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Special

02.02.2016

09:51 Uhr

Clinton gegen Sanders

Typisch USA – Geld entscheidet die Wahl

Knapp ging es zu bei der Vorwahl in Iowa zwischen den Demokraten Clinton und Sanders. In einigen Bezirken musste der Gewinner per Münzwurf ermittelt werden. Dabei hatte Hillary Clinton das Glück auf ihrer Seite.

Glück gehabt: Die demokratische Präsidentschaftsanwärterin hatte das Münzglück auf ihrer Seite. AFP

Hillary Clinton

Glück gehabt: Die demokratische Präsidentschaftsanwärterin hatte das Münzglück auf ihrer Seite.

Des MoinesDas zähe Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Hillary Clinton und Bernie Sanders im ersten Vorwahlstaat Iowa zwingt die Demokraten mancherorts zu ungewöhnlichen Methoden: In einigen Bezirken wurde am Montagabend (Ortszeit) per Münzwurf ermittelt, welchem der Kandidaten ein zusätzlicher Bezirksdelegierter zugeteilt werden sollte. Dabei unterlag in allen bekannten Fällen Sanders, der gegen den Einfluss des Geldes auf die Politik zu Felde zieht, wie die Zeitung „Des Moines Register“ berichtete.

Das Prozedere ist selten, aber altbewährt. Die Parteiverantwortlichen greifen darauf zurück, wenn die Kandidaten bei der Wahlversammlung in der Gunst der Anhänger gleichauf liegen, die Zahl der zu vergebenden Delegierten aber ungerade ist.

Warum die US-Wahl für Deutschland wichtig ist

Politisches Verhältnis

Weniger herzlich ist das transatlantische Verhältnis geworden. Kühler, zweckorientierter, auch fremder. Die Uneinigkeit Europas und sein Auseinanderdriften besorgen Washington sehr. Wird der nächste Präsident auf Distanz bleiben und die Bindungen nach Asien ausbauen – oder wird er sich wieder um mehr Nähe bemühen?

Flüchtlinge

Wenn die Konflikte im Nahen Osten eskalieren - was bedeutet das für die Flüchtlingsbewegungen und ihr Hauptziel Deutschland? Ein härterer, weniger international denkender Präsident würde noch viel weniger Syrien-Flüchtlinge in die USA lassen. Das könnte den Druck auf andere Länder erhöhen.


Außenpolitik

Wer auch immer Barack Obama nachfolgen wird: Er wird außenpolitisch eine härtere Gangart anschlagen. Mehr Aggressivität im Nahen Osten und in Nordafrika ist wahrscheinlich. Die Erwartungen an den Nato-Partner Deutschland werden steigen.

Energie

Treibt der 45. Präsident der USA die Energieautonomie seines Landes voran, fördert das Fracking weiter? Wenn die USA deswegen ihr Engagement in der ölreichen Golfregion weiter zurückfahren, was heißt das für Deutschlands und Europas Rolle in Nahost?

Klima

Ohne die USA geht beim Klimaschutz nichts voran. Deutschland hat an diesem Thema großes Interesse, ein republikanischer Präsident aber könnte das dagegen ganz anders sehen.

TTIP

Das Freihandelsabkommen TTIP soll 2017 oder 2018 abgeschlossen werden. Wirtschaftlich wäre das für Deutschland und Europa bedeutend. Wie viel Wert wird der nächste US-Präsident darauf legen wollen, wenn dann das Pendant zu diesem TTIP unter Dach und Fach sein sollte, das gewaltige Abkommen TTP mit den Pazifikanrainern?


Wie das „Des Moines Register“ berichtete, fiel die Münze in den Wahlbezirken Davenport und Des Moines zugunsten von Clinton. Auf das gleiche Prozedere griffen Parteivertreter zudem zurück, um einen Disput zwischen ihrem Lager und dem Kampagnenteam von Sanders im Bezirk Ames zu klären. Auch diesen Münzwurf entschied Clinton für sich.

Der Sprecher der Demokraten in Iowa, Sam Lauf, betonte allerdings, dass mit dem Vorgehen die Bezirksdelegierten bestimmt werden, die nur einen Bruchteil der Staatsdelegierten ausmachen, die einem Kandidaten zufallen.

Im Kreis Polk County zeigte sich der örtliche Parteivorsitzende Tom Henderson genervt darüber, dass die Ergebnisse aus einigen Bezirken nicht schnell gemeldet worden seien. Bis Mitternacht (Ortszeit) habe er die Resultate in 166 der 167 Bezirke im größten Landkreis des Staates Iowa ermitteln lassen müssen.

Schließlich sei jemand entsandt worden, um an die Haustür des Vorsitzenden des noch ausstehenden Bezirks zu klopfen. „Ich bin frustriert, weil wir die Dinge für gewöhnlich besser hinkriegen“, sagte Henderson.

Von

ap

Kommentare (1)

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Herr Josef Steiner

02.02.2016, 12:38 Uhr

Geld entscheidet die Wahl - Und das nennt man nun Demokratie...

Dieses Land drückt seit Jahrzehnten Ländern auf der gesamten Welt seinen sog. "way of life" auf. Der Welthandel soll nur in USD abgewickelt werden. Und wehe nicht, davon können der Irak und Libyen ein Lied singen. TTIP ist zugunsten der US-amerikanischen Unternehmen kreiert worden. Deutschland wird dazu gezwungen "Kriegs"flüchtlinge aufzunehmen. Da werden Diktaturen militärisch bekämpft (direkt und indirekt in dem die militante Opposition finanziert wird) damit es den Völkern angeblich besser gehen soll... (ohne natürlich eigene Interessen haben zu wollen).

Kann denn niemand die USA endlich aufhalten? Dieser Wahnsinn muss doch gestoppt werden. Möge der Rest der Welt, der noch nicht US-amerikanisch verseucht ist, sich endlich gemeinschaftlich dagegen zur Wehr setzen.

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