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29.11.2011

20:50 Uhr

Sozialmigration

Die Mär von den faulen Ausländern

VonOlaf Storbeck

Viele Menschen sind überzeugt: Zuwanderer wollen nur den Sozialstaat ausnutzen. Eine neue Studie widerspricht der Stammtischeparole deutlich. Migranten wollen arbeiten.

Eine Frau mit Kopftuch in Berlin. Fast jeder dritte Deutsche glaubt, dass Menschen mit Migrationshintergrund den Sozialstaat ausnutzen wollen. Eine Studie widerspricht ihnen. dpa

Eine Frau mit Kopftuch in Berlin. Fast jeder dritte Deutsche glaubt, dass Menschen mit Migrationshintergrund den Sozialstaat ausnutzen wollen. Eine Studie widerspricht ihnen.

LondonFür fast jeden dritten Deutschen besteht kein Zweifel: „Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen“. In einer repräsentativen Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung stimmten im vergangenen Jahr 31,4 Prozent der Befragten dieser Aussage zu.

Thilo Sarrazin spricht diesen Menschen in seinem umstrittenen Buch „Deutschland schafft sich ab“ aus der Seele: „Wer vor allem an den Segnungen des deutschen Sozialstaats interessiert ist, der ist bei uns schon gar nicht willkommen.“ Aber gibt es diese sogenannte Sozialmigration überhaupt? Ziehen die westlichen Wohlfahrtsstaaten arme Menschen aus anderen Ländern wirklich magnetisch an?

Ein vierköpfiges Forscherteam um Klaus Zimmermann, Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), ist dieser Frage jetzt wissenschaftlich auf den Grund gegangen - und gibt Entwarnung: „Alle Schätzungen für Migranten innerhalb der EU signalisieren, dass die Wanderungsbewegungen in der EU nicht davon abhängen, wie großzügig die Arbeitslosenversicherung in einem Land ist“, lautet das Fazit der Studie. „Die Migranten wollen sich nicht in die soziale Hängematte legen“, sagt Zimmermann. „Sie wollen arbeiten.“

Dass die Arbeitslosenquote von Ausländern höher ist als die von Deutschen, lässt der IZA-Chef als Gegenargument nicht gelten. Der Grund ist ein anderer: das im Durchschnitt schlechtere Qualifikationsniveau. Unter Deutschen und Ausländern mit vergleichbarer Ausbildung sind ähnlich viele arbeitslos.

Die IZA-Studie stützt die Ergebnisse von Studien aus den vergangenen Jahren, ist aber methodisch anspruchsvoller. Die Ökonomen Giacomo De Giorgi (Stanford University) und Michele Pellizzari (Universität Bocconi) haben die Migrationsströme nach der EU-Osterweiterung untersucht. Sie stießen nur auf einen sehr schwachen Zusammenhang zwischen Zuwanderung und Sozialleistungen - die von manchen Ökonomen prophezeite millionenfache „Migration in den Sozialstaat“ ist ausgeblieben.

„Weltweit sprechen viele Argumente gegen die These, dass Sozialleistungen ein Magnet für Migranten sind“, lautet auch das Fazit eines Forschertrios um den dänischen Ökonomen Peder Pedersen (Universität Aarhus), das 2008 im renommierten „European Economic Review“ die Zuwanderung in 27 Industrieländern unter die Lupe nahm.

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

29.11.2011, 21:17 Uhr

Es ist ein Unterschied, ob die Migranten deshalb migrieren, weil sie durch ein (zu) großzügiges Sozialsystem angezogen werden, oder ob sie erst dann, wenn sie einmal hier sind, die Großzügigkeit des Sozialsystems erkennen, und sich dessen mehr bedienen die Bevölkerung anderer sozialer Schichten.
Wird das in den von HB genannten Untersuchungen berücksichtigt?
Das HB sagt nichts dazu.

FauleSau

29.11.2011, 21:19 Uhr

Ein in Deutschland gewagtes Thema.
Sarazzin wurde schon gestutzt. Wollen ja, auch können?
Dieser Tage war ich in den Städten Rhein-Main-Gebiet F-OF-HU unterwegs.
Was meine Augen dort sehen und meine Ohren hören reicht eigentlich aus. Keine Mutter hat mit ihren Kinder deutsch gesprochen -auch viele Erwachsene untereinader nicht-.

Einen Realitätsverlust habe ich nicht. Früher war ich hier zu Hause. Heute komme ich mir vor als wäre ich woanders und zwar in der Türkei.
Das kann so eigentlich nicht sein. wenn man sich nicht mehr wohlfühlt. Multi hin oder her. Meine Augen hatten kaum einen besonderen Genuß. Die Kleidung der meisten einfach mit Kopftuch und die Schürze bis auf den Boden. Nicht alle aber viele -vielleicht sogar die Mehrheit-.
Gut -gefällt mir nicht- aber man könnte drüber stehen. Wollen ja, aber können? Ich möchte meine Augen nicht verschließen und nicht wegschauen. Die Gewahrsambücher der Polizei sprechen auch andere Bände über die Personen die dort eingetragen sind. Einfach mal die Gewahrsambücher einsehen. Ich wette, da gibt es größte Probleme. Und die Wahrheit über faule Ausländer kennt doch niemand, oder doch? Statistiken? Da vertraue ich lieber meinem gesunden Menschenverstand und was ich sehe und höre! Und denen, die mit dem Milieu dort in den Ghettos zu tun haben. Statistik hin oder her!
Auch meine Erfahrungen sind andere. Ob die nun faul sind oder nicht. Die entwicklung ist auf keinen Fall gut und die Integration für mich persönlich längst gescheitert. Ob man das wahr haben möchte oder nicht. Verschiedene Kulturen, verschiedne Menschen. Die Unterschiede sind leider zu groß. Ganz zu schweigen von den Gebieten in den Großstädten. Da wage ich die Behauptung aufzustellen: Die wollen nicht und können auch nicht! Dann stellt sich auch nicht die Frage, ob diese faul sind!

Tabu

29.11.2011, 21:23 Uhr



Eine informelle Allianz aus Sozialisten, Eine-Welt-Theoretikern, Deutschlandhassern, Kirchenfürsten, Asylindustriellen und gütetrunken-masochistischen Weltverbesserern arbeitet – jeder für sich – am großen gemeinsamen Endziel. Mit der flexiblen Kraft eines Schwarms, der in dieselbe Richtung schwimmt, wird zielstrebig die übereinstimmende Vision verfolgt: Abschaffung der eigenen westlichen Kultur durch multikulturellen Bevölkerungsaustausch.Migrants settling in Germany

Just over 150 refugees, mostly families, who arrived in Malta during the conflict in Libya will be relocated to Germany next week.

Germany would be taking 43 men, 73 women and 36 children from Somalia, Eritrea, Ethiopia and Sudan and relocate them in various parts of the country, the German Embassy said. Many of the refugees already have family ties in Germany and, over the past months, they participated in cultural orientation courses about life there.

They were also taught basic German to facilitate their integration and were given warm winter clothes, donated by the German community.

The refugees will leave Malta on Tuesday morning.

About 300 refugees were relocated to Germany in the last years.

http://www.timesofmalta.com/articles/view/20111126/local/Migrants-settling-in-Germany.395569

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