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07.01.2010

14:32 Uhr

Staat versus Markt

Wie man Bankern Disziplin beibringt

VonAnja Müller

Wer bringt den Bankern mehr Disziplin bei – der Staat oder der Markt? fragen sich die Politiker im Angesicht der Krise. Vier Forscher geben Antworten. Unter anderem fanden sie heraus, dass vor allem Chefs von kleinen Banken in Krisenzeiten einen unsicheren Arbeitsplatz haben.

Wer bringt den Bankern mehr Disziplin bei - Staat oder Markt? Reuters

Wer bringt den Bankern mehr Disziplin bei - Staat oder Markt?

DÜSSELDORF. Es waren drei im Jahr 2007, 26 in den darauffolgenden zwölf Monaten – und 2009 schwoll ihre Zahl dramatisch auf 140 an. Was das gerade angebrochene Jahr 2010 der US-Finanzwirtschaft noch bringen wird, ist ungewiss. Die Rede ist von Bankpleiten in den Vereinigten Staaten, die der US-Einlagensicherungsfonds FDIC auflistet.

Den Niedergang von Lehman Brothers, der alle Börsen am 15.September 2008 in die Tiefe riss, erinnern viele – aber wer kennt schon die Douglas National Bank, die Provident Bank of Maryland oder die Riverside Bank? Sie alle wurden nach Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise geschlossen.

Sieht man einmal von Lehman Brothers ab, konnten die großen US-Institute in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise auf staatliche Garantien hoffen. Denn ihr Untergang hätte noch weit mehr Banken und Firmen mit in den Abgrund gerissen. Die kleinen, oft regionalen Kreditinstitute dagegen bekamen und bekommen keine Rettungsanker vom Staat. Sie werden einfach dichtgemacht.

Kleinere Banken werden durch den Markt reguliert

Das Pech der kleinen und mittleren Banken, immer auf sich selbst gestellt zu sein, haben sich nun vier Ökonomen – Martin Cihak und Andrea Maechler vom Internationalen Währungsfonds, Klaus Schaeck von der Bangor Business School und Stephanie Stolz von der Europäischen Zentralbank – zunutze gemacht. Sie sammelten gezielt Daten über Institute dieser Größe aus den vergangenen 18 Jahren. Dabei werteten Sie Zeitungsartikel aus und verglichen Firmendaten mit allgemein zugänglichen Datenbanken der Finanzaufsicht.

Die Frage, die sie sich stellten: Kann der Markt die Banken überhaupt disziplinieren? Wie erfolgreich ist die Kontrolle durch Anteilseigner und Gläubiger? Da kleine Institute ganz ohne staatliche Garantien auskommen müssen, sind diese Stakeholder ja die einzigen Aufpasser.

Kommentare (3)

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Dr. Seidel

07.01.2010, 19:25 Uhr

Was für eine belanglose Forschung und darüber auch noch Artikel verfassen! Es ist ja so, als wenn zur Erforschung des Waldsterbens erfasst würde, ob damit in Zusammenhang stehende Verantwortliche fürchten müssen, ihren Job zu verlieren. Wenn das alles ist, was getan wird, muss sich der Steuerzahler ja nicht wundern, wenn er wieder zur Kasse gebeten werden soll und der Staat die Schulden an die banken nicht mehr bezahlen kann, die banken, die er retten musste.
Mal wegen bankenkrisen googeln, man findet bei Wikipedia bereits mehr!
Es geht hier auch nicht um Staat versus Markt, sondern darum, dass der Markt nur nach seinen eigenen Regeln funktionieren kann und das läuft mit dem "billig-Geld" eben so! Wenn keine Golddeckung da ist, sondern Geld gedruckt wird, wie eben gerade nicht bezahlbare Dinge zu bezahlen sind, dann ist der Markt eben ausgehebelt! (Ende des nicht so glücklichen bretton-Woods-Systems infolge Gelddruckerei zur Finanzierung des Vietnam Krieges! Es war aber noch besser als gar nichts! Da spätestens seit bush & Cheney wieder Unsummen für Kriege ausgegeben werden, ist wohl von den US keine schnelle Lösung zu erwarten! )

