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Special

07.11.2016

19:15 Uhr

Battleground States

Die umkämpften Staaten von Amerika

Am Tag vor der Wahl eilen Hillary Clinton und Donald Trump von Termin zu Termin. Im Fokus: die Battleground States. Wie ist dort die Lage? Und wie könnte der Weg zum Sieg für beide Kandidaten aussehen? Ein Überblick.

Endspurt in der US-Wahl

Hier ist die Wahl bereits entschieden

Endspurt in der US-Wahl: Hier ist die Wahl bereits entschieden

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WashingtonNach dem Quasi-Freispruch für Hillary Clinton in der E-Mail-Affäre ist die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten mit neuem Schwung in den Vortag der Wahl gestartet. Am Montag plante Clinton noch einmal vier Wahlkampfauftritte in den Bundesstaaten, in denen sich in den Umfragen noch keine Mehrheit für sie oder ihren republikanischen Herausforderer Donald Trump gezeigt hat. Als Höhepunkt steht am Abend ein Auftritt in Philadelphia, Pennsylvania, an der Seite ihres Mannes Bill Clinton, Präsident Barack Obama, seiner Frau Michelle und Rockstars wie Bruce Springsteen und Jon Bon Jovi an.

Zudem ist Clintons Parteifreund Obama unterwegs, an diesem Montag steht unter anderem Michigan und New Hampshire auf dem Plan. Auch Trump ist in einem letzten Kraftakt unterwegs. Allein ab Sonntagnachmittag hielt der Unternehmer in Michigan, Pennsylvania und Virginia Wahlkampfreden. Darüber hinaus stehen Stopps in Florida und North Carolina an.

Aktuelle Umfragen sehen Clinton USA-weit in Führung, das Portal Realclearpolitics etwa sieht die Demokratin im Schnitt mit zwei Punkten vorne. Die Wahrscheinlichkeit, dass Clinton gewinnt, schätzt der Statistik-Guru Nate Silver auf 65,5 Prozent ein, einen Trump-Sieg auf 34,5 Prozent.

Swing State Florida: Der geteilte Sonnenstaat

Swing State Florida

Premium Der geteilte Sonnenstaat

In Florida könnte sich die US-Wahl entscheiden. Der Bundesstaat ist politisch zerrissen. Während im Süden die Exil-Kubaner zu den Demokraten überlaufen, halten im Norden wütende weiße Rentner zu Trump. Ein Ortsbesuch.

Letztlich kommt es aber auf die Battleground States an. In einigen wenigen Staaten hatte sich wegen der negativen Schlagzeilen über Clinton das Gewicht zuletzt etwas zugunsten von Trump verschoben, seit dem Wochenende scheint jedoch Clinton wieder Schwung bekommen zu haben.

Die umkämpften Staaten stehen deshalb so im Fokus, weil die Amerikaner ihren Präsidenten nur indirekt wählen. Entscheidend ist am Ende nicht die absolute Stimmenzahl, sondern die Zahl der Wahlmänner, die stellvertretend den Präsidenten wählen. Der Kandidat, der am Wahltag einen Bundesstaat gewinnt, erhält alle Wahlmänner dieses Staates zugesprochen. Die Anzahl richtet sich nach der jeweiligen Bevölkerungszahl. Die meisten Wahlmännerstimmen – 55 – hat Kalifornien zu vergeben, das seit Jahrzehnten eine sichere Bank für die Demokraten ist. Dahinter folgt Texas, das traditionell republikanisch wählt, mit 38 Stimmen.

Die benötigte Mehrheit im Wahlmännergremium liegt bei 270. Clinton hat einen Tag vor der Abstimmung laut Realclearpolitics 203 Wahlmänner sicher, Trump 164. Insgesamt 171 Stimmen aus den Battleground States seien aber noch nicht zuzuordnen.

