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22.03.2013

12:44 Uhr

Stefan Raab über Unterhaltung und Politik

„Provokation ist gut, aber dann muss man Leistung liefern“

VonClaudia Panster, Georg Watzlawek

ExklusivMit dem Kanzlerduell strebte die Allzweckwaffe Stefan Raab auch auf die politische Bühne. Im Gespräch mit dem Handelsblatt verriet er, was ihn treibt. Lesen Sie hier das Gespräch aus dem März 2013.

Stefan Raab Valery Kloubert für Handelsblatt

Stefan Raab

Herr Raab, sie haben mal gesagt, Politik auf Pro7 sei so selten wie gute Unterhaltung in der ARD. Eigentlich hat das keinen gestört, jetzt machen Sie mit „Absolute Mehrheit“ eine politische Talkshow. Warum?
Dass ich eine politische Sendung mache, ist doch nichts Neues. Die erste erfolgreiche politische Talksendung haben wir schon 2005 gemacht, mit „TV total Bundestagswahl“.

Das war ein Ausflug in das Genre, aber nun ein eigener Politik-Talk?
Jetzt ist Wahljahr, wann sollten wir es versuchen, wenn nicht jetzt? Zum Glück habe ich bei Pro7 mutige Mitstreiter gefunden, weil das natürlich für einen Privatsender ein ungewöhnliches Unterfangen ist. Aber wir haben Spaß, der Sender hat Spaß.

Der Vorschlag von Edmund Stoiber, Sie für das TV-Duell der Kanzlerkandidaten zu nominieren, war für Sie da sicher willkommene PR …
Mit diesem Vorschlag konnten wir wirklich nicht rechnen. Eigentlich bin ich ja immer selbst Spielmacher. Dieses Mal musste ich die Flanke nur noch reinhauen. Aber ich bin auch als Torjäger bereit, verantwortungsvoll zu handeln.

Die Zuschauer erwarten von ihnen aber mehr. Welche Akzente werden Sie beim Kanzler-Duell setzen?
Ich werde mich mannschaftsdienlich verhalten. Mehr kann ich noch nicht sagen, die Gespräche beginnen erst.

Aber Sie werden sich doch von den anderen Moderatoren absetzen wollen …
Ganz ehrlich, ich bin gedanklich noch nicht ins Detail vorgedrungen. Ich muss erst mal mit den Kollegen sprechen. Ich habe mir das letzte Duell schon mal im Internet angeguckt. Da war nichts dabei, was mich intellektuell überfordert hätte.

Sie wollen also angreifen?
Ich versuche, zu machen, was ich für richtig halte. Aber klar ist schon mal, dass der Rahmen begrenzt ist. Wir sind vier Leute, alle wollen Fragen stellen. Ich trete nicht an, um den Rahmen dermaßen zu sprengen, dass die Kandidaten das Studio fluchtartig verlassen.

So lief das Interview

Ein gut gelaunter Moderator

Stefan Raab hat sich zwei Stunden für das Interview Zeit genommen. Am Vortag hatte der FC Köln gewonnen, daher empfängt er uns gut gelaunt um 11.30 Uhr, sein Arbeitsbeginn. Nach dem Gespräch geht er in die Witzekonferenz und weitere Besprechungen, am Nachmittag zeichnet er seine tägliche Show „TV total“ auf.

Arbeitsort Mülheim

Stefan Raabs Büro und die Produktionsfirma Brainpool befindet sich in der Schanzenstraße in Köln-Mülheim, dem Medienviertel der Stadt. Das Büro ist groß,  ein wenig chaotisch. Und es spiegelt Raabs Karriere.

Der Musiker

Hinter dem Schreibtisch, stehen zwei Gitarren, links ein Keyboard, auf einem Sideboard rechts reiht sich ein Saiteninstrument neben das andere. Daneben spielt er auch Schlagzeug und ein wenig Saxophon. Alles nicht perfekt, aber für die Bühne reicht es.

Der Showmaster

An der Wand hängt ein Plakat seines Boxkampfes gegen die frühere Weltmeisterin Regina Halmich, außerdem Fotos mit Gästen aus seinen Sendungen. Kylie Minogue ist dabei, Lionel Richie auch. Raab sitzt an seinem Schreibtisch. Schräg hinter ihm hängt ein Filmplakat von „Didi — Der Doppelgänger“.

Umziehen für den Fotografen

Beim Interview trägt Raab, blaues T-Shirt, Jeans, Sneakers. Für die anschließende Fotosession geht er zum langen Garderobenständer in seinem Büro und verwandelt sich in den Raab, den man kennt: weißes T-Shirt, darüber ein hellblaues Hemd und ein schwarzes Sakko.

Der Medienprofi

Raab hat etwas zu erzählen. Er will für seine Politshow werben, unter Beweis stellen, dass er auch das ernste Fach beherrscht. Geduldig beantwortet er jede Frage, wenn sie sich nicht gerade auf sein Privatleben bezieht.

Die Abstimmung

Wie in Deutschland üblich wurde auch dieses Interview zur Abstimmung vorgelegt. Doch Raab steht zu dem, was er gesagt hat. Nur an zwei Stellen greift er inhaltlich ein, nimmt zwei Adjektive heraus. Weil das, was mündlich im witzigen Ton gut herüberkommt, auf Papier nur noch arrogant wirkt. Welche Stellen das waren? Raten Sie selbst.

Gibt es Themen, die Sie besonders beschäftigen?
Ja.

Und?
Das sage ich, wenn es soweit ist.

Was würden Sie am Konzept gerne ändern?
Ich werde den Teufel tun und sagen, „Ihr habt da die ganze Zeit nur Mist gemacht und ich weiß genau, wie es geht“. Man muss sich schon mit den Kollegen arrangieren. Ich möchte da keinen aus der Tradition herausprügeln. Aber grundsätzlich denke ich immer darüber nach, wo es Optimierungspotenzial gibt und bin bereit, Vorschläge zu machen.

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