Dr. Seidel

07.01.2010, 19:49 Uhr

Was für eine belanglose Forschung und darüber auch noch Artikel verfassen! Es ist ja so, als wenn zur Erforschung des Waldsterbens erfasst würde, ob damit in Zusammenhang stehende Verantwortliche fürchten müssen, ihren Job zu verlieren. Wenn das alles ist, was getan wird, muss sich der Steuerzahler ja nicht wundern, wenn er wieder zur Kasse gebeten werden soll und der Staat die Schulden an die banken nicht mehr bezahlen kann, die banken, die er retten musste.
Mal wegen bankenkrisen googeln, man findet bei Wikipedia bereits mehr!
Es geht hier auch nicht um Staat versus Markt, sondern darum, dass der Markt nur nach seinen eigenen Regeln funktionieren kann und das läuft mit dem "billig-Geld" eben so! Wenn keine Golddeckung da ist, sondern Geld gedruckt wird, wie eben gerade nicht bezahlbare Dinge zu bezahlen sind, dann ist der Markt eben ausgehebelt! (Ende des nicht so glücklichen bretton-Woods-Systems infolge Gelddruckerei zur Finanzierung des Vietnam Krieges! Es war aber noch besser als gar nichts! Da spätestens seit bush & Cheney wieder Unsummen für Kriege ausgegeben werden, ist wohl von den US keine schnelle Lösung zu erwarten! )

Dr. Seidel

08.01.2010, 13:51 Uhr

Werte Frau Müller, es ist sicherlich im interesse der Leser eines Handelsblattes, über die Situation im bankensektor zu berichten, gerade auch deswegen, da ja die banken als für das System unbedingt wichtig mit Steuergeldern gestützt wurden, während ebenfalls in Probleme geratene übrige betriebe sehen müssen wie es weiter geht. Der Artikel hat aber zwei wesentliche Schwachpunkte: 1.) Was wird hier hochtrabend als Forschung bezeichnet? Auch wenn es stimmige Vergleiche selten zu finden sind hier ein Versuch: 'Es ist ja so, als wenn zur Erforschung des Waldsterbens erfasst würde, ob damit in Zusammenhang stehende Verantwortliche fürchten müssen, ihren Job zu verlieren.' - Man fragt sich deshalb, ob Sie so etwas als Forschung bezeichnen oder ob es mit der Erforschung der Ursachen der Krisen und was zu tun ist so schlecht bestellt ist, wie hier erkenntlich. Dann würde natürlich auch nichts vernünftiges heraus kommen können und der Steuerzahler muss sich dann nicht wundern, wenn er wieder zur Kasse gebeten werden soll und der Staat zuletzt die Schulden an die banken nicht mehr bezahlen kann, die banken, die er retten musste. Krisen sind doch nicht neu und bankenkrisen gab es aus ähnlichen oder gleichen Gründen schon ehe es Kapitalismus gab. 2.) Wo geht es denn hier um "Staat versus Markt: "? Das ist natürlich eine Frage, die in den USA gern gestellt wird. ich konnte auch von Republikanern oder Sympathisanten oft hören, dass man ja eine konstitutionelle Republik sei und niemals so etwas wie eine der Demokratien aus Europa werden wolle. Soll aber der Staat in jedem Falle zurück gedrängt werden? Wohl nicht! Es geht nur darum, ob es gerade nützt oder nicht. Der Staat soll doch gar nicht aufhören, über die private Staatsbank nicht gedecktes billig-Geld zu drucken, oder haben Sie andere informationen? Die Zeiten des nicht so glücklichen bretton-Woods-Systems sind vorbei. (Für unsere Leser: da wurde nochmals Geld mit Gold aufgewogen! ) Es ging mit dem Ende des Vietnam Krieges zu Ende nachdem die USA den Krieg mit neu gedruckten USD bezahlt hatten, ohne dafür das Gold zu haben und diesbezüglich bankrott gingen. Ein jeder mit einer eigenen Firma weiß jedoch, dass man nur Geld ausgeben kann, das man hat oder wofür man einen Gegenwert hat. Wird berücksichtigt, dass die USA spätestens seit bush und Cheney wieder horrende Summen für Kriege ausgeben mit ständig wachsenden Schuldenbergen, also ohne für das geliehene oder ohne Gegenwert gedruckte Geld einen Gegenwert zu schaffen mit neuer infrastruktur oder anderen sinnvollen investitionen, dann kann man sich kaum vorstellen, das aus den USA eine schnelle Lösung der Krisen zu erwarten ist. Hier erwarte ich nur ein "weiter wie bisher" solange es noch geht.

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