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11.10.2011

06:03 Uhr

„Problem ist Politik“

Nobelpreisträger zeigen den Weg aus der Eurokrise

Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an die beiden US-Amerikaner Christopher Sims und Thomas Sargent. Noch bevor sie nach Stockholm reisen, verraten sie, wo der Schlüssel zur Lösung der europäischen Schuldenkrise liegt.

Wirtschaft-Nobelpreis für US-Ökonomen

Video: Wirtschaft-Nobelpreis für US-Ökonomen

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PrincetonChristopher Sims und Thomas Sargent lehren an verschiedenen Universitäten in den USA. Die beiden neuen Nobelpreisträger für Wirtschaft geben aber in diesem Semester ein gemeinsames Seminar in Princeton. Sims scherzte, sie würden jedoch nicht zusammen arbeiten. "Wir tragen vielmehr eine ganze Reihe an Meinungsverschiedenheiten aus", sagte er über Details ihrer theoretischen Ansätze.

Ihre Ansichten über die Eurokrise liegen hingegen nah beieinander. Deren Ausgang hängt nach Auffassung der beiden Wissenschaftler vor allem von der Politik ab. „Europa und der Euro stellen die Wirtschaftstheorie nicht vor neue Fragen, das Problem ist die Politik“, sagte US-Ökonom Thomas Sargent am Montag vor Journalisten an der Universität Princeton.

Er teilt sich den Wirtschafts-Nobelpreis mit Christopher Sims. Dessen Ansicht nach liegt die Lösung für die Schuldenprobleme in der Euro-Zone in einem engeren Schulterschluss der Mitgliedsländer. „Wenn der Euro überleben soll, muss Europa einen Weg finden, seine finanziellen Bürden zu teilen“, sagte Sims. Sonst seien die Aussichten für die Gemeinschaftswährung „trübe“.

Sein Mitpreisträger Sargent verglich die Situation mit der Gründerzeit der USA. Es habe 13 Staaten gegeben, die Geld hätten drucken, Steuern erheben und Wirtschaftspolitik hätten betreiben dürfen. Die Schulden seien gestiegen und der Druck von Außen sei groß gewesen. „Erinnert Sie das an etwas?“ fragte Sargent seine Zuhörerschaft bei der eilig einberufenen Pressekonferenz.

Nach ihrer Unabhängigkeit 1776 hätten die 13 US-Gründerstaaten ihre jeweiligen Schuldenkrisen gelöst, indem sie ihre Budgets unter einer neuen Bundesregierung vereint hätten, die mit ihrer eigenen Steuerpolitik gegensteuern konnte. Der Zusammenschluss zu den Vereinigten Staaten von Amerika habe die Lösung gebracht, fuhr Sargent fort.

Kommentare (57)

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borre

10.10.2011, 22:10 Uhr

Die deutschen Politiker befürchten nicht die deutsche Zinslast, die hat sie nie wirklich interessiert. Die deutschen Politiker befürchten ihren Machtverlust, das Sinken ihrer Bedeutung. Die deutsche Notenbank war damals bei dem Verlust von Zuständigkeiten nicht so zimperlich sondern hat sich in den Dienst der europäischen Union gestellt!

Account gelöscht!

10.10.2011, 22:19 Uhr

.
Wie wahrscheinlich ist es, einer Hochzeit von Oma und Opa beizuwohnen ?
Wie soll die Ehe vollzogen werden (Liebe funktionieren)? Wie lange hat Opa oder Oma zu leben ?


In diesem Fall sollte man dem Alter und dem vorhergehenden Leben Respekt zollen und es bei einer event. vorhandenen Freundschaft belassen.
.

Amen

10.10.2011, 22:29 Uhr

"Sargent verglich die Situation mit der Gründerzeit der USA. Es habe 13 Staaten gegeben, die Geld hätten drucken, Steuern erheben und Wirtschaftspolitik hätten betreiben dürfen. Die Schulden seien gestiegen und der Druck von Außen sei groß gewesen. "

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