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23.01.2012

12:04 Uhr

Wirtschaftswissenschaften

Ökonomie steht vor totaler Neuorientierung

VonOlaf Storbeck

Die Ökonomie steckt in der Krise. Bewährte Antworten auf volkswirtschaftliche Fragen gelten nicht mehr. Experten suchen von heute an auf der Konferenz „Ökonomie neu denken“ nach Lösungen für die Zukunft.

Ein „Nicht Skaten“-Schild steht vor dem EU-Hauptsitz: Was muss die Wirtschaftswissenschaft aus der Finanzkrise lernen? dapd

Ein „Nicht Skaten“-Schild steht vor dem EU-Hauptsitz: Was muss die Wirtschaftswissenschaft aus der Finanzkrise lernen?

LondonBeim ersten Mal hat es fast sieben Jahre gedauert. So viel Zeit verstrich zwischen dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise im Herbst 1929 und dem Erscheinen der "Allgemeinen Theorie" von John Maynard Keynes im Jahr 1936. Der britische Nationalökonom rechnete darin grundlegend mit seinen Fachkollegen ab.

Die bis dahin gängigen Theorien seien allesamt nicht in der Lage, die Große Depression zu erklären und könnten der Politik keine Auswege weisen. "Die orthodoxe Wirtschaftslehre", urteilte Keynes im Vorwort seines Werkes barsch, "ist auf der falschen Fährte." Das Fach müsse nichts weniger als "aus den alten Denkmustern ausbrechen". In der "Allgemeinen Theorie" legte Keynes die Basis für ein neues Paradigma, das das Fach drei Jahrzehnte lang beherrschen sollte.

Heute, ein gutes Dreivierteljahrhundert später, steckt die Wirtschaftswissenschaft nach Ansicht vieler Beobachter in ganz ähnlichen Problemen: Die 2007 ins Rollen gekommene Finanz- und Wirtschaftskrise führte die Welt nicht nur an den Rand einer zweiten Großen Depression. Sie hat auch eine zunehmend hitzige Debatte darüber angefacht, ob wichtige Teile der Volkswirtschaftslehre auf dem falschen Gleis unterwegs waren.

Doch hier enden die Parallelen zu den 30er-Jahren. Denn ein neuer Keynes, der ein neues, allgemein akzeptiertes Paradigma prägen könnte, ist nicht in Sicht. In der Disziplin gibt es deutlich mehr offene Fragen als Antworten. "Der Konsens der vergangenen zwei Jahrzehnte darüber, wie die Gesamtwirtschaft funktioniert, ist erschüttert", sagt die britische Ökonomin und Buchautorin Diane Coyle. "In der Makroökonomie wird es in den nächsten Jahren zu einer grundlegenden Neuorientierung kommen."

Kommentare (22)

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freeman

23.01.2012, 12:15 Uhr

Unsere nicht vorhandene Bildung ist das wirkliche Problem der Jetztzeit!

Wir hören und lesen seit geraumer Zeit, dass Politiker es seit dem ersten Aufflammen der Krise 2008 versäumt haben, wichtige Veränderungen im Finanzsystem durchzuführen und nur deshalb auch das Wiederaufflammen der Krise, die ja nie gänzlich verschwunden ist, möglich machten.

Doch man muss sich auch im Klaren sein, dass die notwendigen Veränderungen so tiefgreifend das uns bekannte Geld-, Währungs- und Finanzsystem wären, dass ein absolut neues System installiert werden müsste. Ein System, dass den derzeitigen Eliten, den Banken, den Reichen, ihre Macht und ihren Einfluss nehmen würde. Das ist politisch ein nicht realisierbares Unterfangen. Aus einem ganz banalen Grunde würde dies bereits im Ansatz scheitern. Auf Grund der Bildung!

Was wir, egal ob einfacher Arbeiter oder Akademiker lernen, ist kurz gesagt: “einfach Scheisse!” Wir werden nach einem sturen System, das tausende Jahre alt ist, “gebildet”. Fast stures Auswendiglernen irgendwelcher Jahreszahlen, Formeln und Vokabeln. Was wirklich wichtig wäre, wird uns bewusst unterschlagen! Wir werden mit unserer Vergangenheit zugemüllt!

Die Gegenwart und Zukunft bleibt uns verwehrt.

freeman

23.01.2012, 12:15 Uhr

Unsere nicht vorhandene Bildung ist das wirkliche Problem der Jetztzeit!

Wir hören und lesen seit geraumer Zeit, dass Politiker es seit dem ersten Aufflammen der Krise 2008 versäumt haben, wichtige Veränderungen im Finanzsystem durchzuführen und nur deshalb auch das Wiederaufflammen der Krise, die ja nie gänzlich verschwunden ist, möglich machten.

Doch man muss sich auch im Klaren sein, dass die notwendigen Veränderungen so tiefgreifend das uns bekannte Geld-, Währungs- und Finanzsystem wären, dass ein absolut neues System installiert werden müsste. Ein System, dass den derzeitigen Eliten, den Banken, den Reichen, ihre Macht und ihren Einfluss nehmen würde. Das ist politisch ein nicht realisierbares Unterfangen. Aus einem ganz banalen Grunde würde dies bereits im Ansatz scheitern. Auf Grund der Bildung!

Was wir, egal ob einfacher Arbeiter oder Akademiker lernen, ist kurz gesagt: “einfach Scheisse!” Wir werden nach einem sturen System, das tausende Jahre alt ist, “gebildet”. Fast stures Auswendiglernen irgendwelcher Jahreszahlen, Formeln und Vokabeln. Was wirklich wichtig wäre, wird uns bewusst unterschlagen! Wir werden mit unserer Vergangenheit zugemüllt!

Die Gegenwart und Zukunft bleibt uns verwehrt.

Account gelöscht!

23.01.2012, 12:31 Uhr

Das gabs in einem deutschen Staat schonmal besser!

Über ein dummes Volk zu regieren ist einfacher, als über gebildete Menschen.

Mit dem Bildungswesen der BRD gäbe es die DDR heute noch!

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