Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

Special

09.11.2016

01:56 Uhr

Deutschland blickt auf die USA

Rechenspiele bei Donuts und Popcorn

Die US-Präsidentschaftswahl fasziniert nicht nur die US-Amerikaner - auch viele Deutsche wollen wissen, ob Hillary Clinton oder Donald Trump das Rennen macht. Ein Blick auf die nächtlichen Wahlpartys in der Republik.

Teilnehmer verfolgen bei einer Veranstaltung der Democrats Abroad die US-Präsidentenwahl im Institute for Cultural Diplomacy in Berlin. dpa

Wahlparty in Berlin

Teilnehmer verfolgen bei einer Veranstaltung der Democrats Abroad die US-Präsidentenwahl im Institute for Cultural Diplomacy in Berlin.

Berlin / StuttgartAm Eingang grüßen Hillary Clinton und Donald Trump als Pappfiguren, alles ist in Rot-Blau-Weiß getaucht und für Hungrige stehen Hamburger, Donuts und Popcorn bereit. So oder ähnlich fieberten Tausende auf Wahlpartys in Deutschland dem Ausgang der US-Präsidentschaftswahl entgegen.

In Berlin waren die Sympathien klar verteilt: Auf der Party der Bertelsmann-Repräsentanz waren Anstecker mit den Gesichtern der Demokratin Clinton und ihres Vize-Kandidaten Tim Kaine deutlich häufiger zu sehen als jene des republikanischen Kontrahenten Donald Trump.

Mehr als 700 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren der Einladung der Nachrichtensender CNN und n-tv sowie des Magazins „Stern“ gefolgt, um das Finale der US-Wahlen live mitzuerleben. Zu den geladenen Gästen gehörten unter anderem Grünen-Chef Cem Özdemir, die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt sowie US-Botschafter John B. Emerson. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil redete mit Blick auf Trump Klartext: „Es ist ein verheerendes Zeichen, wenn jemand mit einer solchen Strategie der Spaltung, Polarisierung und der Demütigung ganzer Wählerschichten Erfolg hat.“

Wenige Stunden vor den ersten Hochrechnungen in der Nacht zu Mittwoch hatten sich auch im Südwesten der Republik Hunderte Menschen versammelt, um den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl zu verfolgen. In Stuttgart kamen rund 400 Gäste schon früh am Abend zusammen, um mit Podiumsdiskussionen und amerikanischem Essen die Wahlnacht einzuläuten.

Wann in der langen Wahlnacht die Entscheidungen fallen

01.00 Uhr MEZ

Die Wahllokale in Georgia, Indiana, Kentucky, South Carolina, Vermont und Virginia schließen. Ein Sieg in Virginia wäre ein erstes positives Signal für alle Clinton-Anhänger. Ein Sieg des Demokraten Evan Bayh im Senatsrennen in Indiana könnte seiner Partei den Weg zu einer möglichen Mehrheit in der Kongresskammer ebnen.

01.30 Uhr MEZ

Erste Ergebnisse aus North Carolina, Ohio und West Virginia. Die ersten beiden gelten als entscheidende Swing States. Sobald dort ein Sieger prognostiziert werden kann, ist eine Vorentscheidung gefallen. Mit Blick auf die Senatswahl achten Sie darauf, ob die Demokratin Deborah Ross in North Carolina gewinnt.

02.00 Uhr MEZ

Die Wahllokale schließen in 16 Staaten und im Hauptstadtbezirk D.C.. Jetzt wird es wirklich ernst, denn darunter sind auch Florida, New Hampshire und Pennsylvania. Es gibt kaum ein denkbares Szenario, in dem Trump Florida verliert und doch noch Präsident wird. Doch das Rennen ist so eng, dass einige Zeit vergehen dürfte, bis ein klares Ergebnis vorliegt.

02.30 Uhr MEZ

Arkansas kommt hinzu, gilt aber als solider republikanischer Staat.

03.00 Uhr MEZ

14 Staaten schließen ihre Wahllokale, darunter Arizona, Colorado, Texas und Wisconsin. In Wisconsin könnte der Demokrat Russ Feingold einen entscheidenden Senatssitz erobern.

04.00 Uhr MEZ

Erste Ergebnisse aus vier Staaten, darunter Utah, das in diesem Jahr von einem soliden republikanischen Staat zu einer Zitterpartie für Trump wurde.

05.00 Uhr MEZ

Jetzt kommt auch das klar demokratische Kalifornien mit seinen 55 Wahlmännern dazu. Spätestens nun sollte sich langsam ein klareres Bild aus den Swing States herauskristallisieren. 2012 lag der Republikaner Mitt Romney bis 04.30 Uhr noch in Wählerstimmen und in Wahlmännerstimmen vor Barack Obama. Um 05.16 Uhr konnte Obama dann aber über Twitter verkünden: „Four more years“.

Auch zu Wahlpartys in Tübingen, Freiburg und Heidelberg hatten sich jeweils mehrere hundert Interessierte angemeldet. Laut Statistik leben in Baden-Württemberg 16.600 US-Amerikaner und zusätzlich – nach Schätzungen der Landeszentrale für politische Bildung – rund 20 000 Menschen, die zu den US-Streitkräften und deren Familien gehören.

Bei der Wahlparty des amerikanischen Konsulats, des Amerikazentrums und der Bucerius Law School in Hamburg herrschte großer Andrang. Generalkonsul Richard T. Yoneoka eröffnete die Feier im Auditorium der Universität. Zu einer Einschätzung des Wahlergebnisses wollte er sich dabei nicht hinreißen lassen: „Es ist für mich gegen das US-Gesetz einen Kandidaten zu bevorzugen. Und ich werde heute Abend nicht das Gesetz brechen.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×