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01.07.2012

14:54 Uhr

Studie

Teure Banker = gute Ergebnisse

VonMalte Buhse

Investmentbanker verdienen zu viel - das schien stets eine allgemein anerkannte Wahrheit. Doch jetzt zeigt eine aktuelle Studie, dass die höheren Gehälter der Banker auch zu besseren Ergebnissen führen. Manchmal.

Banken bei großen Investmentinstituten sind ihr Geld wert, sagt eine Studie. dapd

Banken bei großen Investmentinstituten sind ihr Geld wert, sagt eine Studie.

KölnManchmal geben sich selbst Investmentbanker bescheiden. „Wir sind nichts anderes als Erfüllungsgehilfen“, behauptet Alexander Dibelius, der Deutschland-Chef von Goldman Sachs, gern.

Doch spätestens, wenn es um die Bezahlung geht, ist es bei Dibelius und Co. mit der Bescheidenheit vorbei - die Honorarsätze der führenden Investmentbanken sind schwindelerregend. 2007, auf der Höhe der letzten Übernahme-Welle, kassierten Investmentbanken mit der Beratung bei Fusionen und Übernahmen weltweit 40 Milliarden Dollar.

Doch sind die Starbanker das viele Geld überhaupt wert?

Ja, sagen drei Ökonomen in einer Studie, die jetzt im angesehenen „Journal of Finance“ erschienen ist. Unternehmen, die sich von großen Banken beraten lassen, können bei Übernahmen und Fusionen ihren Börsenwert kräftig steigern, lautet das Fazit des Forscherteams um Andrej Golubov von der City Universität in London.

Die Investmentbanker der Marktführer erkannten laut Studie bessere Synergien zwischen Käufern und Gekauften. Zudem holten sie in den Verhandlungen mit der Gegenseite für ihre Kunden günstigere Konditionen heraus. Dadurch verbesserte sich die Bewertung des Unternehmens an der Börse um durchschnittlich 65 Millionen Dollar. Unternehmen, die bei Übernahmen mit kleineren Banken zusammenarbeiteten, hatten bei ihren Einkaufstouren auf dem Unternehmensmarkt dagegen weniger Erfolg, so das Fazit der Studie mit dem Titel „It Pays to Pay Your Investmentbanker“.

Auch Firmen, die ins Visier eines hungrigen Konkurrenten geraten, sollten die hohen Rechnungen der großen Investmentbanken nicht scheuen, empfehlen die Forscher. Mit Topbankern an ihrer Seite verkauften sich Übernahmekandidaten deutlich teurer.

Andrej Golubov und seine Forscherkollegen stellen sich damit gegen eine verbreitete Meinung unter Ökonomen. Bisher hielten viele Wirtschaftswissenschaftler die Investmentbanker aus den großen Geldhäusern für chronisch überbezahlt.

Empirische Belege für diese Sicht lieferte unter anderem der Ökonom Ahmad Ismail (Universität der Vereinigten Arabischen Emirate). In einer 2009 im „Review of Quantitative Finance and Accounting“ veröffentlichten Studie stellte er fest: Der Börsenwert von US-Unternehmen, die sich von einer der zehn marktführenden Banken beraten ließen, brach nach einer Übernahme im Durchschnitt um 28 Millionen Dollar ein. Zwischen 1985 und 2004 hätten die berühmtesten Geldhäuser durch Falschberatungen Aktienkapital in Höhe von mehr als 42 Milliarden Dollar vernichtet.

Kommentare (1)

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atta

01.07.2012, 15:41 Uhr

Na dann, ich schlage vor, wir sollen die Gehälter die Bänker zu verdoppeln, vielleicht werden die Bänker weniger Müll in ihren Häuser horten ;-/
Aber ich bin mir sicher, wenn wir die Politiker-Gehälter auch verzehnfachen ist 1000 mal besser als die Bänker 1 Cent mehr zu geben.

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