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01.08.2014

15:07 Uhr

WTO-Verhandlungen gescheitert

Indien lässt Hoffnung auf freien Welthandel platzen

Die Hoffnungen waren groß: Vom ersten globalen Handelsabkommen im Rahmen der WTO sollten enorme Wachstumsimpulse ausgehen. Doch zumindest der Startversuch geriet zu einer traurigen Niederlage.

„Wir waren nicht in der Lage, eine Lösung zu finden, mit der wir den Graben hätten überbrücken können“, erklärte WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo bei der entscheidenden Sitzung des WTO-Generalrates in Genf. AFP

„Wir waren nicht in der Lage, eine Lösung zu finden, mit der wir den Graben hätten überbrücken können“, erklärte WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo bei der entscheidenden Sitzung des WTO-Generalrates in Genf.

GenfAm Widerstand Indiens ist das erste globale Abkommen über Handelserleichterungen in der fast 20-jährigen Geschichte der Welthandelsorganisation (WTO) bis auf weiteres gescheitert. Die Frist zur Unterzeichnung eines Protokolls, mit dem entsprechende Vereinbarungen der Welthandelskonferenz auf Bali vom Dezember 2013 besiegelt werden sollte, ließ die Regierung Indiens in der Nacht zum Freitag verstreichen. Mangels Konsens können nun ein Abkommen über Handelserleichterungen (TFA) sowie die weiteren Teile des „Bali-Pakets“ nicht in Kraft treten.

„Wir waren nicht in der Lage, eine Lösung zu finden, mit der wir den Graben hätten überbrücken können“, erklärte WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo bei der entscheidenden Sitzung des WTO-Generalrates in Genf vor den Vertretern der 160 Mitgliedsstaaten. Vergeblich hatten US-Außenminister John Kerry und die US-Handelsministerin Penny Pritzker kurz zuvor bei Gesprächen in Neu Delhi versucht, Indiens neue nationalkonservative Regierung umzustimmen.

Die wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

Platz 10

Norwegen (Vorjahr: 6.)

Platz 9

Dänemark (Vorjahr: 12.)

Platz 8

Vereinigte Arabische Emirate (Vorjahr: 8.)

Platz 7

Kanada (Vorjahr: 7.)

Platz 6

Deutschland (Vorjahr: 9.)

Platz 5

Schweden (Vorjahr: 4.)

Platz 4

Hong Kong (Vorjahr: 3.)

Platz 3

Singapur (Vorjahr: 5.)

Platz 2

Schweiz (Vorjahr: 2.)

Platz 1

USA (Vorjahr: 1.)

Quelle

IMD World Competitiveness Ranking 2014

Indien und einige wenige Unterstützer - darunter Kuba, Venezuela und Bolivien - waren zwar im WTO-Generalrat isoliert. Jedoch können wichtige Beschlüsse der Organisation nur in Kraft treten, wenn alle WTO-Staaten sie absegnen. Die USA „bedauern, dass eine Handvoll Mitglieder sich entscheiden haben, ihre Zusagen nicht zu erfüllen“, die sie auf Bali gegeben hätten, erklärte der US-Handelsbeauftragte Michael Froman.

Kommentare (3)

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Herr Arno Nym

01.08.2014, 17:58 Uhr

"Das „Bali-Paket“ sieht neben Unterstützung für arme Länder vor allem Handelserleichterungen durch den Abbau von Zollformalitäten und anderer Hemmnisse für den Warenaustausch vor. Damit könnten nach Einschätzung der Internationalen Handelskammer (ICC) Wachstumsimpulse im Umfang von bis zu einer Billion Dollar freigesetzt und 21 Millionen neue Arbeitsplätzen geschaffen werden."

Ja nee, is klar. Allein durch den Abbau von Zollformalitäten spriessen ja bekanntlich die Geldscheine nur so aus den Geldbörsen von Verbrauchern, so dass diese mehr ausgeben als vorher, und natürlich verdienen auch Unternehmer jetzt mehr und stecken all ihr zusätzliches Geld wieder in neue Arbeitsplätze. Aber gut, die Sülze kommt uns bekannt vor, betreffend das Freihandelsabkommen mit den USA wird dem gemeinen Medienopfer das gleiche eingetrichtert. Die Masse wird´s schon glauben.

Frau Ich Kritisch

01.08.2014, 19:27 Uhr

Wie kann man ein Handelsabkommen als etwas Gutes bezeichnen, dass es den teilnehmenden Staaten verbietet dafür zu sorgen, dass seine Bürger nicht verhungern?

Die USA bekommen zunehmend ein Problem - kein Staat will seine Chlorhähnchen. Wie soll denn da das BIP der USA noch steigen? Die Amis selbst können bald nicht noch mehr konsumieren, die sind eh fast alle schon viel zu fett :-)

Herr Peter Spiegel

01.08.2014, 19:35 Uhr

Die Inder wollen die Ärmsten des Landes nicht verhungern lassen. Als EU und Ami Fan bin ich enttäuscht. Hunger für die Freiheit, daß ist doch zumutbar.

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