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04.01.2010

17:38 Uhr

Wissenswert

Die Folgen des Zeitungssterbens

VonOlaf Storbeck

Die Printmedien erleben die tiefste Krise ihrer Geschichte. Viele traditionsreiche Zeitungen mussten aufgeben, andere stehen mit dem Rücken zur Wand. Ein Ende der Krise ist nicht absehbar. Doch welche Folgen hat das Zeitungssterben? Zwei empirische Studien geben beklemmende Antworten.

Viele US-Blätter haben ihr Erscheinen bereits eingestellt, andere wie den "Boston Globe" sieht es zappenduster aus. ap

Viele US-Blätter haben ihr Erscheinen bereits eingestellt, andere wie den "Boston Globe" sieht es zappenduster aus.

LONDON. Sie war eine der ältesten Zeitungen Amerikas: Die erste Ausgabe der "Rocky Mountain News" in Denver erschien am 23. April 1859 - die letzte am 27. Februar 2009. Mit der Einstellung des Blatts erreichte die Zeitungskrise in den USA ihren vorläufigen Höhepunkt. Seit März 2007 haben zehn weitere US-Blätter ihr Erscheinen eingestellt, etliche andere wie der "Boston Globe" und der "San Francisco Chronicle" stehen mit dem Rücken zur Wand. Ein Ende der Krise ist nicht absehbar: Die Auflagen wie die Anzeigenumsätze der amerikanischen Tageszeitungen brechen ein. In Deutschland ist die Situation kaum besser. Die Printmedien erleben die tiefste Krise ihrer Geschichte - mit dramatischen Folgen für den Rest der Gesellschaft.

Medien- und Politikwissenschaftler warnen schon lange davor, ohne eine kritische Presse werde die öffentliche Meinungsbildung verarmen und die Demokratie Schaden nehmen.

Gefahr für öffentliche Meinung

Zwei amerikanische Forscherteams, die die Wirkungen von Zeitungen jetzt erstmals mit modernen Methoden der empirischen Wirtschaftsforschung untersucht haben, liefern nun erstmals handfeste Belege für diese These: Zeitungen spielen demnach auch im Internetzeitalter eine wichtige Rolle im politischen Leben - vor allem mit Blick auf die lokale Politik.

Die beiden Princeton-Wissenschaftler Sam Schulhofer-Wohl und Miguel Garrido weisen dies beispielhaft für eine Region im US-Bundesstaat Kentucky nach. Dort stellte Ende 2007 die Tageszeitung "Cincinnati Post" ihr Erscheinen ein. Das Konkurrenzblatt "Cincinnati Enquirer" ist seitdem die einzig verbliebene Tageszeitung in der Region.

Die Forscher nutzten in ihrer Studie aus, dass beide Zeitungen nicht über jede Stadt im Norden von Kentucky gleich intensiv berichtet hatten. Die "Post", mit einer Gesamtauflage von zuletzt 27 000 Exemplaren eine vergleichsweise kleine Zeitung, hat einige Regionen deutlich intensiver beackert. In manchen Vororten von Cincinnati wie zum Beispiel der 32 000-Einwohner-Stadt Covington standen mehr als 80 Prozent aller Zeitungsartikel über die Lokalpolitik in der "Post".

Kommentare (1)

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Soeren Gelder

29.12.2009, 02:49 Uhr

Wer will noch Zeitung lesen, wenn es internet gibt...
Und der Content sogar im Netz viel einfacher und guestiger zu haben ist.

Und gesund fuer die Umwelt ist es ebenso.

Zeitungsverlage werden die Printausgaben einstellen muessen, jedoch muessen sie nicht ihr biz einstellen, da sie es einfach nur online verstaerken brauchen.

Autor
Soeren Gelder
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