Wahlnacht in Washington: Wie die deutschen TV-Sender berichten

ARD

Nach den „Tagesthemen“ führen Susan Link und Matthias Opdenhövel ab 22.45 Uhr durch „Die US-Wahlnacht im Ersten“. Die ganze Nacht über soll WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn Analysen und die neuesten Zahlen aus den USA liefern - zusammen mit Infratest Dimap und amerikanischen Partnern. Im Studio kommentieren Amerika-Kenner wie Cathryn Clüver von der Harvard University, Erik Kirschbaum, Deutschland-Korrespondent der Agentur Reuters in Berlin, und Klaus Scharioth, ehemaliger Staatssekretär für Sicherheits- und Verteidigungspolitik, das Wahlergebnis.

Mit eigenen Gesprächsrunden ist Sandra Maischberger Teil der Sendung (ab 22.45 Uhr: unter anderem mit Schauspieler Hannes Jaenicke und „Spiegel“-Journalist Markus Feldenkirchen). In Berlin spricht Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, mit deutschen Politikern wie Wolfgang Schäuble und Sigmar Gabriel über die Auswirkungen der Wahl. In den USA sind Ina Ruck, Sandra Ratzow, Stefan Niemann und Markus Schmidt unterwegs, etwa in Washington, New York sowie in den entscheidenden Swing States - etwa in Florida oder Ohio. Auch am Mittwochabend behält das Erste das Thema US-Wahlkampf im Blick, mit dem sich unter anderem ein „Brennpunkt“ um 20.15 Uhr befasst.

ZDF

Für das ZDF führen Bettina Schausten, Matthias Fornoff, Christian Sievers und Eva-Maria Lemke ab 0.15 Uhr durch „Die Nacht der Entscheidung“ live aus Berlin und Washington. Dutzende Gäste aus Politik, Wirtschaft, Sport, Wissenschaft und Kultur hat das ZDF angekündigt.

Das Moderationsteam begrüßt unter anderen den US-Botschafter John Emerson, den ehemaligen deutschen Botschafter in Washington und Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Norbert Röttgen, den Chef von Ford Deutschland, Bernhard Mattes, den Schauspieler Walter Sittler, der auch einen US-Pass besitzt, sowie den in den USA geborenen ZDF-Moderator Steven Gätjen.

In Washington sollen Studioleiter Ulf Röller und Matthias Fornoff, Leiter der ZDF-Politikredaktion, die Entwicklungen des Abends einordnen. Auch aus New York und Kalifornien berichten laut ZDF die ZDF-Reporter und damit über die vielen Zeitzonen der USA hinweg. Das ZDF rechnet mit der Veröffentlichung der ersten Prognosen und Ergebnisse ab 1.00 Uhr deutscher Zeit.

Am Mittwoch bringt das ZDF um 19.25 Uhr ein „ZDF spezial“ zur Wahl mit Matthias Fornoff, um 21.45 Uhr meldet sich Claus Kleber mit dem „heute-journal“ live aus Washington.

RTL

Der private Marktführer klinkt sich um Mitternacht mit dem „Nachtjournal“ in die Berichterstattung aus den USA ein. Maik Meuser und Peter Klöppel moderieren durch die „Nacht der Entscheidung“, schalten dabei ins RTL-Wahlstudio, in dem Kloeppel über die ersten einlaufenden Ergebnisse aus den Ostküsten-Staaten informiert.

Das RTL-Frühmagazin beginnt bereits um 4.00 Uhr mit einem Schwerpunkt zur US-Wahl. Auch hier soll Kloeppel aus dem RTL-Wahlstudio zugeschaltet werden, in dem er - basierend auf den Zahlen der großen amerikanischen Networks - alle Ergebnisse und Reaktionen präsentieren will.

Im Laufe des Mittwochs berichten auch die Nachrichtensendungen „Punkt 12“, „RTL Aktuell“ und wiederum das „Nachtjournal“ schwerpunktmäßig über das Ergebnis und die Folgen für Amerika und die Welt.

