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13.10.2014

16:14 Uhr

Wirtschaftsnobelpreis für Jean Tirole

Wie man die Macht von Unternehmen zügelt

VonHelmut Steuer, Jan Mallien

Der Ökonom Jean Tirole erhält den Wirtschaftsnobelpreis 2014. Der Franzose wird für seine Analyse über die Marktmacht und Regulierung ausgezeichnet. Er hat einen konsequenten Standpunkt.

Wirtschafts-Nobelpreis

Verleihung an Jean Tirole

Wirtschafts-Nobelpreis: Verleihung an Jean Tirole

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StockholmDer Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an den Franzosen Jean Tirole. Er wird für seine Analyse ausgezeichnet, wie man die Macht von großen Unternehmen zügeln kann. Tirole sei einer der einflussreichsten Ökonomen unserer Zeit, heißt es in der Begründung.

Der 61-Jährige hat erforscht, wie man Branchen mit einigen wenigen mächtigen Unternehmen regulieren kann. In vielen Branchen dominieren heute nur einige Unternehmen. Ohne Regulierung könne das unerwünschte Konsequenzen für die Gesellschaft haben, schreibt die Wissenschaftsakademie in ihrer Begründung.

Tirole hat diese Zusammenhänge analysiert und eine Theorie entwickelt, wie Behörden Fusionen und Kartelle behandeln können. Er geht davon aus, das es keine allgemein gültigen Regeln gibt. Vielmehr müsse eine Regulierung speziell an die unterschiedlichen Voraussetzungen angepasst werden. Tirole ist Direktor am Institut d’Economie Industrielle in Toulouse.

„Ich bin sehr gerührt“, war der erste Kommentar des Preisträgers. Er habe nicht mit der Auszeichnung gerechnet, umso größer sei jetzt seine Freude. Es ist erst das dritte Mal, das ein französischer Wissenschaftler den Wirtschaftsnobelpreis erhält.

Seit Anfang der 80-er Jahre hat sich der Franzose unter anderem mit Spekulationsblasen beschäftigt und mit Hilfe der Spieltheorie Methoden zu einer besseren Regulierung entwickelt. Seine Arbeiten haben seit der wachsenden Kritik an Konzernen wie Google eine immer größere Bedeutung gewonnen. 2011 erhielt Tirole den Ehrendoktortitel der Universität Mannheim.

Mit der Bekanntgabe des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften geht der diesjährige Nobelreigen zu Ende. Der Wirtschaftspreis hat unter allen Nobelpreisen eine Sonderstellung. Der Preisstifter, der schwedische Industrielle Alfred Nobel, hatte in seinem Testament keinen Wirtschaftspreis vorgesehen und war auch äußerst negativ gegenüber Ökonomen eingestellt. Mehrfach hatten deshalb in den vergangenen Jahren einige Nachfahren von Alfred Nobel versucht, die Preisvergabe unter Hinweis auf das Testament zu stoppen.

Kommentare (1)

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13.10.2014, 17:48 Uhr

Zu einfach: Regulierung ist stets auch eine Bankrotterklärung gegenüber dem Wettbewerb, der besser befördert werden sollte - und damit zusammenhängend die Freiheit in Politik und Wirtschaft, also der ganzen Gesellschaft.

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