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19.04.2012

20:52 Uhr

Wissenswert

Warum hohe Benzinpreise gut für uns sind

VonOlaf Storbeck

Um zehn Prozent sind die Benzinpreise seit Jahresbeginn gestiegen. Viele Verbraucher haben Angst vor einer neuen Ölkrise. Diese Sorge ist jedoch unbegründet: Deutschland könnte sogar von den hohen Ölpreisen profitieren.

Derzeit zahlen viele Autofahrer mehr als je zuvor an der Zapfsäule. dpa

Derzeit zahlen viele Autofahrer mehr als je zuvor an der Zapfsäule.

LondonEs ist ein neuer Rekord in der 126-jährigen Geschichte des Automobils: Um die 1,72 Euro müssen deutsche Autofahrer an vielen Tankstellen für einen Liter Superbenzin bezahlen – so viel wie nie zuvor. Allein seit Jahresbeginn sind die Preise um zehn Prozent gestiegen. Den Autofahrern treibt das „Benzinpreis-Drama“ (ADAC) Zornesröte ins Gesicht.

Aber wie gefährlich ist diese Entwicklung für die Konjunktur? Droht womöglich gar eine neue Ölkrise wie in den 70er-Jahren?

Ein dreiköpfiges Forscherteam um Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen gibt in einer neuen empirischen Studie Entwarnung: Denn längst nicht jeder Öl- und Benzinpreisschock hat die gleichen negativen Folgen für die Konjunktur. Die für die deutsche Gesamtwirtschaft enorm wichtige Exportindustrie profitiert sogar nicht selten von höheren Ölpreisen.

Basis der Forschungsarbeit ist eine detaillierte Analyse von Daten über Angebot und Nachfrage auf dem globalen Öl-Markt, der Entwicklung der Weltwirtschaft und der deutschen Konjunktur zwischen 1973 und 2011. Dabei zeigt sich: Die Konjunktur-Effekte höherer Treibstoffpreise stehen und fallen damit, welche Ursachen den Sprit teurer machen – Ölpreisschock ist längst nicht gleich Ölpreisschock.

Kommentar zur Benzinpreis-Debatte: Das Gejammer senkt keine Preise

Kommentar zur Benzinpreis-Debatte

Das Gejammer senkt keine Preise

Tanken ist in Deutschland wieder rekordverdächtig teuer und viele beginnen reflexartig mit dem Jammern und Schuldzuweisen. Doch die Aufregung ist nur schwer zu verstehen. Denn es gibt einen einfachen Ausweg.

Auf ganzer Linie gefährlich für die Wirtschaft wird es nur dann, wenn es wie in den 70er-Jahren zu Produktions- oder Lieferengpässen auf dem Ölmarkt kommt. Dann leidet nicht nur der private Konsum, auch die Investitionen und die Exporte kommen unter die Räder. Innerhalb der ersten eineinhalb Jahre kostet solch ein Angebotsschock im Schnitt 1,5 Prozentpunkte Wirtschaftsleistung. Doch die gute Nachricht ist: Solche Ölpreisschocks hat es in den vergangenen zehn Jahren nicht mehr gegeben. Seit 2002 war es laut Studie nahezu ausschließlich die steigende Weltnachfrage nach Öl, die die Preise in die Höhe getrieben hat.  

Kommentare (35)

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Account gelöscht!

19.04.2012, 21:09 Uhr

...na, dann können doch auch noch direkt die Mineralölsteuer und vielleicht auch wieder die Märchensteuer erhöht werden... ...muß dann ja auch kaum Auswirkungen haben...

Sven0

19.04.2012, 21:28 Uhr

Ich verkaufe Dienstleistungen an normale deutsche Bürger und Jugendliche. Bei denen ist aber weniger in der Brieftasche wenn der Spritpreis hoch ist, da kann die Konjunktur noch so boomen, ergo verkaufe ich weniger und habe selbst noch hohe Spritpreise zu zahlen. Profitieren können also nur - wenn überhaupt - Großkonzerne.

weltbuerger

19.04.2012, 21:29 Uhr

wass für ein sinnloser Beitrag... feuert den journalisten, mit dem kommt ihr net weit

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