SAT.1

Der Privatsender steigt mit einer „Akte Spezial“-Ausgabe mit Ulrich Meyer in die Wahlberichterstattung ein und berichtet ab 22.15 Uhr unter anderem über den kontrovers diskutierten Kandidaten Trump. Um 23.10 Uhr folgt die „Focus-TV-Reportage“ mit einem Bericht über Trumps Anhänger. Um 3.05 Uhr melden sich die Nachrichten mit den bis dahin vorliegenden Ergebnissen. Das „Sat.1-Frühstücksfernsehen“ geht bereits um 4.55 Uhr live auf Sendung. Im weiteren Tagesverlauf gibt es Nachrichten-Sondersendungen um 11.55 Uhr, 13.55 Uhr und 16.55 Uhr bis zur Hauptausgabe der „Sat.1 Nachrichten“ um 19.55 Uhr.

N-TV

Der Nachrichtensender stimmt schon frühzeitig auf die Wahlnacht ein und bringt um 19.05 Uhr die Reportage „Skurriles Amerika: Essen der Extreme“, danach folgen weitere Reportagen, bis ab Mitternacht ein langes „News Spezial“ zum Kampf ums Weiße Haus beginnt.

N24

Auch Konkurrent N24 startet das Programm zur Wahl frühzeitig mit einem Live-Bericht ab 18 Uhr, es folgen Reportagen, zum Beispiel um 21.05 Uhr rund um den Secret Service, die Personenschützer des Präsidenten und die Air-Force-One-Maschine, bis es um 0.10 Uhr live weitergeht.

3SAT

Der Gemeinschaftssender von ARD, ZDF, ORF und SRG übernimmt ab 23.45 Uhr das Signal des österreichischen ORF mit den Moderatoren Nadja Bernhard und Tarek Leitner. Aus Washington liefert Armin Wolf live Ergebnisse und Analysen.

Phoenix

Der Nachrichten- und Ereigniskanal läutet sein Wahlprogramm um 18.30 Uhr mit dem Bericht „Die Macht hinter dem Präsidenten“ ein, es folgen Reportagen wie „Die Ostküste der USA“ (20.15 Uhr) oder „Verrücktes Portland“ (21 Uhr), dann die Diskussion „Der Tag“ (23 Uhr), bevor um Mitternacht die Live-Berichterstattung aus den USA losgeht.

Somit entscheidet sich die US-Präsidentschaftswahl in wenigen Staaten, die in der Vergangenheit mal für die eine, mal für die andere Partei gestimmt haben. Die „New York Times“ hat insgesamt 1024 Pfade zum Sieg ermittelt: 693 für Hillary Clinton und 315 für Donald Trump. Beim Rest könnte es auf Unentschieden herauslaufen – unwahrscheinlich, aber möglich. In einem solchen Fall müsste der Kongress dann entscheiden.

Besonders wichtig sind dabei am Dienstag fünf Staaten: Florida, Pennsylvania, North Carolina, Colorado und New Hampshire. Wie könnten Clinton und Trump über Siege in diesen Staaten am Dienstag den Gesamtsieg holen? Hier die zwei meist diskutierten Modelle:

Clinton: Zentral für den Wahlausgang ist Florida. Gewinnt Clinton dort, reicht ihr ein Sieg in Pennsylvania PLUS in North Carolina ODER Virginia ODER Wisconsin ODER Colorado. Verliert Clinton in Florida, braucht sie Pennsylvania UND North Carolina UND Virginia UND Wisconsin, hätte aber auch noch andere Möglichkeiten.

Trump: Sein direktester Weg wären Siege in Florida, Pennsylvania, Ohio und North Carolina ODER Virginia. Gelingt das so nicht, wird es kompliziert. Dann kommen auch Wisconsin, Colorado und Iowa ins Spiel.

US-Wahl

New Yorker nervt die Wahl

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