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23.01.2011

14:00 Uhr

Wissenswert

Ehrlich währt am längsten

VonAnja Müller

Investoren und Anleger würden gerne wissen, ob Vorstandschefs die Wahrheit sagen. Zwei Forscher aus Stanford haben nun herausgefunden, wie sich die Lügner selbst entlarven. Wer diese Tricks kennt, lässt sich nicht mehr hinters Licht führen.

Nicht jedem ist die Lüge so leicht anzusehen. dpa

Nicht jedem ist die Lüge so leicht anzusehen.

DÜSSELDORF. Verwenden Vorstandschef die folgenden Worte, dann sollten Sie hellhörig oder, noch besser, vorsichtig werden: Sind die Quartalsergebnisse eines Konzerns nämlich "blendend" oder "bombig", "phänomenal" oder "brillant", dann droht bei der nächsten Präsentation der Firmenkennzahlen ziemlich wahrscheinlich die Ernüchterung.

Die Wortwahl von Unternehmenschefs bei Telefonkonferenzen zeigt mit großer Sicherheit an, ob sie die Wahrheit sagen oder Analysten und Journalisten zu täuschen versuchen – das können zwei Forscher des Rock Center for Corporate Governance an der Stanford Graduate School nun erstmals belegen.

David Larcker und Anastasia Zakolyukina werteten für ihre Studie mit dem Titel "Detecting Deceptive Discussions in Conference Calls" alle verfügbaren Telefonkonferenzen von Unternehmen aus, die an der New York Stock Exchange oder an der Nasdaq gelistet sind. Dabei schauten sie sich die Jahre 2003 bis 2007 an. Insgesamt kamen so knapp 30 000 Mitschriften zusammen, die der Dienstleister Factset Research Systems Inc. in dieser Zeit protokolliert hatte.

Telefonkonferenzen von Unternehmen folgen stets dem gleichen Muster: Zunächst tragen die Führungskräfte die Ergebnisse vor, danach dürfen Analysten und Journalisten Fragen stellen.

"Während sich Vorstandschefs und Finanzvorstände gut für den ersten Teil der Konferenzen präparieren können, müssen sie auf die darauffolgenden Fragen spontan reagieren", schreiben die Forscher in ihrem Arbeitspapier.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man ihre möglichen Falschaussagen herausfiltert, sei in dieser zweiten Phase der Telefonkonferenzen also größer.

Die Forscher vermuteten, dass die Vorstandschefs oder Finanzvorstände sehr genau über die finanzielle Situation ihres Unternehmens Bescheid wissen, aber ihre Erkenntnisse oft nicht preisgeben – vor allem dann, wenn es sich um schlechte Nachrichten handelt. Die Manager müssen also, wenn sie nicht die Wahrheit sagen wollen, lavieren, täuschen oder sogar lügen.

Kommentare (1)

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aruba

24.01.2011, 08:06 Uhr

Guten Tag, .... ich habe den vollstaendigen bericht jetzt gelesen und kaum die Haelfte schon wieder vergessen. Es ist reine Zeitverschwendung an solches Geschreibsel zu glauben. ich gehe iMMER davon aus dass mein Gegenueber mich hereinlegen will ( Scheissegal ob er betet oder singt ). Diese Formel klingt zwar etwas proletarisch;... hat sich aber immer bewaehrt. besten Dank

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