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09.01.2012

10:20 Uhr

US-Ökonomen

Heftige Kritik an der Euro-Zone

VonOlaf Storbeck

Auf der Jahrestagung der American Economic Association gehen Volkswirte mit Europas Krisenmanagement hart ins Gericht. Es sei für die Eskalation der Probleme mitverantwortlich. Um zu überleben müsse sich einiges ändern.

Eine Ein-Euro-Münze über Europa: Amerikanische Ökonomen kritisieren die europäische Krisenpolitik aufs schärfste. dpa

Eine Ein-Euro-Münze über Europa: Amerikanische Ökonomen kritisieren die europäische Krisenpolitik aufs schärfste.

ChicagoEinen geläufigen Vorwurf brauchen sich amerikanische Ökonomen derzeit nicht gefallen zu lassen: Dass sie sich für nichts anderes als für US-Angelegenheiten interessieren. Die Euro-Krise war am vergangenen Wochenende in Chicago eines der zentralen Themen auf der Jahrestagung der American Economic Association, dem wichtigsten Ökonomen-Kongress der Welt.

Für die Regierungen in Europa hatten hochkarätige Makroökonomen dabei gleich mehrere unangenehme Botschaften parat: Sie machten das Krisenmanagement im Euro-Raum für die Eskalation der Probleme mitverantwortlich – und mahnten Reformen an, die deutlich tiefer gehen, als die im Dezember in Brüssel beschlossenen strengeren Haushaltsregeln.

„Wenn Europa überleben will, muss es seinen institutionellen Rahmen umbauen“, sagte der ehemalige Bundesbank-Chef Axel Weber, derzeit Gastprofessor an der Universität in Chicago. Die gemeinsame Geldpolitik erfordere auch eine gemeinsame Finanz- und Arbeitsmarktpolitik. „Das im Dezember in Brüssel beschlossene neue Fiskalpaket ist nicht genug“, sagte Weber. „Europa hat noch einen weiten Weg zu gehen.“

Einflussreiche Makroökonomen warnten die Politiker in der Euro-Zone davor, strengere Regeln für Defizitsünder als alleinigen Ausweg aus dem Dilemma zu sehen. „Wir brauchen eine solide Haushaltspolitik, aber sie allein löst nicht alle Probleme“, sagte IWF-Chefökonom Olivier Blanchard.

Neben den Staatsfinanzen sollten die Regierungen vor allem den gewaltigen Leistungsbilanzdefiziten von Staaten wie Spanien und Griechenland mehr Aufmerksamkeit schenken. „Große, über lange Zeit anhaltende Leistungsbilanzdefizite haben sich als sehr gefährlich erwiesen“, sagte Blanchard in Chicago.

Kommentare (7)

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audit

09.01.2012, 11:28 Uhr

Seit wann glaubt ein Schwein, was sein Schlachter ihm sagt, wenn es um eine sichere Altersvorsorge geht???

Goldhamster

09.01.2012, 11:37 Uhr

Es ist schon nett, dass die Herren EU, Euro und Europa nie auseinander halten können. Oder liegt es daran, dass sie anstelle des Gehirns Kuhdung drin haben.

Account gelöscht!

09.01.2012, 11:51 Uhr

Ein Ami warnt Europa mit diesem Satz unten. Eigentlich passt der genau auf die USA. Warum bleiben die mit ihrem nutzlosen Wissen nicht dort wo sie herkommen? Klar, dort hoert ja niemand auf sie.

"Eine negative Leistungsbilanz bedeutet, dass eine Volkswirtschaft ökonomisch über ihre Verhältnisse lebt und dauerhaft mehr konsumiert, als sie selbst produziert. Um das finanzieren zu können, muss sie sich im Ausland verschulden. Das mache ein Land anfälliger für Wirtschaftskrisen und zwinge im Fall der Fälle zu schmerzhaften Anpassungsprozessen, warnte Blanchard."

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