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23.04.2012

19:46 Uhr

Universität Zürich

Mega-Spende verschärft Wettbewerb der Hochschulen

VonDorit Marschall, Olaf Storbeck

Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, sehen sich VWL-Fakultäten öfter nach privaten Geldgebern um. Die Universität Zürich hat nun 100 Millionen Franken erhalten - die Spende verschärft den Konkurrenzkampf.

Die Schweizer Großbank UBS spendete der Uni 100 Millionen Franken. Pressefoto

Die Schweizer Großbank UBS spendete der Uni 100 Millionen Franken.

Zwischendurch hätte er fast das Handtuch geworfen. „Ich war nahe dran, aufzugeben“, erzählt der Züricher Professor Ernst Fehr. Vor vier Jahren hat der Volkswirt angefangen, nach privaten Geldgebern für die VWL-Fakultät der Universität Zürich zu suchen. Dutzende Gespräche führte er mit potenziellen Mäzenen, stets erntete er Absagen. „Das“, erinnert er sich, „war eine frustrierende Zeit.“

Jetzt hat sich die Mühe doch noch gelohnt – und wie: Hundert Millionen Schweizer Franken, umgerechnet 83 Millionen Euro, hat Fehr und die von ihm initiierte „Excellence Foundation Zürich“ bei der Schweizer Großbank UBS lockergemacht. Das Geld ist Teil einer Bildungsinitiative, die die UBS zu ihrem 150. Geburtstag startet – und die mit Abstand größte private Einzelspende für volkswirtschaftliche Forschung im deutschsprachigen Raum. Fünf Lehrstühle und ein Doktorandenprogramm will die Fakultät damit finanzieren.

Der Geldregen bestätigt einen seit mehreren Jahren anhaltenden Trend: Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, sehen sich VWL-Fakultäten verstärkt nach privaten Geldgebern um. Die Uni Düsseldorf baute mit einer 40-Millionen-Euro-Spende der Unternehmerfamilie Schwarz-Schütte eine Denkfabrik für Wettbewerbspolitik auf; das Frankfurter House of Finance sammelte 21 Millionen Euro bei Finanzdienstleistern ein.

„Es ist klar, dass die staatlichen Mittel in den nächsten Jahren nicht steigen, sondern eher sinken werden“, sagt Martin Peitz, Sprecher der Mannheimer VWL-Fakultät. „Die Vergabe der öffentlichen Mittel ist zudem in keiner Weise forschungsbezogen – private Gelder sind daher für uns ganz wichtig.“ 

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

23.04.2012, 20:56 Uhr

Mit anderen "Topwissenschaftlern". Als ob VWL eine "Wissenschaft" wäre. Es ist doch zu befürchten, dass die Professoren gesponsert werden, um eine Lehrmeinung zu vertreten, die im Interesse der UBS ist. Da braucht man sich dann auch nicht mehr wundern, über viele Empfehlungen von "Topökonomen".

flyingfridge

23.04.2012, 21:45 Uhr

100 Mio. EUR, damit die Ökonomen auch in Zukunft den durch Steuerflucht, Schwarzgeld und Spekulation entstandenen Schaden kleinreden.

klobrili

23.04.2012, 22:34 Uhr

Es ist an der höchste Zeit, den VWL Fakultäten, von denen es ohnehin viel zu viele gibt, endlich den staatlichen Geldhahn völlig zuzudrehen. Als Lobbyisten der Hochfinanz nützen sie dem Gemeinwesen nicht.
Im Gegenteil: All die Top-„Wissenschaftler“ dieser Zunft haben die Krise nicht vorhersagen können. Und die Adepten der an den Lehrstühlen entwickelten Spieltheorien haben später als Alumni im Bankgewerbe das Chaos an die Märkte gebracht, an dem sie sich auf Kosten der Allgemeinheit obszön bereichern.
Wer braucht diese Art von (Aus)bildung?

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