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Special

16.11.2016

07:45 Uhr

Chaos in Trumps Helferteam

Reich, schön, unerfahren

VonAxel Postinett

Die Kinder, der Schwiegersohn, ein schrulliger Internet-Millionär: Donald Trumps Übergangsteam hat viele Talente. Aber eines ist Mangelware: politische Erfahrung. Ein wichtiger Berater im Team hat schon aufgegeben.

Hier sind Trumps Ehefrau Melania, Tochter Ivanka und die Söhne Eric Trump and Donald Trump Jr. (v.l.) zu sehen. Sind die Kinder die ideale Besetzung für sein Team? AFP; Files; Francois Guillot

Der Trump-Clan

Hier sind Trumps Ehefrau Melania, Tochter Ivanka und die Söhne Eric Trump and Donald Trump Jr. (v.l.) zu sehen. Sind die Kinder die ideale Besetzung für sein Team?

San FranciscoDer Übergang der präsidialen Macht in den USA ist bis ins Detail geregelt. Der amtierende Präsident muss schon im Vorfeld des Wahltags ein Übergangsteam einsetzen, um dem Team seines möglichen Nachfolgers schon vor dem Wahltag Unterstützung zukommen zu lassen. Der Neue muss wissen, was auf ihn zukommt, Abläufe und Protokolle kennen und nicht zuletzt gilt es, tausende Positionen in Regierung, Verwaltung und den verschiedenen Agenturen neu zu besetzen oder im Amt zu bestätigen. Viele davon müssen vom Senat bestätigt werden.

Die während einer Amtszeit angesammelten Daten und Dokumente werden für die Übertragung in die Kongressbibliothek vorbereitet. Nach seiner Vereidigung am 20. Januar wird Präsident Donald Trump Kalender und Datenbanken der Vorgängerverwaltung gelöscht vorfinden, die Aktenordner für die Regierungsgeschäfte sind leer. Da ist es wichtig, dass die neue Mannschaft sofort loslegen kann.

Für Trump ist es ein Rennen gegen die Zeit. Denn er ist spät dran, hätte schon vor Monaten ein Team bilden können, es jedoch nicht gemacht. Die überraschende Personalrochade vom Wochenende, als er seinen Vizepräsidenten, den Vollblut-Politiker und Washington-Insider Mike Pence, zum Chef seines Übergangsteams machte und den unerfahrenen Chris Christie zurück ins Glied beorderte, zeigt, dass er das verstanden hat. Reibungsverluste kann er sich nicht mehr leisten. Aber er hat kaum jemanden mit Erfahrung, auf den er bauen kann.

Laut „Wall Street Journal“ war Trump bei seinem Treffen mit Barack Obama ziemlich sprachlos über den Umfang seiner Pflichten und seine Mitarbeiter wären sich nicht im Klaren darüber gewesen, dass der gesamte Regierungsapparat im Weißen Haus bis Januar ausgetauscht werden müsse. Der Unternehmer ist der erste Präsident, der niemals ein politisches Amt innehatte oder eine militärische Position bekleidet hat. Ein Trump-Sprecher wollte zu dem Inhalt der Gespräche nicht Stellung nehmen.

Tatsache ist aber, dass der 45. Präsident der USA die Bewerbungen für alle Stellen weder durchlesen kann noch will. Er hat alle Hände voll damit zu tun, profilierte und fähige Regierungsmitglieder für die Top-Positionen zu finden.

Das übernehmen jetzt ehemalige Finanzmanager von der Wall Street, Familienmitglieder von Trump und der deutschstämmige Internet-Milliardär Peter Thiel, der den Trump-Wahlkampf mit zwei Millionen Dollar gefördert hatte. Ebenfalls dabei: Rebekah Mercer, die Tochter des Hedgefonds-Managers Robert Mercer. Beide haben ebenfalls Millionen für Trump gespendet.

Doch in diesem zusammengewürfelten Team läuft es längst nicht reibungslos: Verschiedene Gruppen in dem Übergangsteam „kämpfen um die Macht“, sagte eine ihm mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur AP. Hinter den Kulissen heizten Trumps Verbündete zudem Spekulationen über die Besetzung wichtiger Kabinettsposten in der neuen Regierung an.

„Diese Organisation kann derzeit so nicht funktionieren“, sagte die Gewährsperson der AP. Zudem regte sich selbst aus den Reihen der Republikaner harsche Kritik an der Arbeitsweise des Übergangsteams. Der ehemalige nationale Sicherheitsberater Eliot Cohen bezeichnete Trumps Mitarbeiter über Twitter als „böse, arrogant.“ Der frühere Abgeordnete Mike Rogers, ein angesehener republikanischer Berater in Fragen der nationalen Sicherheit, kündigte zudem seinen Rückzug aus dem Übergangsteam an.

Kommentare (23)

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Herr Holger Narrog

16.11.2016, 10:08 Uhr

Das ist ein stark tendenzieller Artikel. Mehr Information und weniger persönliche Emotionen wären nicht schlecht.

Soweit man dies aus diesem und anderen Artikeln der L-Presse entnehmen kann schart Trump eine Mischung aus dem Republikaner Establishment und Vertrauten um sich.

Das ist sicherlich sinnvoll. Er benötigt Brücken zum Kongress und Institutionen und auf der anderen Seite frische Leute um seine Ideen umzusetzen.

Auch andere Präsidenten haben ihre Familie eingebunden, z.B. die Kennedy, Bush...

Herr Alessandro Grande

16.11.2016, 10:20 Uhr

Ganz offen getsanden finde ich die Überschrift und das Wording innerhalb Ihres Artikels absolut unpassend, sehr geehrter Herr Postinett.
Denn was tut es zur Sache, ob jemand reich und schön ist? Und natürlich liegt es in der Natur der Sache, dass sich ein neuer Präsident ohne bisherige politische Karriere sukzessive erst einmal den Kreis seiner permanenten Berater suchen muss. Zudem hat allein seine Tochter Ivanka einen summa cum laude degree in economics der renommierten Wharton School und ihr Ehemann einen von Havard und ist einer der größten Immobilienprojektentwickler von NYC.
Und nun? Wo haben Sie eigentlich studiert mit welchem Abschluß?

Account gelöscht!

16.11.2016, 10:24 Uhr

Lieber reich, schön und unerfahren als arm, hässlich/fett und politikerfahren, um seine Machtposition am Fresstrog zu sichern.

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