Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.03.2012

10:33 Uhr

Wissenswert

Bei den Steuern ist der Ehrliche der Dumme

VonJohannes Pennekamp

Zwischen der Steuermoral und der Höhe der Steuersätze gibt es offenbar einen Zusammenhang. In Industrieländern sind Menschen eher bereit zu zahlen - aber die Ehrlichen werden doppelt zur Kasse gebeten.

Innerhalb von Ländern ist die Steuermoral in der mittleren Einkommensschicht besonders hoch. dapd

Innerhalb von Ländern ist die Steuermoral in der mittleren Einkommensschicht besonders hoch.

DüsseldorfDer Schaden ist beträchtlich: Weil Privatpersonen und Unternehmen den Fiskus austricksen und im großen Stil Steuern hinterziehen, gehen dem deutschen Staat jedes Jahr rund 30 Milliarden Euro verloren, schätzt die Deutsche Steuergewerkschaft. Eine immense Summe, die in etwa so groß ist wie der aktuelle Verteidigungsetat. In Griechenland, einem Staat mit einem vielfach kleineren Bundeshaushalt, werden die Verluste auf jährlich bis zu 13 Milliarden Euro geschätzt - Geld, das der griechischen Regierung jetzt an allen Ecken und Enden fehlt.

Schmerzlich sind diese Einnahmedefizite nicht nur für die Politiker, die weniger Geld zur Verfügung haben, sondern auch für gewissenhafte Steuerzahler, die mehr an den Staat abdrücken müssen, weil andere die Zeche prellen. Was verschlimmernd hinzukommt: Anscheinend werden die Ehrlichen gleich doppelt zur Kasse gebeten: „Zum einen zahlen sie freiwillig, zum anderen nutzen die Regierungen die höhere Steuermoral systematisch aus und belasten diese Gruppe stärker“, sagt Andreas Peichl, vom Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA).

Um zu untersuchen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Steuermoral und der Höhe der Steuersätze gibt, wertete ein vierköpfiges Forscherteam um Peichl Daten aus 52 Ländern aus. Wie gewissenhaft die Steuerzahler sind, leiteten die Forscher aus einer internationalen Befragung ab, in der Bürger auf einer Zehn-Punkte-Skala angeben mussten, für wie gerechtfertigt sie es halten, bei der Steuer zu betrügen. Die Ökonomen teilten die Befragten in zehn Einkommensklassen ein und verglichen ihre Angaben zur Moral mit den Steuersätzen, die sie zu zahlen haben.

Dabei zeigte sich: Steuerzahler, die auf der Skala einen Punkt höher liegen, also größere Skrupel haben, zahlen im Schnitt um neun Prozentpunkte höhere Steuern. „Der Zusammenhang gilt sowohl innerhalb einzelner Länder als auch über Ländergrenzen hinweg“, sagt Peichl.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

28.03.2012, 10:52 Uhr

Abhängig Beschäftigte sind die Dummen. Vorteile haben Selbständige, die ihre Einnahmen angeben müssen. bei letzteren ist Nachholebedarf.

Aber es gibtja bekanntermaßer in den Finanzämtern die Anweisung, Einkommen über 1Mio. zum einen nicht sooft zum anderen wohlwollender zu prüfen. MA aus den Ämtern haben dies schon mehrfach bestätigt.

Bananenrepublick eben. Man kann sich Recht kaufen. Man könnte es auch Unrechtsstaat nennen.

Und gerade reiche sind es, die auf Kosten der Steuerzahler leben. Beispielsweise wenn sie Arbeiter einstellen, deren Qualifikation das Amt bezahlt hat, Förderungen für MA kassieren usw.

Joulupukki

28.03.2012, 12:42 Uhr

Blaba. Substanzloses Geblubbere!

Account gelöscht!

28.03.2012, 13:49 Uhr

ach ja?

http://www.sueddeutsche.de/geld/steuerfahnder-in-bayern-keine-zeit-fuer-betrueger-1.73614

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×