Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.10.2012

14:20 Uhr

Wirtschaftsleistung

Der Osten findet erst 2030 den Anschluss

Erst 2030 wird der Osten Deutschlands das Niveau der Westländer erreichen. Das hat das ifo Institut errechnet. Als Grund nannten die Forscher eine schwächere konjunkturelle Entwicklung. Weitere Investitionen seien nötig.

Damit der Osten bei der Wirtschaftskraft mit dem Westen Deutschlands gleichziehen kann, sind laut einer Studie mehr als 1000 Milliarden Euro nötig. dpa

Damit der Osten bei der Wirtschaftskraft mit dem Westen Deutschlands gleichziehen kann, sind laut einer Studie mehr als 1000 Milliarden Euro nötig.

Erfurt Die ostdeutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des ifo Instituts noch auf Jahre der gesamtdeutschen Entwicklung hinterherhinken. Der Osten werde voraussichtlich erst 2030 das Niveau der strukturschwachen Westländer erreicht haben, sagte Joachim Ragnitz vom ifo Institut in Dresden am Montag bei einem Konjunkturgespräch in Erfurt. Er halte es für unwahrscheinlich, dass dieses Ziel bereits mit Auslaufen des Solidarpakts 2019 erreicht werde.

Zwar seien Regionen wie die um Jena, Potsdam, Dresden und Leipzig bereits jetzt gut aufgestellt und könnten daher auch schneller aufholen. Aber die neuen Bundesländer mit dünnbesiedelten und strukturschwachen Gebieten seien vorwiegend ländlich geprägt. „Das zieht das Gesamtbild nach unten“, sagte Ragnitz.

Einen weiteren Grund für die schwächere konjunkutrelle Entwicklung im Osten als im gesamten Bundesgebiet sieht Ragnitz in der demografischen Entwicklung. Eine stark alternde und schrumpfende Bevölkerung in den neuen Bundesländern führe zum Verlust von Kaufkraft.

Derzeit befinde sich die Wirtschaft im Osten in einer deutlichen Abschwungphase. „Von einer Rezession sind wir aber weit weg“, betonte Ragnitz. Für 2013 werde im Osten mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,5 Prozent gerechnet.

Einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums zufolge sind bis 2030 Investitionen von mehr als 1000 Milliarden Euro nötig, damit der Osten bei der Wirtschaftskraft mit dem Westen Deutschlands gleichziehen kann. Laut der Untersuchung tritt der Aufholprozess Ost trotz Erfolgen bei Unternehmensansiedlungen und gesunkener Arbeitslosigkeit bei der Produktivität der Wirtschaft und den Bruttolöhnen seit einigen Jahren auf der Stelle.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

ein_Liberaler

15.10.2012, 15:29 Uhr

Also, bei der Angleichung herrscht die falsche Blickrich-tung vor. [...]. Die Frage lautet also, wielange braucht es, bis die Planwirt-schaft in Sachen Energiepolitik, Euro, EZB, ESM, EFSF und EU, den Westen auf das wirtschaftliche Niveau der DDR von 1989 angleicht. Und dann: wieviel länger dauert es, die gesamtdeutsche Wirtschaft vom DDR-Standard auf den grie-chischen Standard anzugleichen? Die Behauptung "Weststandard im Osten erst 2030" streut Ost wie West nur Sand in die Augen und verschleiert, was wirklich geschieht. Griechischer Standard in Gesamt-deutschland 2030 ist die realistische Vision angesichts all der Dinge, die derzeit strukturell falsch laufen. +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++ Bitte bleiben Sie sachlich.

Thomas-Melber-Stuttgart

15.10.2012, 17:37 Uhr

Wahrscheinlich ist dann im Westteil die Wirtschaftsleistung dank "erneuerbarer Energien", verfallende Infrastruktur u.a. auf das Niveau Mitteldeutschlands gefallen.

xyz

21.10.2012, 23:33 Uhr

der Osten findet niemals den Anschluss -- bis 2030 können wir einen riesigen Nationalpark mit angeschlossenen Altersheim daraus machen, in dem Wolf und Braunbär wieder residieren.

das ist die bereits klar ersichtliche tendenz.

alles was noch 2 gesunde Beine und Verstand hatte und Geld verdienen wollte hat den Osten schon verlassen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×