Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

Special

02.12.2016

15:17 Uhr

Donald Trump

Der Showman ist zurück

Trumps erste Wochen als „President elect“ liefen schleppend an. Die ersten Auftritte nach drei Wochen in der Klausur nutzt er zum Befreiungsschlag. Clevere Personalien und ausgeklügelte PR überdecken seine Schwächen.

US Regierung

Trump will „Mad Dog“ Mattis als Verteidigungsminister

US Regierung: Trump will „Mad Dog“ Mattis als Verteidigungsminister

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Cincinnati The show must go on! Donald Trump, künftiger Präsident der Vereinigten Staaten, ist wieder auf der Bühne. Sprücheklopfend, wie in besten Wahlkampfzeiten, sich selbst lobend, Amerika preisend und die Medien zeihend. Gut drei Wochen nach dem Wahltag in den Vereinigten Staaten stehen die Amerikaner vor der Frage: Wen haben wir gewählt? Einen Chaoten oder einen Strategen? Und Trump beantwortet beides mit Ja.

Seine ersten beiden öffentlichen Auftritte nach drei Wochen in der Klausur nutzte er fast wie einen Befreiungsschlag. Er ließ sich feiern und feierte sein Publikum, genoss den Applaus und seine eigenen Spitzen gegen alle, die er nicht leiden kann. Doch wieder konnte er auch diesmal nicht umhin, zu hetzen, zu übertreiben, mit falschen oder schrägen Argumenten zu arbeiten und zu spalten, wo er doch eigentlich einen will. Der Bau einer Mauer an Mexikos Grenze, die Ausweisung von Ausländern – Trump war wieder ganz der Wahlkämpfer, über den halb Amerika den Kopf schüttelte, dem die andere Hälfte aber zujubelte.

Trumps erste Wochen als „President elect“ liefen schleppend an, Vieles in seinem Team wirkte wie Flickschusterei, ein bisschen so, als hätten weder er noch seine Vertrauten einen Plan für den überraschenden Wahlsieg in der Schublade. Doch dann überraschte er. Mit Personalien einerseits, mit Verhandlungsgeschick andererseits.

Sein neuer Verteidigungsminister etwa, James Mattis, ist eine eigenwillige Wahl. „Mad Dog“ lautet sein Spitzname, „Verrückter Hund“. Er ist bekannt für seine markigen Sprüche. Doch Mattis passt exakt ins Bild einer Präsidentschaft Marke Trump und wenige sprechen ihm ab, einer der profiliertesten Köpfe unter den Militärs in den Vereinigten Staaten zu sein.

In seiner republikanischen Partei schuf er überraschend Ruhe. Selbst die lautstärksten Kritiker sind zahm geworden. Mitt Romney, der Trump im Wahlkampf noch einen Betrüger und Aufschneider nannte, ist plötzlich „beeindruckt“. Paul Ryan, der sich mit Trump nicht auf einer Bühne zeigen wollte, lobt „unseren künftigen Präsidenten“. Trump hat es geschafft, die Kritiker mundtot zu machen und trotzdem seine Linie durchzuziehen.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

02.12.2016, 15:28 Uhr

Schwächen?!
Trump hat gerade die US-und Deutschen Medien zerlegt und die Demokraten besiegt und sich gegen die eigene Partei durchgesetzt.
Und kommt einer von den Medienschreiber daher und meint allen ernstes über Trump noch ein Urteil abzulierfen.
Trump läuft jetzt erst so richtig zur Hochform auf. In einen Jahr werden die US Bürger wie eine Festung hinter Trump stehen.

Jo Black

02.12.2016, 16:06 Uhr

Trump wird genau das durchziehen, wofür er gekauft äh gewählt wurde, nämlich als Konkursveerwalter eines sterbenden Imperiums.

Herr Herr Pete

02.12.2016, 16:11 Uhr

Würde die deutsche Medienlandschaft auch so abfällig über eine Clinton-elect schreiben?
Das Wort "Lügenpresse" hat unsere Medien auch auf die falsche Bahn gelenkt. Es wird ja nicht wirklich "gelogen", es wird manipuliert. Bald nun mit jedem Artikel. Egal ob HB, SZ, FAZ.
Das Wort "Suggestivpresse" oder "Meinungspresse" wäre treffender.
Bekommt man eigentlich noch irgendwo neutrale Informationen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×