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Special

11.11.2016

17:34 Uhr

Donald Trump nach Protesten

„Wir werden alle zusammenkommen und stolz sein“

Viele US-Bürger lehnen den neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump ab und gehen auf die Straße. In der Nacht sprach der Republikaner noch von „professionellen Demonstranten“, am Tag danach gibt er sich versöhnlich.

Bei Demonstrationen gegen den künftigen US-Präsidenten hat es mehrere Festnahmen gegeben. Reuters

Anti-Trump Proteste

Bei Demonstrationen gegen den künftigen US-Präsidenten hat es mehrere Festnahmen gegeben.

Portland/Washington/New YorkNach anfänglichen Vorwürfen macht der neu gewählte US-Präsident Donald Trump einen Schritt auf die Demonstranten zu, die seit seiner Wahl landesweit gegen ihn protestieren. „Ich liebe die Tatsache, dass die kleinen Demonstranten-Gruppen letzte Nacht Leidenschaft für unser großartiges Land gezeigt haben“, twitterte das künftige Staatsoberhaupt am Freitag. „Wir werden alle zusammenkommen und stolz sein.“ In der Nacht hatte er seinen Gegnern noch vorgeworfen, „professionelle Demonstranten zu sein, die von den Medien aufgestachelt worden seien. „Sehr unfair!“

Nach Ausschreitungen bei einem Protest gegen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump im US-Bundesstaat Oregon hatte die Polizei mehrere Menschen festgenommen. Zuvor hatten die Demonstranten Fenster von Geschäften eingeschlagen und ein Feuer in einem Müllcontainer entfacht, teilte die Polizei in Portland mit. Rund 4000 Menschen demonstrierten, sie riefen unter anderem „Wir lehnen den designierten Präsidenten ab“. Auch in anderen Städten gingen die Proteste weiter. Trump reagierte auf Twitter.

Was Trump sich leisten konnte, ohne zu stürzen

Sexistische Aussagen

Trump fällt seit Jahren mit frauenverachtenden Sprüchen auf wie „dicke Schweine“ oder „Schlampen“. Eine Miss Universe verunglimpfte er als „Miss Piggy“, die ordentlich Gewicht zugelegt habe. Nach kritischen Fragen der Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly deutete Trump an, sie habe Menstruationsprobleme gehabt.

Der Video-Skandal

In einem Video aus dem Jahr 2005 ist zu hören, wie Trump vulgär über Frauen herzieht. Nur wenige Monate nach seiner Hochzeit mit Ehefrau Melania brüstet er sich mit sexuellen Übergriffen.

Verbal-Angriff auf Familie eines toten Soldaten

Trumps Hetze gegen andere Ethnien scheint kaum Grenzen zu kennen. Ende Juli legte er sich mit den pakistanstämmigen Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten an.

Unklarheiten um Steuererklärung

Seit Monaten weigert sich Trump, seine Steuererklärung zu veröffentlichen, obwohl das bei Präsidentschaftskandidaten überparteilicher Usus ist. Auch Hillary Clinton legte ihre Daten offen. Die „New York Times“ berichtete, dass der Geschäftsmann Trump 1995 einen Verlust von 916 Millionen US-Dollar (824 Mio. Euro) ausgewiesen habe. Steuerexperten kamen daraufhin zu dem Schluss, dass Trump auf diese Weise über zwei Jahrzehnte keine Steuern abführen musste.

Drohungen mit Waffengewalt

Mit einer zweideutigen Aussage, die sich als Aufruf zur Gewalt gegen seine Rivalin Hillary Clinton verstehen lässt, löste Trump einen Sturm der Entrüstung aus. Bei einem Wahlkampfauftritt deutete er an, dass nur Waffenfreunde Clinton aufhalten könnten.

Was Trump sich noch leistete

Trump verwechselt 9/11 mit 7/11 - Trump macht Anspielung auf die Größe seines Penis - Trump behauptet seit längerem, US-Präsident Barack Obama sei nicht in den USA zur Welt gekommen, sondern in Kenia.

Von New York über Chicago bis nach Kalifornien protestierten Trump-Gegner in der zweiten Nacht infolge auf den Straßen. In Portland versuchte die Polizei, die Menge auseinanderzutreiben. Gegen Mitternacht warfen Demonstranten mit Gegenständen. In den folgenden Stunden fiel die Zahl der Protestteilnehmer auf unter 1500.

In Denver im US-Bundesstaat Colorado legten Trump-Gegner die Autobahn 25 nahe der Innenstadt lahm. Der Verkehr in Richtung Süden und Norden musste für eine halbe Stunde aussetzen. Demonstranten in Minneapolis und Los Angeles gelang es ebenfalls, Schnellstraßen kurzzeitig dicht zu machen.

In San Francisco marschierten High-School-Schüler durch die Innenstadt und skandierten „Nicht mein Präsident“. Viele hielten Schilder, auf denen sie zu einer Ausweisung Trumps aufriefen. Sie schwenkten Regenbogenfahnen und mexikanische Flaggen. In New York versammelte sich erneut eine große Gruppe Demonstranten vor dem Trump Tower an der Fifth Avenue. Sie hatten Banner mit Anti-Trump-Botschaften in den Händen.

Rund 500 Personen nahmen an einem Protest in Louisville in Kentucky teil. Und in Baltimore marschierten Hunderte Menschen zum Stadion, in dem die American-Football-Mannschaft Ravens ein Spiel absolvierte.

Trump hatte im Wahlkampf vielfach für Empörung gesorgt – unter anderem mit sexistischen Äußerungen sowie der Ankündigung, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu bauen, um die illegale Einwanderung einzudämmen.

Er hatte zudem verlangt, Muslimen aus Sicherheitsgründen die Einreise in die USA zu verweigern. Sein Versprechen, Amerika wieder zu alter Stärke zu verhelfen, brachte ihm aber viele Stimmen ein. Nach seinem Wahlsieg betonte Trump versöhnlich, er wolle Präsident aller US-Amerikaner sein.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

11.11.2016, 17:55 Uhr

Leute, das war die beste Woche seit dem BREXIT-Votum!

Das Volk schlägt zurück, die Eliten werden zur Hölle geschickt!

Und die Mainstream-Medien laufen Amok.

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