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Special

07.11.2016

05:36 Uhr

E-Mail-Affäre

Hillary Clinton kann aufatmen

VonAlexander Demling, Martin Dowideit, Nils Rüdel

Ist das das Ende der E-Mail-Affäre? Der Chef der US-Bundespolizei sieht keine Hinweise auf kriminelles Verhalten der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton. Für Donald Trump bedeutet das einen heftigen Rückschlag.

E-Mail-Affäre

Diese Entlastung könnte ihr den Sieg bringen

E-Mail-Affäre: Diese Entlastung könnte ihr den Sieg bringen

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Cleveland/WashingtonOhne Belastungen durch weitere FBI-Ermittlungen in der E-Mail-Affäre kann Hillary Clinton nun in den Endspurt des US-Wahlkampfs gehen: Eine Prüfung neu entdeckter E-Mails habe keine Hinweise auf ein kriminelles Verhalten ergeben, teilte der Chef der Bundespolizei FBI, James Comey, am Sonntag in einem Brief an Kongressmitglieder mit. Deshalb werde es auch kein Ermittlungsverfahren gegen die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten geben.

Laut Comey hat sich nichts an den Erkenntnissen vom Juli nach Abschluss früherer Ermittlungen gegen Clinton geändert. Sie habe sich zwar „extrem sorglos“ verhalten, aber nichts getan, was eine strafrechtliche Verfolgung rechtfertige, so die damalige Bewertung. Nachdem das FBI in den vergangenen Tagen „rund um die Uhr“ gearbeitet habe, um die neuen Unterlagen auszuwerten, hätten die Ermittlungsergebnisse vom Juli nun auch weiter Bestand, so Comey.

Die Mitteilung vom Sonntag dürfte Clintons Kampagne neuen Schwung verleihen. „Wir sind glücklich, dass dieses Thema erledigt ist“, sagte ihre Sprecherin Jennifer Palmieri. Man sei immer überzeugt gewesen, dass das FBI zu dieser Schlussfolgerung kommen werde. Die Debatte um die so genannte E-Mail-Affäre hatte Clinton zuletzt in den Umfragen geschadet, Rivale Donald Trump konnte in vielen US-Bundesstaaten zu der Kandidatin aufschließen.

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Bei einem Clinton-Auftritt in Cleveland, Ohio, warteten hunderte Anhänger gerade auf ihre Rede, als der neue Brief öffentlich wurde. Nur langsam sprach sich die Nachricht herum. „Sie haben das alles ohne Grund gemacht“, sagte eine junge Frau im pinken Wahlkampfshirt ärgerlich. Andere zeigten sich erleichtert: „Was hat Trump jetzt noch gegen sie in der Hand?“, fragte eine ältere Frau. Clinton selbst erwähnte die glückliche Wendung für sie dagegen mit keinem Wort. Man wolle sich „auf die Hauptbotschaft konzentrieren“, hieß es in ihrem Team.

Trump hat das Vorgehen des FBI in der E-Mail-Affäre kritisiert. Bei einem Wahlkampfauftritt in Sterling Heights im Bundesstaat Michigan äußerte Trump am Sonntag Zweifel an der Gründlichkeit der FBI-Ermittlungen. Zudem sagte er bei einer Kundgebung in Minnesota über Clinton: „Sie wird durch ein korruptes System geschützt. Sie hätte nicht einmal als Präsidentschaftskandidatin antreten dürfen.“ Der republikanische Kandidat prophezeite, dass seine Rivalin mit langwierigen juristischen Auseinandersetzungen werde rechnen müssen. „Gegen Hillary Clinton wird lange Zeit ermittelt werden, wegen ihrer vielen Verbrechen gegen unsere Nation, unser Volk und unsere Demokratie.“

Trumps Wahlkampfchefin Kellyanne Conway sagte, die neuerliche Entscheidung des FBI ändere „überhaupt nichts“. Das FBI habe den Fall „von Anfang an falsch gehandhabt“, kritisierte Conway im Sender Fox News. Sie legte den Verdacht nahe, dass Clinton vom FBI begünstigt werde: Offenbar gebe es unterschiedliche Regeln für Clinton und „für uns, die kleinen Leute“.

Die Finanzmärkte scheinen nun wieder zuversichtlicher geworden zu sein, dass Clinton gewinnt: Die mexikanische Währung Peso legte unmittelbar nach der Nachricht um zwischenzeitlich bis zu drei Prozent zu. Der Peso gilt als Indikator des Wahlausgangs, wie er von den Finanzmärkte erwartet wird. Auch an den Börsen in Fernost legte der Dollar zum Yen sprunghaft zu.

Kommentare (2)

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Herr Tom Schmidt

07.11.2016, 08:08 Uhr

Naja hoffentlich! Wobei ich die Einschätzung so nicht teile. Clinton wurde vor dem Emailthema schon ein großer Sieg vorhergesagt, und dann war es wackelig.

Leider ist es eine allgemeine Politikstrategie, dass man nur mit Dreck werfen muss, damit auch was hängen bleibt. Da kann die nächsten Stunden noch was kommen. Unterm Strich gleicht der US Wahlkampf doch eher einem Wrestling-Event als einer ernsthaften politischen Auseinandersetzung (und wie immer in solchen Fällen: das sagt man leicht über die anderen... aber bei genauer Analyse der eigenen Situation... so weit sind wir davon auch nicht entfernt!!! Aber das würden natürlich unsere Parteien empört von sich (selbst) weisen, aber bei der anderen Partei...) ;-)

Herr Franz Paul

07.11.2016, 10:20 Uhr

Ist das nicht ein bisschen wenig Qualifikation für eine Kandidatin, dass sie nicht erkennbar kriminell ist?

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