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Special

31.10.2016

17:09 Uhr

Clintons E-Mail-Affäre

Trump holt in Umfragen leicht auf

Die Aufregung im politischen Amerika ist wegen des Aufflammens der E-Mail-Affäre von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton groß. Die Umfragewerte zeigen, dass ihr Rivale davon aber nur etwas zu profitieren scheint.

Clintons E-Mail-Affäre

Clinton strauchelt im Wahlkampfendspurt

Clintons E-Mail-Affäre: Clinton strauchelt im Wahlkampfendspurt

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WashingtonEine Woche vor der Präsidentschaftswahl in den USA ist das Rennen um das Weiße Haus nicht wirklich entschieden – der Umfragevorsprung der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton schmilzt leicht. Grund: Die politischen Nachrichten in den USA kennen im Wahlkampf fast kein anderes Thema mehr als die E-Mail-Affäre Clintons. Die Demokratin verliert wegen der Schlagzeilen zumindest in einigen Umfragen etwas an Boden auf den republikanischen Herausforderer Donald Trump.

Neueste Meinungsumfragen vom Montag sehen Hillary Clinton nun nur noch mit ein bis zwei Prozentpunkten vorne. Trump konnte auch in einigen wichtigen Bundesstaaten wie Florida aufholen, beziehungsweise seine Führung ausbauen, wie etwa in Ohio. Clinton führt jedoch noch immer deutlich, wenn es um die Zählung der Wahlmänner geht. Um dies zu verändern, müsste Trump einen weiteren wichtigen Swing State drehen, etwa Pennsylvania oder North Carolina.

Vorwürfe gegen Clinton

E-Mail-Affäre

Gegen den Vorschriften hatte Clinton als US-Außenministerin ihre Dienst-Korrespondenz über einen privaten Server abgewickelt. Ende 2014 ließ sie rund 30.000 E-Mails veröffentlichen. Allerdings entschied sich Clinton auch, 31.000 weitere E-Mails zu löschen – ihrer Ansicht nach waren sie privat. Bis heute gibt es Zweifel, ob Clinton Informationen verschwinden ließ, die ihre politische Kompetenz infrage stellen könnten.

Sehr gut bezahlte Reden

Clinton und ihr Mann Bill, selbst Ex-Präsident, haben nach dem Jahr 2001 Millionen Dollar für Auftritte als Redner erhalten. Vor allem Hillary Clinton werden hoch dotierte Auftritte bei der Investmentbank Goldman Sachs vorgeworfen. Die Veröffentlichung der Redetexte verweigert sie strikt. Clintons Nähe zum Establishment ist für viele eine ihrer größten Schwächen.

Stiftung im Zwielicht

Der Clinton Stiftung werden Interessenkonflikte, die Vermischung politischer und privater Interessen sowie fehlerhafte Steuererklärungen vorgeworfen. Auf der Spenderliste fallen autoritäre Golfstaaten auf. Viele Amerikaner finden das bedenklich.

Rolle in Libyen

Republikaner versuchen seit Jahren, die Demokratin persönlich für eine Terrorattacke im libyschen Bengasi im Jahr 2012 verantwortlich zu machen. Dabei waren vier Amerikaner gestorben, darunter der Botschafter Chris Stevens. Nach Medienberichten werfen Hinterbliebene Clinton vor, ihre Nutzung eines privaten Servers für teilweise vertrauliche Dienst-E-Mails habe die Terrorattacke von Bengasi direkt verursacht.

Gesundheitszustand

Wegen einer verschleppten Lungenentzündung erlitt Clinton bei einer Gedenkfeier für die Terroropfer vom 11. September 2001 in New York einen Schwächeanfall. Die Bilder, wie Bodyguards sie in einen Bus geleiteten, gingen um die Welt. Sie säten Zweifel, ob die 68-Jährige dem Amt körperlich gewachsen ist.

Statistiken zu frühen Wahlabstimmungen in North Carolina, Nevada und Florida zeigen aber, dass sich wohl keine demokratischen Unterstützer wegen der E-Mail-Berichte davon abbringen ließen, bereits ihre Stimme abzugeben, so Michael McDonald von der University of Florida. „Ich sehe keinen negativen Effekt“, so McDonald.

Bereits am Samstag hatten mehr als 90 Prozent der wahrscheinlich zur Wahl gehenden Amerikaner davon gehört, dass FBI-Direktor James Comey Ende vergangener Woche in einem Brief an Mitglieder des US-Kongresses berichtet, dass in einem Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Kongressabgeordneten Anthony Wiener neue E-Mails mit „sachdienlichen“ Informationen zu Hillary Clinton aufgetaucht zu seien. Die Bundespolizei FBI hatte im Juli eigentlich ein Verfahren gegen Clinton für beendet erklärt, wonach es kein strafbares Vergehen der Ex-Außenministerin beim Umgang mit dienstlichen E-Mails gegeben habe.

Trump muss vor allen Dingen in 13 heftig zwischen Demokraten und Republikanern umkämpften Staaten punkten, um als Sieger aus der Wahl hervorgehen zu können. Eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Senders CBS zeigt jedoch, dass nur wenige der bislang auf Clinton festgelegten Wähler in diesen Staaten wegen der neuen, alten Affäre eventuell nicht für sie stimmen könnten. Unter den Unterstützern der Demokraten sagten fünf Prozent, dass die Wahrscheinlichkeit abgenommen habe, für Clinton zu stimmen. Doch 13 Prozent sagten sogar, jetzt noch entschlossener darin zu sein, für Clinton zu stimmen.

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