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21.08.2012

19:00 Uhr

Wissenswert

Wie man faulen Lehrern auf die Sprünge hilft

VonMalte Buhse

Zuckerbrot und Peitsche: Unter Disziplinarauflagen können Lehrer mehr leisten. US-Forscher bewiesen nun, dass man ihnen bei schwachen Leistungen der Schüler das Gehalt kürzen sollte, um einen Anreiz zu schaffen.

Lehrer können mehr leisten, wenn man die Anreize nur richtig setzt. dpa

Lehrer können mehr leisten, wenn man die Anreize nur richtig setzt.

KölnAuf dem Papier sieht alles so einfach aus: Wenn Lehrer für gute Leistungen ihrer Schüler ein Extragehalt bekommen, machen sie einen besseren Unterricht, predigen Bildungsökonomen seit Jahren. In Studien und Modellen schwärmen sie von den segensreichen Wirkungen einer leistungsabhängigen Lehrerbezahlung. Die Pädagogen nähmen sich für schwächere Schüler mehr Zeit und der Beruf würde für talentierte Studenten attraktiver.

Das Problem: In der Realität scheitert die schöne ökonomische Theorie oft. US- Schulen haben die Bonuszahlungen für Lehrer bereits eingeführt - besser wurden die Schüler dadurch nicht.

Eine Forschergruppe um den Harvard-Ökonomen Roland Fryer glaubt jetzt herausgefunden zu haben, wie die Theorie auch in der Realität funktionieren kann: Statt Lehrer mit der Aussicht auf einen fetten Bonus zu locken, sollte man ihnen lieber androhen, Geld wegzunehmen.

Die Ökonomen arbeiteten für ihre Studie mit neun Schulen in der Stadt Chicago Heights zusammen und konnten so die Wirkungen von Lehrerboni in einem Experiment messen. Jedem Lehrer boten sie an, bis zu 8000 Dollar zu zahlen, wenn die Schüler bei einem Vergleichstest gut abschneiden. Nicht alle Lehrer wollten bei dem Experiment mitmachen, daher hatten die Forscher gleich eine passende Kontrollgruppe und konnten messen, ob Lehrer mit oder ohne Prämie die besseren Schüler ausbilden.

Einigen Pädagogen schlugen die Ökonomen einen besonderen Deal vor: Sie zahlten ihnen schon am Beginn des Schuljahres 4000 Dollar. Wenn ihre Schüler eine vorgegebene Punktzahl beim Vergleichstest erreichten, durften die Lehrer das Geld behalten. Waren die Schüler schlechter, mussten die Pauker die Prämie wieder zurückzahlen.

Als die Forscher die Testergebnisse am Schuljahresende auswerteten, kamen sie zu überraschenden Ergebnissen. Schüler, deren Lehrer erst nach dem Test ausgezahlt wurden, erreichten nicht mehr Punkte als diejenigen in der Kontrollgruppe, in der die Lehrer keine Prämien erhielten.

Doch eine Schülergruppe war in dem Test besonders stark: Diejenigen, die von Lehrern unterrichtet wurden, denen die Forscher schon vor dem ersten Schultag 4000 Dollar gezahlt hatten.

Kommentare (24)

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bjarki

21.08.2012, 19:18 Uhr

Blos nicht, dann werden in Deutschland über 98% der Lehrer entlassen. Diese Exemplare sind verantwortlich für unsere O Bock Jugend und das was da noch kommt. Aber eine Bereinigung der Deutschen Disaster Lehrerschaft(DDL) wäre es schon.

Account gelöscht!

21.08.2012, 19:34 Uhr

Wo soll denn so ein Konzept hinführen?

- der Lehrer wäre durch Schüler erpressbar (wenn.... dann versagen wir Schüler und der Lehrer wird bestraft)

- die Lehrer würden mogeln wo es nur geht

- wenn die absolute Leistung in Vergleicharbeiten gemessen wird, wäre das bei leistungsheterogenen Klassen unfair (jeder Lehrer will die guten Klassen)

Und wenn hier schon die Rede von faulen Lehrern (98% ?) ist kann man sich auch über
-> die faulen Eltern, die Ihre Kinder nicht mehr erziehen
-> die faulen Schüler
-> die faulen Politiker, die seit Jahrzehnten Geld für Bildung einsparen

unterhalten.


Account gelöscht!

21.08.2012, 19:50 Uhr

Kein vernünftiger Mensch wird in der BRD bei den lächerlichen Lehrer-Gehältern Lehrer, egal ob Almosen-Boni dazu kommen oder nicht. Ein Junganwalt startet heute mit 27 Jahren mit 150 T€ Jahresgehalt, ein Lehrer verdient selbst mit 20 Jahren Berufserfahrung nur einen Bruchteil davon.

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