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26.06.2014

13:41 Uhr

Video-Tipps für WM-Muffel

90 Minuten Wirtschaft statt Fußball

VonSteffen Daniel Meyer

Wenn Ihr Herz für Wirtschaft statt für die WM schlägt, haben Sie es gerade nicht leicht. Unser Autor hat daher ein paar Video-Tipps gesammelt, die Sie sich anschauen können, wenn Ihre Freunde mal wieder Fußball gucken.

Wirtschaft statt Fußball: Mit diesen Videos kommen Sie durch die WM-Zeit. gms

Wirtschaft statt Fußball: Mit diesen Videos kommen Sie durch die WM-Zeit.

DüsseldorfDie Fußball-WM ist omnipräsent, überall wehen Fahnen oder ertönen „Schland“-Rufe, im Fernsehen, in der Kneipe nebenan, und auch auf der Arbeit: Fußball, Fußball, Fußball. Doch was, wenn man dem Sport nichts abgewinnen kann und ganz anderen Vorlieben frönt? Da wir hier bei Handelsblatt Online sind, gehen wir mal davon aus, dass Ihre Vorliebe Wirtschaft ist und haben fünf Video-Empfehlungen für zusammengestellt, die Sie gucken können, während Familie, Freunde und Bekannte 90 Minuten lang einem Ball hinterhergucken.

Allerdings: Gute Englischkenntnisse sind Voraussetzung.

1. Ein Nobelpreisträger erklärt die Finanzmärkte

Robert J. Shiller gewann zusammen mit Eugene Fama und Lars Peter Hansen im Jahr 2013 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Wie sehr der Yale-Professor für sein Fachgebiet brennt, erkennt man vor allem, wenn man sich seine Vorlesung „Financial Markets“ anschaut: Im Frühling 2011 zeichnete Yale diesen Kurs auf und machte ihn kostenfrei auf YouTube und iTunes verfügbar.

Man sieht in den Videos einen manchmal etwas verwirrt wirkenden, aber stets klar denkenden Shiller auf- und abgehen, hört gebannt zu, wie er ganz ohne mathematische Formeln seine Studenten mitnimmt auf eine Reise durch die Geschichte der Finanzmärkte. Man erfährt zum Beispiel, wann und warum GmbHs entstanden sind und erhält einen Einblick in das Gebiet der Behavioral Finance. Stets sympathisch ringt Shiller dem Zuhörer manchmal auch ein Lächeln ab, wenn er zum Beispiel davon erzählt, was er so zur Entspannung am Pool liest.

Wer ein iPad mit iTunes U benutzt, der kann nach jeder rund einstündigen Vorlesung noch einen Wissenstest absolvieren. Alles in allem kommt man so auf rund 90 Minuten pro Kurs und kann sich in der Halbzeitpause nochmal seine Notizen anschauen, da man ja ganz brav während des Vortrags mitgeschrieben hat.

2. Doku-Klassiker vom Neoklassiker

Milton Friedman war sicherlich einer der streitbarsten, aber auch einer der einflussreichsten Ökonomen der vergangenen Jahrzehnte. Mit seiner Idee eines möglichst kleinen Staates schart er auch noch heute einige Anhänger hinter sich. Und wenn man sich ansieht, mit welcher Rhetorik und Verve er seine Überzeugungen an den Mann oder die Frau gebracht hat, kann man die Faszination, die von ihm ausging, sehr gut nachvollziehen. In einer zehnteiligen Dokumentation für PBS aus dem Jahr 1980 reist Friedman um die Welt und präsentiert seine Sicht darauf, wie Wirtschaft am besten funktioniert.

Nach einer knappen halben Stunde jeder Episode folgt jedoch der eigentliche Clou: Friedman stellt sich einer Diskussion mit drei anderen Experten und verteidigt seine Ideen. In Folge Zwei trifft er etwa auf Donald Rumsfeld, der zu der Zeit gerade nicht Verteidigungsminister, sondern Präsident des Pharmakonzerns G.D. Searle war - was die Dokumentation selbst zu einem zeitgeschichtlichen Dokument macht.

In einer angenehmen Gesprächsatmosphäre, wie man sie sich heute auch für die ein oder andere Talkshow wünscht, geht es einzig und allein um die Sache, sei es Arbeitsrecht, Krisen oder Inflation. Auch wenn es mal lauter wird, wird es nicht niveaulos oder platt. Rund eine Stunde dauert eine Episode, leider endet sie oft abrupt mittendrin in einer spannenden Diskussion. Um die restlichen 30 der 90 Fußball-Minuten zu füllen, guckt man sich die Doku am besten mit ein paar befreundeten Wirtschafts-Nerds an und führt die Diskussion weiter. In der Halbzeitpause lohnt es sich aber sicher, ein paar Fakten nachzugooglen.

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