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04.01.2017

09:17 Uhr

Syrien-Konflikt

Ein gefährliches Spiel

Russland und die Türkei wollen Syriens Konfliktparteien zu neuen Friedensverhandlungen zusammenbringen. Doch das Misstrauen zwischen den Gegnern sitzt tief. Die Rebellen brechen alle Gespräche ab.

Die inzwischen dritte landesweite Waffenruhe ist laut der Syrischen Beobachtungstelle für Menschenrechte wieder einmal gebrochen worden dpa

Krieg in Syrien

Die inzwischen dritte landesweite Waffenruhe ist laut der Syrischen Beobachtungstelle für Menschenrechte wieder einmal gebrochen worden

DamaskusDie Türkei hat den Iran aufgefordert, die geplanten Syrien-Friedensgespräche nicht zu gefährden. Die Regierung in Teheran müsse Druck auf Syriens Machthaber Baschar al-Assad und die auf seiner Seite kämpfenden schiitischen Milizen ausüben, damit die Feuerpause in dem Bürgerkriegsland nicht immer wieder gebrochen werde, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Mittwoch. „Wenn wir die zunehmenden Verletzungen der Waffenruhe nicht stoppen, könnte das den Astana-Prozess durchkreuzen“, sagte Cavusoglu im Gespräch mit der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Türkei habe mehrere Verletzungen der landesweiten Feuerpause festgestellt, sagte Cavusoglu weiter. Dafür mache er vor allem schiitische Gruppen wie die vom Iran unterstützte libanesische Miliz Hisbollah und die syrische Regierung verantwortlich.

Erst am Freitag war zum dritten Mal innerhalb von zwölf Monaten eine landesweite Waffenruhe in Kraft getreten, die den Weg ebnen sollte zu Verhandlungen zwischen der Regierung und ihren Gegnern. In der kasachischen Hauptstadt Astana sollen sich beide noch in diesem Monat treffen – so zumindest der Plan Russlands und der Türkei, der mittlerweile wichtigsten Schutzmächte der Kriegsparteien.

Doch ob sich demnächst tatsächlich syrische Unterhändler auf den Weg nach Zentralasien machen, ist einmal mehr ungewiss, seitdem mehrere wichtige Rebellenmilizen am Montagabend sämtliche Gespräche zur Vorbereitung des Treffens in Astana auf Eis gelegt haben. Sie beschuldigen Syriens Armee und mit ihr verbündete schiitische Milizen, die Waffenruhe immer wieder gebrochen zu haben.

Tatsächlich meldeten Aktivisten in den vergangenen Tagen Kämpfe in verschiedenen Gebieten, auch wenn die Gewalt insgesamt zurückgegangen ist. Nach Zählung der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben seit Freitag elf Zivilisten, darunter eine schwangere Frau. Alle seien durch Angriffe des Regimes getötet worden, sagt der

Leiter der Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman. Er macht die regierungstreuen Truppen auch für die Mehrheit der Verstöße gegen die Waffenruhe verantwortlich. Seine Informationen bezieht die in England sitzende Beobachtungsstelle von mehr als 200 Aktivsten im ganzen Land, die täglich Angriffe, Gefechte und Opferzahlen melden.

Zu Angriffen und Gefechten kam es vor allem in einem von Rebellen gehaltenen Tal nordwestlich der Hauptstadt Damaskus, das große strategische Bedeutung besitzt: Von Wadi Barada aus werden Millionen Menschen in Damaskus mit Frischwasser versorgt. Nachdem die Regierungstruppen eine Offensive begonnen hatten, wurde vor fast zwei Wochen die Wasserversorgung der Hauptstadt unterbrochen.

Kommentare (2)

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Herr Bernhard Ramseyer

03.01.2017, 17:52 Uhr

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, (englisch Syrian Observatory for Human Rights; SOHR) ist eine in Großbritannien ansässige Organisation, die in Opposition zur Baath-Regierung in Syrien steht und Informationen über Menschenrechtsverletzungen in dem Land sammelt und veröffentlicht.

Die SOHR wird von Osama Suleiman (Synonym: „Rami Abdul Rahman“ oder „Rami Abdelrahman“ geschrieben), einem syrischstämmigen sunnitischen Muslim und Eigner eines Bekleidungsgeschäftes, aus seinem Privathaus in Coventry in England unterhalten. (wikipedia)
Er ist Leiter dieser Ein-Mann-Beobachtungsstelle in England. Daran sollte man immer denken.

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03.01.2017, 17:56 Uhr

 
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