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02.02.2009

09:00 Uhr

Serie "Jugend forscht"

Dirk Krüger - ein Arbeits- und kein Alphatier

VonAnja Müller

In der VWL findet ein Generationswechsel statt. Wir stellen die neuen Köpfe vor. Heute: den Makroökonomen Dirk Krüger, den das Thema Gerechtigkeit nicht loslässt

DÜSSELDORF. Die Zahl der an US-Universitäten forschenden Topökonomen, die ein SPD-Parteibuch besitzen, ist höchstwahrscheinlich nicht sehr groß. Vielleicht gibt es sogar nur den einen: Dirk Krüger, Professor für Makroökonomie an der University of Pennsylvania. Und wenn er sich zurzeit auch manchmal am Kopf kratzen muss, wenn er an den linken Parteiflügel denkt, so glaubt er doch fest, dass „das Ziel der sozialen Gerechtigkeit“ auch seines und die SPD für ihn die richtige Partei ist.

Der 38-Jährige, seit Jahresbeginn Mitherausgeber einer der renommiertesten Ökonomie-Fachzeitschriften, des „American Economic Review“, hat in der Welt der Volkswirte viel erreicht. 60 Stunden pro Woche arbeitet er dafür im Moment, für Krüger ist das vergleichsweise wenig. Mit Anfang 30, als die Frau fürs Leben noch nicht gefunden und die Kinder noch nicht geboren waren, da waren es auch mal 90 Stunden. Inzwischen tritt er etwas kürzer, er möchte zu Hause keinen Ärger und etwas von seiner Frau und seinen beiden Söhnen haben.

Was ihn umtreibt, sind Gerechtigkeitsfragen. „Woher kommt die Ungleichheit, und was kann der Staat dagegen tun?“, umreißt er seinen Forschungsschwerpunkt. Mit 150 weiteren Makroökonomen hat er die Annahme aufgegeben, dass sich die Menschen alle gleich verhalten und alle gleich gut gestellt sind. Damit wandte er sich auch von seinem Doktorvater Edward Prescott ab, der 2004 den Nobelpreis für die Erforschung von Rezessionen bekam. Von Prescott habe er aber gelernt, wirklich hart zu arbeiten und immer wieder darum zu kämpfen, die besten Studien zu schreiben. „Auch wenn wir nicht immer einer Meinung über meine Dissertation waren, hat er mir doch unglaublich viel Zeit und Rückhalt gegeben. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.“

Bis zu seinem 25. Lebensjahr war der Westfale seiner Heimat treu. Er studierte in Bielefeld, ganz in der Nähe seines Geburtsorts. Doch dann zog es ihn als Austauschstudent an die Universität Purdue in Indiana, und Krüger war damit für Bielefeld verloren. Fortan lockten ihn die USA. Nach Minnesota, nach Stanford, nach Pennsylvania ging er. Und dann kam er 2004 doch noch einmal zurück nach Deutschland. An der Uni Frankfurt lehrte er, die Studenten kürten ihn zum Professor des Jahres 2006.

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