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Special

12.12.2016

12:12 Uhr

China reagiert verärgert

„Wir müssen Druck auf Trump ausüben“

Der designierte US-Präsident kritisiert in einem Interview die „Ein-China-Politik“, in Peking kommt das schlecht an. Ein außenpolitischer Experte bezeichnet Trump als diplomatisch „unreif“. China zeigt sich besorgt.

Donald Trump in chinesischen Medien. AFP; Files; Francois Guillot

Trump

Donald Trump in chinesischen Medien.

New York / WashingtonChina hat den gewählten US-Präsidenten Donald Trump vor einer Verschlechterung der Beziehungen beider Länder gewarnt. Trumps Aussagen vom Wochenende zur Außenpolitik gegenüber der Volksrepublik und Taiwan seien Anlass zu „ernster Sorge“ und könnten die Beziehungen zwischen den USA und China negativ beeinflussen, sagte der Sprecher des Pekinger Außenministeriums, Geng Shuang, am Montag. Die sogenannte Ein-China-Politik sei die politische Grundlage des Verhältnisses zwischen Peking und Washington.

Ein außenpolitischer Experte aus China beschrieb den neu gewählten US-Präsidenten als diplomatisch „unreif“: „Deswegen müssen wir ihm klar machen, wie ernst das Problem ist und Druck auf ihn ausüben“, sagte Li Haidong, Professor an der Universität für auswärtige Angelegenheiten in Peking der staatlichen Zeitung „Global Times“ vom Montag. Die Taiwanfrage sei nicht verhandelbar.

In einem Interview mit „Fox News“ hatte Trump am Vortag gesagt, er verstehe die langjährige US-Position - wonach Peking als alleinige Regierung eines Chinas anerkannt wird - voll und ganz. „Aber ich verstehe nicht, warum wir an eine „Ein-China-Politik“ gebunden sein müssen, solange wir nicht einen Deal mit China über andere Dinge haben, darunter den Handel.“ Zuvor hatte bereits sein Telefonat mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen für Wirbel gesorgt. Es war das erste eines neu gewählten US-Präsidenten seit 1979.

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen hat die künftige US-Regierung vor einer Belastung der Beziehungen zu China gewarnt. „Wer öffentlich Forderungen an China stellt und damit Gesichtsverlust von China verlangt, wird nicht nur nichts, sondern das Gegenteil, nämlich eine Verhärtung der chinesischen Position erreichen“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. „Weil die USA und China umfassend aufeinander angewiesen sind, wäre das von Nachteil für beide Seiten, und auch Europa könnte sich den negativen Rückwirkungen nicht entziehen“, warnte der CDU-Außenpolitiker.

Die kommunistische Führung betrachtet Taiwan seit 1949 nur als abtrünnige Provinz und droht mit einer gewaltsamen Rückeroberung. Nach ihrer Ein-China-Politik gehört Taiwan als untrennbarer Teil zu China. Als Folge fordert Peking, dass kein Land diplomatische und andere offizielle Beziehungen zu der heute demokratischen Inselrepublik unterhalten darf, wenn es ein normales Verhältnis mit der kommunistischen Volksrepublik pflegen will.

„Als Unternehmer denkt er, es sei ganz normal, Geschäfte zu machen, aber er begreift nicht, dass die Taiwanfrage kein Geschäft für China ist“, sagte Professor Li Haidong über Trump. „Die Taiwanfrage ist nicht verhandelbar.“ Er beschrieb den künftigen US-Präsidenten als „Neuling im Umgang mit Fragen der diplomatischen und internationalen Beziehungen“. Seine Kenntnis davon sei nur „sehr oberflächlich“. „Deswegen hat er die Nerven, zu sagen, was immer er will.“

Wie Druck ausgeübt werden soll, sagte der Professor nicht, hob aber hervor: „Wir sollten dafür sorgen, dass er die Bedeutung und Komplexität der chinesisch-amerikanischen Beziehungen versteht und verhindern, dass er von einigen konservativen Kräften manipuliert wird.“ Er hielt es aber auch für verfrüht, zu dem Schluss zu kommen, dass Trump wirklich einen Plan hat, die Ein-China-Politik in Frage zu stellen, in dem er solche Äußerungen macht.

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Der künftige US-Präsident hatte in dem Interview auch seine Kritik an Peking bekräftigt. Er warf China unter anderem vor, eine „Festung“ auf umstrittenen Inseln im Südchinesischen Meer zu bauen und nicht dabei zu helfen, Nordkoreas nukleare Ambitionen zu stoppen. Erneut kritisierte er auch Pekings Währungspolitik und betonte, er lasse sich von Peking nicht vorschreiben, mit wem er telefonieren dürfe.

China hatte sich nach seinem Telefonat mit Taiwans Präsidentin beschwert. „Ich will nicht, dass China mir etwas vorschreibt“, sagte Trump. Im Übrigen sei er angerufen worden, nicht umgekehrt. Es sei „ein sehr netter Anruf“ gewesen. Bereits zuvor hatte das Trump-Team mitgeteilt, dass sich Tsai Ing-wen gemeldet habe, um ihm zur Wahl zu gratulieren. „Ich denke, es wäre nicht sehr respektvoll gewesen, den Anruf nicht entgegenzunehmen“, sagte Trump.

Kommentare (6)

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Herr Tom Schmidt

12.12.2016, 08:07 Uhr

Ups... da hat die KP in China sich doch so schön mit der Wall-Street verabredet, billigste Arbeitskräfte für freie Hand bei allen was die KP will...

und jetzt soll das nicht mehr laufen? Wirklich schrecklich! Und die CIA kann Trump auch nicht mehr täglich erzählen, dass das alles so zu bleiben hat? Was denkt sich der Mann nur? Wer glaubt er eigentlich hat da das sagen? Da könnte ja jeder kommen...

;-)

Herr Peter Dirnberger

12.12.2016, 08:08 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Otto Berger

12.12.2016, 09:23 Uhr

Mr. Trump wird voraussichtlich erst am 19.12.2016 durch die Wahlmänner zum US-Präsidenten gewählt und der von interessierter Seite ausgeübte Druck auf die Wahlmänner ist mächtig, um Mr. Trump nicht zu wählen.
Wie sagte es Cicero : "Geld erstürmt die stärkste Festung"

Mit einem finanziellen Aufwand von 10 bis 20 Milliarden Dollar dürfte das Problem doch zu lösen sein. Was ist, Mr. Soros und Konsorten ? Oder macht Goldman-Sachs zG von Trump nicht finanzierbare Angebote ?

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