Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2012

18:46 Uhr

Wissenswert

Ohne Banken kein Wohlstand

VonOlaf Storbeck

Yale-Professor und Bestsellerautor Robert Shiller spricht sich für ein modernes und demokratisches Finanzsystem aus. Der Staat könne der Branche Nachhilfe erteilen und somit die Lebensbedingungen der Menschen verbessern..

Bestsellerautor und Wirtschaftsprofessor Robert Shiller bricht eine Lanze für den modernen Finanzkapitalismus. Reuters

Bestsellerautor und Wirtschaftsprofessor Robert Shiller bricht eine Lanze für den modernen Finanzkapitalismus.

ChicagoGegen den Strom zu schwimmen, damit hat Robert Shiller Erfahrung. Ende der 90er-Jahre, auf dem Höhepunkt des Börsenfiebers, warnte der Yale-Professor in seinem Bestseller „Irrationaler Überschwang“ als einer von wenigen vor der massiven Überbewertung der Aktienkurse. Ein Börsenkollaps sei nur eine Frage der Zeit. Früher als die meisten seiner Kollegen warnte Shiller später auch vor der Spekulationsblase auf dem US-Immobilienmarkt.

Jetzt widerspricht Shiller wieder einmal einer Mainstream-Position. Er bricht eine Lanze für den modernen Finanzkapitalismus, der im Zuge der Krise massiv in die Kritik geraten ist. Ohne das heutige Bankensystem würde es unseren wirtschaftlichen Wohlstand so nicht geben, argumentiert Shiller in einem Buch, das im März unter dem Titel „Finance and the Good Society“ bei Princeton University Press auf den Markt kommt. Auf der Jahrestagung der American Economic Association in Chicago gab Shiller jetzt einen Vorgeschmack auf sein neues Werk. „Den meisten Menschen ist nicht bewusst, welch große Rolle Finanzinnovationen für unser Leben spielen,“ lautet seine These.

So seien zum Beispiel die Anstiege bei der Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur medizinischen Fortschritten zu verdanken - sondern auch Finanzinnovationen, durch die erst das Geld für Medizin-Forschung zur Verfügung gestellt worden sei.

Statt das Finanzsystem einzudämmen, spricht sich Shiller für dessen Weiterentwicklung und Modernisierung aus. „Wir müssen es fairer, menschlicher und effizienter gestalten“, fordert der Ökonom. „Wir brauchen eine Demokratisierung des Finanzsystems.“

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Kea

09.01.2012, 19:00 Uhr

Die Banken sind ja nicht das Problem; es sind die Investmentbanken als Vorbereiter undurchsichtiger Produkte, Hedgefonds, Investmentgesellschaften (Versicherungen ...) und so weiter und so fort.

Deshalb muss wieder getrennt werden, ganz so wie's schon mal gewesen ist! Und wer sich verzockt, wird nicht gerettet, nicht geschützt. Nur der Knast, der muss für alle her!

www.steuerembargo.co.de

09.01.2012, 19:26 Uhr

"Ohne das heutige Bankensystem würde es unseren wirtschaftlichen Wohlstand so nicht geben"
Ganz richtig, SO nicht, sondern besser! Einfach lächerlich diese Scharlatane mit gesponserter Professur!

Account gelöscht!

09.01.2012, 19:28 Uhr

Die Banken in der derzeitigen Form sind das Problem. Sie sind die Werkzeuge der Machthaber um die Schere zwischen arm und reich auseinanderzusprengen. Und sie haben Erfolg damit.


"Was ist der Überfall auf eine Bank gegen die Gründung einer Bank?"

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×