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25.05.2012

20:07 Uhr

Studie

Gesetze haben gegen das Saufen keine Chance

VonMalte Buhse

Mit strengeren Alkoholgesetzen soll Gewalt eingedämmt werden. Solche Regeln zeigen allerdings kaum Wirkung im Kampf gegen Trinkexzesse, wie eine Studie belegt. Dabei wäre die Lösung eigentlich ganz einfach.

Strenge Gesetze dämmen den Alkoholkonsum nicht ein. dapd

Strenge Gesetze dämmen den Alkoholkonsum nicht ein.

KölnEs war ein eher ungemütlicher Ort für eine Party: Plastiksitze statt Plüschsessel, Neonlicht statt Kerzenschein, und Musik gab es auch keine. Trotzdem kamen im Dezember Tausende Menschen zum „Abschiedstrinken“ in die Münchener S-Bahn. Kurz danach trat ein striktes Alkoholverbot in Kraft. So will die Deutsche Bahn die Zahl der Prügeleien in Zügen und Bahnhöfen verringern.

Bringen dürfte das wenig - darauf deutet eine Studie aus den USA hin. So gut wie alle Vorschriften und Gesetze, mit denen die Politik den Alkoholkonsum drosseln und die Städte sicherer machen will, gehen ins Leere, zeigt ein Forscherteam um Erik Nesson von der Emory-Universität in Atlanta.

Die USA sind für Wissenschaftler, die die Wirkung von Anti-Alkohol-Gesetzen testen wollen, ein ideales Versuchslabor. Die Zeiten der Prohibition sind zwar lange vorbei, bis heute ist der Staat aber in Sachen Alkohol sehr streng.

Für Ökonomen besonders spannend ist: Jeder US-Bundesstaat hat in Bezug auf Alkohol seine eigenen Regeln. Manche setzen auf strenge Kontrollen in Bars und Schnapsläden, andere verbieten den Verkauf an bestimmten Wochentagen, einige drohen Eltern, die ihre Kinder unbeaufsichtigt rauschende Partys feiern lassen, mit harten Strafen.

Die Ökonomen um Erik Nesson nutzen diese Unterschiede zwischen einzelnen Bundesstaaten aus, um die Wirkung der verschiedenen Gesetze zu testen. Erfolg oder Misserfolg messen sie daran, welchen Einfluss die Vorschriften auf die Zahl der im Rausch begangenen Gewaltverbrechen haben. Schließlich gehe es dem Gesetzgeber nicht darum, dem erschöpften Arbeiter sein Feierabendbier zu vermiesen. Das Ziel sei vielmehr, exzessives Trinken und anschließende Prügeleien zu verhindern.

Kommentare (21)

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Werner53S

25.05.2012, 20:30 Uhr

meine erfahrung aus skandinavien: wenn der alkohol zu teuer wird, lohnt sich nur der totalabsturz. ein kleiner schwips ist rausgeschmissenes geld. zu gewalttätigen übergriffen sind die dann allerdings auch nicht mehr fähig.

MikeM

25.05.2012, 20:40 Uhr

Meine Erfahrung aus England: Die Studenten fahren einmal im Monat mit der Fähre nach Holland und decken sich günstig mit hartem Alk ein. Es bringt also nichts außer dass auch dem "normalen" Bürger noch mehr Geld aus der Tasche gezogen wird.

Account gelöscht!

25.05.2012, 22:33 Uhr

aha.

Denken Sie doch mal weiter, also nur von hier bis zu irgendwelchen Fähren von GB nach NL.

Wie leben in einem geeinten Europa. Es wird nach einer Lösung gesucht, wie die EU auch eigene Steuern einehmen könnte, um weniger auf die Zahlungen aus den Ländern angewiesen zu sein.

Wenn die EU eine Steuer erhebt, von sagen wir Bier + 25%, Wein/Likör + 35+ und harter Stoff + 50% oder/und noch Sondersteuern auf Flatratesaufpartys usw. dann können Sie ja mal sehen wo ihre versoffenen GB Studenten dann noch hinpaddeln wollen. Von London bis zur EU Außengrenze in Ostpolen ist es sicher etwas weit.

Die sollen endlich die Steuern erhöhen auf Alk und kippen. Was spricht dagegen wenn eine Schachtel Kippen 10 Euro kostet und ein halber Liter vom BILLIGSTEN Bier 2€? Überhaupt nichts. Das stört niemanden.

Außer Menschen die ein Suchtproblem haben oder die Kohle sowieso nicht versaufen dürften weil Sie vom Staat subventioniert werden. Es trifft also in jedem Fall die richtigen.

Zucht und Ordnung rein bringen in diesen Sauladen in Europa! Ich bin mir sicher ein großer Teil der EU Krise ist auch dem Partywütigen Dauersaufverhalten großer Teile der Bevölkerung geschuldet. Wie soll so ein besoffenes Volk noch vernüntigt wirtschaften können? Große Teile der Bevölkerung sind doch jedes WE besoffen, manche noch öfters, das geht überhaupt nicht!!! DURCHGREIFEN. Mit dem Hammer dem Pöbel einen vor den Bug geben!

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