Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2005

14:28 Uhr

Ökonomie

Studie zur Liquiditätssicherung europäischer Unternehmen

Eine Untersuchung von Siemens Financial Services (SFS) zeigt, dass die Liquiditätssicherung für ...

Eine Untersuchung von Siemens Financial Services (SFS) zeigt, dass die Liquiditätssicherung für europäische Unternehmen bei der Suche nach günstigen Betriebsmittelfinanzierungen weiterhin an erster Stelle steht. Grund sind u.a. zunehmende Sorgen vor einer nachlassenden Wachstumsdynamik in Deutschland und den übrigen europäischen Ländern. Während die traditionelle Kreditfinanzierung über die "Hausbank" - die wichtigste Finanzierungsquelle für mittelständische Unternehmen - abnimmt, zeigen die Unternehmen ein zunehmendes Interesse an alternativen Finanzierungslösungen. Nach Meinung der Befragten dürften nahezu 11% der derzeitigen Unternehmenskredite der europäischen Banken bis Ende 2005 durch alternative Finanzierungsinstrumente (Asset-Backed-Finanzierungen, Leasing, Private Equity, etc) ersetzt werden.
Die europäischen Banken reduzieren ihre Kreditrisiken, indem sie ihr Portfolio an "Hausbankkrediten" verkleinern. Im April 2004 schrieb die Europäische Zentralbank, dass die europäischen Geschäftsbanken nicht nur die Zinsen hoch halten, sondern auch geringere Kreditsummen über kürzere Laufzeiten vergeben, höhere Sicherheiten verlangen und strengere Vertragsklauseln durchsetzen. Laut dieses Berichtes führt die unerwartet deutliche Verschärfung der Kreditkonditionen eher zu einer Liquiditätsklemme im Mittelstand als unter den größeren Unternehmen, sodass diese Unternehmen nun nach alternativen Finanzierungsinstrumenten Ausschau halten sollten.
Die wichtigsten Ergebnisse der SFS-Befragung von Finanzchefs der Top-1000 europäischen Unternehmen können wie folgt zusammengefasst werden: In einem trotz Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung von einer fortgesetzten Kreditverknappung gekennzeichneten Umfeld bleibt die Liquiditätssicherung bis Ende 2005 die oberste finanzwirtschaftliche Priorität der europäischen Unternehmen; An zweiter Stelle steht für die europäischen Unternehmen die Erweiterung der Hausbankbeziehung um andere mittel- bis langfristige Finanzierungsquellen, die diese Unternehmen gegen temporäre Markt- und Konjunkturschwankungen abfedern; Angesichts der zunehmend strengen Finanzmarktregulierung als Antwort auf die Bilanzskandale der Vergangenheit sowie Rufen nach Transparenz in der Finanzberichterstattung hat die Steuerung der Passivseite der Bilanz nunmehr eine geringere Priorität; Es wird erwartet, dass nahezu 11% der derzeitigen Unternehmenskredite in Europa bis Ende 2005 durch alternative Finanzierungslösungen (Asset-Backed-Finanzierungen, Leasing, Private Equity, etc) ersetzt werden; Diese Verlagerung zu alternativen Finanzierungen wird zum Teil von den Banken selbst betreut werden, doch ein Teil wird durch bankenunabhängige Finanzdienstleister finanziert werden; "Die Ergebnisse dieser Umfrage unterstreichen den unaufhaltsamen Wandel in der Unternehmensfinanzierung, insbesondere für mittelständische Unternehmen", sagt Kai-Otto Landwehr, Geschäftsführer von Siemens Finance & Leasing. "Viele Banken scheinen sich von Hausbankkrediten abzuwenden. Dies sorgt für eine Verknappung von Unternehmenskrediten zu vernünftigen Konditionen in ganz Europa. Sowohl Banken als auch bankenunabhängige Finanzdienstleister bieten nun alternative Finanzierungsinstrumente an, um diese Lücke zu füllen"; "Finanzierungsmittel bleiben in den großen europäischen Volkswirtschaften knapp, insbesondere in Deutschland, wo das Wachstum zuletzt schwach ausgefallen ist und das Bankensystem einen Reformprozess durchläuft. Allerdings ist die Finanzbranche seit jeher flexibel und kreativ und reagiert rasch auf die aktuellen Finanzierungsbedürfnisse der Unternehmen".

Quelle: FINANZ BETRIEB, 14.01.2005

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×