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Special

10.05.2016

09:53 Uhr

Donald Trumps Pläne für die Wirtschaft

„Eine wahnwitzige Idee“

Donald Trumps Rezepte für die US-Wirtschaft schockieren Ökonomen. Sie warnen vor einer Katastrophe, sollte der Unternehmer Präsident werden und seine Pläne umsetzen. Am Dienstag wird in den USA wieder gewählt.

Der Republikaner hat fragwürdige Rezepte für die US-Wirtschaft. Reuters

Donald Trump

Der Republikaner hat fragwürdige Rezepte für die US-Wirtschaft.

WashingtonAm Dienstag wird in den USA wieder gewählt. Dieses Mal in Kentucky und Oregon. Die Vorwahlen der Republikaner finden statt, obwohl Trump der einzige Kandidat ist – weil er auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur weiter Delegierte sammeln muss. Bei den Demokraten treten Hillary Clinton und Bernie Sanders an.

Der Siegeszug von Trump beunruhigt nicht nur große Teile der republikanischen Partei, sondern auch Wirtschaftsexperten. Denn für den Fall eines Crashs der US-Wirtschaft hält Donald Trump ein Rezept parat, das auf seinen Erfahrungen mit Unternehmenspleiten basiert: Die Gläubiger sollten dann für ihre Staatsanleihen weniger als den vollen Gegenwert bekommen. Experten halten dies allerdings für einen fahrlässigen Plan, der die Zinsen in die Höhe treiben, das Wirtschaftswachstum ausbremsen und das Vertrauen in die US-Vermögenswerte untergraben würde.

Der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner erklärte in einem Interview des Senders CNBC, dass er Wachstum mithilfe von Kreditaufnahmen stimulieren würde. Sollten Schwierigkeiten auftreten, könnte er Investoren dazu bringen, verringerte Zahlungen für ihre Staatsanleihen zu akzeptieren. Später stellte er klar, dass er anbieten würde, die Anleihen zu einem Rabatt von den Anlegern zurückzukaufen, in der Hoffnung, sie zu niedrigeren Raten zu refinanzieren. „Ich würde Kredite aufnehmen, denn wenn die Wirtschaft einbricht, könnte man einen Deal machen“, sagte Trump.

US-Vorwahlen in der letzten Runde – Wie geht es nun weiter?

10. Mai 2016

Am 10. Mai stimmen beide Parteien in West Virginia ab und die Republikaner in Nebraska.

17. Mai 2016

Wahltermin beider Parteien in Oregon, nur der Republikaner in Kentucky.

24. Mai 2016

Am 24. Mai werden die Delegierten im Staat Washington bestimmt.

4. Juni 2016

Am 4. Juni wählen die Demokraten im Außengebiet Jungferninseln, am 5. Juni in Puerto Rico.

7. Juni 2016

Nach jetzigem Stand wird spätestens der Großkampftag 7. Juni darüber entscheiden, wer als Kandidat seiner Partei den Kampf um das Weiße Haus aufnimmt.

14. Juni 2016

Am 14. Juni schließen die Demokraten in der Hauptstadt Washington DC die langen Monate der Vorwahlen ab.

Juli 2016

Im Juli stehen Parteiveranstaltungen an (Republikaner: Cleveland, Demokraten: Philadelphia). Dort werden die Kandidaten für die Wahl des nächsten US-Präsidenten (8.11.) offiziell gekürt.

Trumps Pläne, Gläubiger von US-Staatsanleihen zu Abstrichen zu zwingen, wurde noch nie von einer US-Regierung versucht. Er würde vermutlich Investoren verschrecken, deren Vertrauen in Schatzscheine die globalen Finanzmärkte am Laufen hält. Die Notwendigkeit einer Refinanzierung würde wohl die Zinsen in die Höhe treiben, da Anleger eine höhere Rendite für das angenommene Risiko eines Zahlungsausfalls fordern würden. Demnach müssten mehr Steuergelder für die Rückzahlung der Schulden aufgewendet werden. Viele Investoren würden ihr Geld anderswo anlegen. Und die Wirtschaft könnte einen traumatischen Schlag erleiden.

„Es scheint, als ob Trump plant, das Land wie eines seiner gescheiterten Geschäftsprojekte zu führen, und das lässt nichts Gutes ahnen“, sagt Megan Greene, Chefökonomin beim Finanzdienstleister Manulife. Ein solcher Schritt würde auch mit einem während der Amtszeit des ersten US-Präsidenten George Washington im 18. Jahrhundert eingeführten Grundsatz brechen: vom Staat aufgenommene Schulden zum vollen Nennwert zurückzuzahlen. Dadurch konnte das Land Kredite zu niedrigeren Zinsen aufnehmen, als dies sonst möglich gewesen wäre. Dies kam der Wirtschaft zugute.

Den Kreditzahlungsverpflichtungen nicht nachzukommen, könne daher keine ernstgemeinte Idee sein, sagt Tony Fratto, der in der Regierung des früheren Präsidenten George W. Bush im Finanzministerium arbeitete. „Es ist eine wahnwitzige Idee.“

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