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Special

08.10.2016

05:06 Uhr

Donald Trump sieht sich zur Entschuldigung genötigt

Heftiger Skandal um sexistisches Video

„Wenn du ein Star bist, lassen sie es dich tun“. Mit drastischen Worten beschrieb Donald Trump in einem Video aus 2005, wie man Frauen rumkriegt. Selbst Parteifreunde sind entsetzt. Trump entschuldigt sich, meint aber, alles nicht so schlimm.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump, hier bei einer Wahlkampfveranstaltung im Oktober 2016, steht wegen sexistischer Entgleisungen schwer unter Druck. AFP; Files; Francois Guillot

Donald Trump

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump, hier bei einer Wahlkampfveranstaltung im Oktober 2016, steht wegen sexistischer Entgleisungen schwer unter Druck.

New YorkIm US-Präsidentschaftswahlkampf hat ein elf Jahre altes Video mit vulgären und frauenfeindlichen Äußerungen des republikanischen Kandidaten Donald Trump in beiden Lagern für Empörung gesorgt. Die „Washington Post" veröffentlichte am Freitag (Ortszeit) eine Aufnahme aus dem Jahr 2005, in der der Geschäftmann einem Fernsehmoderator mit drastischen Worten beschreibt, wie er versuchte, eine Frau zu verführen. Außerdem brüstet er sich damit, wie er seine Bekanntheit ausnutzt, um Frauen zu küssen und unsittlich zu berühren. „Wenn du ein Star bist, lassen sie es dich tun“, sagte er in dem Video, das nach Angaben der Zeitung 2005 vor einem Auftritt Trumps in einer Fernsehserie entstanden ist. Offenbar trug er dabei ein Funk-Mikrofon.

Trumps demokratische Rivalin Hillary Clinton twitterte, das Video sei erschreckend: „Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Mann Präsident wird.“ Trump ließ erklären, das sei „Umkleidekabinen-Gerede“ gewesen: „Ich entschuldige mich, falls irgendjemand gekränkt wurde.“ Paul Ryan, als Sprecher des Repräsentantenhauses der ranghöchste gewählte Politiker seiner Partei, sagte, ihm sei übel von den Bemerkungen. Trump werde einen geplanten gemeinsamen Wahlkampftermin mit ihm nicht wahrnehmen. Reince Priebus, der Vorsitzende des Parteigremiums Republican National Committee, sagte, über keine Frau sollte jemals mit solchen Worten gesprochen werden.

Priebus kritisierte auch die demokratische Kandidatin, nachdem die Enthüllungsplattform Wikileaks angebliche Auszüge aus bezahlten Reden Clintons für Unternehmen veröffentlicht hatte. Den Texten zufolge spricht sie an einer Stelle von der Notwendigkeit, zu Themen eine öffentliche und eine private Position zu haben. Ein Sprecher des Clinton-Lagers wollte nicht sagen, ob die Dokumente echt sind. In der Vergangenheit habe es bei solchen Veröffentlichungen auch Fälschungen gegeben, sagte er.

Die beiden Präsidentschaftskandidaten kommen am Sonntagabend (US-Zeit, Nacht zum Montag MESZ) zu ihrem zweiten TV-Duell zusammen. In der ersten Debatte hatte Clinton ihrem Rivalen sexistische Äußerungen vorgeworfen. In der jüngsten Reuters/Ipsos-Umfrage führt Clinton mit fünf Prozentpunkten vor Trump. Damit ist der Abstand zwischen der ehemaligen Außenministerin und dem Geschäftsmann in den wöchentlichen Erhebungen seit Anfang September faktisch gleich geblieben. Der am Freitag veröffentlichten Umfrage zufolge würden gegenwärtig 43 Prozent der wahrscheinlichen Wähler für Clinton und 38 Prozent für Trump stimmen.

Von

rtr

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