttgart
Das hat zumindest den Vorteil, dass China damit über Technologien verfügt, die wir auch beherrschen. Dann ergeht es uns nicht so wie mit der Gentechnik oder der Informationstechnologie. Nicht dass ich mir die Gentechnik wünsche. Man sollte sich aber zumindest dagegen verteidigen können. Ähnlich ist es mit der IT – tolle Sache, solange man sie beherrscht.

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