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Special

19.04.2016

11:16 Uhr

Donald Trump

Die Republikaner sind sein stärkster Gegner

Donald Trump dürfte bei der heutigen Vorwahl in New York ein Sieg sicher sein. Doch in den Führungsetagen der Republikaner wird alles versucht, um den umstrittenen Geschäftsmann zu stoppen – mit ersten Erfolgen.

Not amused: Die Republikaner arbeiten gegen den Präsidentschaftskandidaten. dpa

Donald Trump

Not amused: Die Republikaner arbeiten gegen den Präsidentschaftskandidaten.

WashingtonDonald Trump will Präsident der Vereinigten Staaten werden. Ganz viele Menschen in den USA wollen, dass Donald Trump nicht Präsident der Vereinigten Staaten wird. Das ist der Grund, warum Trump derzeit gegen so ziemlich alle kämpft: Gegen Hillary Clinton, die wahrscheinliche Kandidatin der gegnerischen Demokraten. Gegen Ted Cruz und John Kasich, seine beiden verbliebenen Widersacher in den eigenen Republikaner-Reihen. Vor allem aber gegen die Führung seiner eigenen Partei.

Trump realisiert gerade, dass seine Chancen, tatsächlich der Kandidat der Republikaner für das Weiße Haus zu werden, längst nicht so gut stehen, wie er lange dachte. Wütend teilt er deshalb aus: Das ganze Wahlsystem bei den Republikanern sei manipuliert und bedürfe der Reform. „Ich habe in Louisiana die Wahl gewonnen und am Ende fand ich heraus, dass ich weniger Delegierte bekomme als Cruz, wegen irgendeiner unsinnigen Regelung“, schnaubte Trump bei einer Wahlveranstaltung in New York. „Passt bloß auf, Leute, das Volk mag so etwas nicht“, rief er seinen eigenen Parteifunktionären zu.

Am Dienstag wird im US-Bundesstaat gewählt. Die Abstimmung dürfte für Trump zum Heimspiel werden, da er im New Yorker Stadtteil Queens geboren wurde. Doch auch, wenn ihm ein Sieg in New York sicher ist – die Anti-Trump-Kampagne bei den Republikanern scheint Fuß zu fassen. In Washington wird in diesen Tagen sehr viel hinter den Kulissen geredet, in kleinen Zirkeln. Im Kleingedruckte der Nominierungsregeln suchen sie danach, kleinere und größere Vorteile herauszuschinden.

Die Strategen des Polit-Newcomers Trump scheinen keine Meister zu sein in diesem Spiel. Sie haben einen möglicherweise entscheidenden Umstand nicht früh genug auf der Rechnung gehabt: Die Delegierten, die bei den Vorwahlen bestimmt werden, sind nur im ersten Wahlgang an das Wahlergebnis der Vorwahl in ihrem Staat gebunden.

Sollte es auf dem Parteitag im Juli in Cleveland zu einem zweiten oder weiteren Wahlgängen kommen, können die meisten Delegierten für den Kandidaten stimmen, den sie für am geeignetsten halten. Das ist ganz oft nicht Trump. Die „Washington Post“ hat errechnet: Trump kann praktisch nur dann Kandidat werden, wenn er es schon vor dem Parteitag schafft, die absolute Mehrheit von 1237 Stimmen zu sammeln.

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Klare Sache oder zähes Rennen

Bei den Demokraten kommt es darauf an, ob sich Hillary Clinton deutlich von ihrem Konkurrenten Bernie Sanders absetzen kann oder ob er ihr weitere Niederlagen zufügt. In Florida und North Carolina sehen Umfragen Clinton deutlich vorne. In Ohio schrumpft ihr Abstand. Und in Illinois und Missouri deuten sich knappe Entscheidungen an.

Favoritin gegen Außenseiter

Die Ex-Außenministerin ist nach wie vor die Favoritin, aber weitere Siege Sanders wären schmerzhaft. Weil sich die endgültige Entscheidung dann noch weiter hinauszögern würde. Sanders hat bereits klar gemacht, dass er bis zu den letzten Vorwahlen im Sommer durchhalten will.

Alles oder Nichts

Bei den Vorwahlen der Republikaner in Florida und Ohio werden insgesamt 165 Delegierte vergeben. Der Gewinner einer Vorwahl bekommt jeweils alle Delegierte des betreffenden Bundesstaates. Wenn der umstrittene Immobilien-Milliardär Donald Trump hier gewinnt, ist er zwar immer noch nicht durch, aber seine Kandidatur wäre praktisch nicht mehr zu verhindern.

Heimspiel oder Niederlage

Für Trumps Konkurrenten Marco Rubio und John Kasich sind die Vorwahlen in den beiden Staaten überlebenswichtig: Rubio ist Senator von Florida, Kasich Gouverneur von Ohio. Verlieren sie auf heimischem Terrain, haben sie eigentlich keine Berechtigung mehr, im Rennen zu bleiben.

Trump hat es versäumt, in den Bundesstaaten eine Basis zu schaffen, aus der heraus Delegierte rekrutiert werden können. Jetzt steht er vor dem Problem, dass viele Delegierte zwar in einem ersten Wahlgang Trump wählen müssten, bei freier Entscheidung in einem zweiten Wahlgang dies aber nicht noch einmal tun würden.

Schon machen wüste Drohungen die Runde. Delegierte berichten von E-Mails, in denen Familienangehörigen mit dem Tod gedroht wird. Andere erhalten das eine oder andere nette Geschenk. Die Parteiregeln sind, was die Annahme von Spenden angeht, eher lax.

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