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Special

29.07.2016

08:44 Uhr

Clinton-Rede zur Nominierung

Hillarys historischer Tag – mit halbgarer Rede

VonMoritz Koch

Monoton, zu wenig emotional, langweilig: Hillary Clintons Rede auf dem Parteitag dem Nominierungsparteitag wird wohl nicht in die Geschichte eingehen. Trotz ausgelassener Partystimmung verstummen die Kritiker nicht.

Clinton angriffslustig

„Trump bietet nur leere Versprechungen“

Clinton angriffslustig: „Trump bietet nur leere Versprechungen“

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PhiladelphiaKaum, dass der Goldregen verglüht ist und die Luftballons zu Boden gerauscht sind, melden sich im Fernsehen die ersten Nörgler zur Wort. Naja, bemerken sie, ein Meisterwerk sei die Rede nicht gewesen. Die Darbietung etwas monoton, zu wenig emotional. Hillary Clinton sei eben kein Obama.

Die Demokraten feiern trotzdem. Ausgelassen, erleichtert, hoffnungsfroh. Sie haben Geschichte geschrieben. Nachdem sie 2008 mit Barack Obama den ersten Afroamerikaner ins Weiße Haus schickten, wollen sie nun die erste Frau zur Präsidentin machen. Um 22:45 Uhr sagt Clinton in der Wells Fargo Arena von Philadelphia den Satz: „Mit Demut und grenzenloser Zuversicht nehme ich eure Nominierung an.“

Ja, die Clintons Parteitagsrede hinterlässt keine Fragmente für die Ewigkeit, aber sie erfüllt ihren Zweck. Die Demokraten präsentiert sie als die Partei der Patrioten, der Toleranz und des Optimismus, während ihr Rivale Donald Trump die Republikaner in eine Partei der Angst und der Agitation verwandelt hat.

Clinton zitiert Franklin Roosevelt: „Das einzige, was wir fürchten müssen, ist die Furcht selbst.“ Sie beruft sich auf Jackie Kennedy, als sie sagt, dass „in Krisenzeiten ein Krieg nicht von großen Männern mit Selbstkontrolle und Beherrschung, sondern von kleinen Männern ausgelöst werden könnte, von jenen, die erfüllt sind von Angst und Stolz“. Und dann greift sie Trump mit ihren eigenen Worten an: „Einen Mann, den man mit einem Tweet provozieren kann, darf man keine Nuklearwaffen anvertrauen.“ Das ist der Satz, der von allen, die sie an diesem Abend sagt, wohl am längsten nachklingen wird.

Aber nicht nur mit ihrem Gegner setzt sich Clinton auseinander, auch mit den Spannungen in ihrer eigenen Partei. Trotz bestem Bemühen der Parteitagsregie, trotz tausender Amerika-Fähnchen und Hillary-Schilder, traten in Philadelphia die offenen Wunden des Vorwahlkampfs zu Tage. Viele Anhänger des sozialistischen Senators Bernie Sanders können sich mit ihrer Spitzenkandidatin nicht anfreunden. Ihnen versichert Clinton: „Euer Kampf ist unser Kampf.“ Sie verspricht, sich für die gleichen Ziele einzusetzen: Ein schuldenfreies Collegestudium will sie einführen und den Einfluss von Großspendern auf die Politik beschneiden.

Auf einmal ist die eigentlich gemäßigte Clinton vom linksprogressiven Bernie Sanders kaum noch zu unterscheiden. Sie sagt: „Die Mittelschicht ist nicht gewachsen, wie sie sollte, weil unsere Demokratie nicht so funktioniert, wie sie sollte.“ Sie mahnt: „Zu viele Träume sterben auf dem Parkplatz von Banken.“ Und sie kündigt an: „Wall Street, Konzerne und die Superreichen werden ihren angemessene Steueranteil zahlen.“

Doch die Sanders-Fans bleiben misstrauisch, einige halten gelbe Schilder hoch. „Walk the walk“, steht darauf. „Wir werden dich an deinen Taten messen.“ Damit deuten sie auf Clintons größte Schwäche hin. Clinton gilt als Vertreterin des Status quo, als Kandidatin des Establishments. Doch sie muss sich in einem Wahljahr behaupten, in dem den Wähler die Lust nach Rebellion steht.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

29.07.2016, 10:07 Uhr

Egal,

wichtig ist nur:

wieder eine offene Kommentarfunktion gefunden :)

__________(da mach ich doch vor FREUDE gleich mal auf carlos)---------------


der Erfinder des großen Absatzes


!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!



Herr Tom Schmidt

29.07.2016, 10:10 Uhr

Zitat: „Zu viele Träume sterben auf dem Parkplatz von Banken.“

Und dieses Zitat wurde also in der Wells Fargo Arena gesprochen... Wenn das mal kein Omen ist! ;-)

Aber unterm Strich finde ich sind die Parteitage doch sowieso viel zu viel Show. Weniger Emotion tut hier doch ganz gut. Und jemand der nüchtern die Arbeit macht, wäre auch nicht so schlecht. Unsere Angie ist auch nüchtern, aber sie macht halt nichts (bis sie in jedem Gebiet scheitert).

Sollte es Hillary werden, dann wird Angie auch ein wenig an ihrer Außendarstellung machen müssen, neben Hillary macht sie nicht wirklich was her...

Account gelöscht!

29.07.2016, 10:36 Uhr

"...neben Hillary macht sie nicht wirklich was her....."

Genau Tom,
darauf kommt es an, was her machen......

Mein Gott HBO
sperrt lieber wieder diese Funktion.....:(

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