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Special

03.05.2016

04:34 Uhr

Gegen Cruz und Clinton

„Lügender Ted“ und „Kill-ary“

In den Fan-Lagern der US-Präsidentschaftsbewerber heizt sich die Stimmung auf. In Indiana schließen sich Trump- und Sanders-Anhänger zusammen, um gegen Ted Cruz zu wettern. West Virginia wartet mit Anti-Clinton-Parolen.

Republikaner Ted Cruz in mitten von Trump-Anhängern. Reuters

US-Vorwahl

Republikaner Ted Cruz in mitten von Trump-Anhängern.

WashingtonAm Abend vor der Vorwahl im US-Staat Indiana weht dem Präsidentschaftsbewerber Ted Cruz Gegenwind aus gleich mehreren Lagern entgegen. Ihm kritisch gegenüberstehende Wähler schlossen sich am Montag bei einer Wahlkampfveranstaltung des Republikaners in Bloomington mit Anhängern seines parteiinternen Rivalen Donald Trump und des Demokraten Bernie Sanders zusammen, um Parolen gegen Cruz zu rufen.

Rund ein Dutzend Demonstranten trug während der Veranstaltung vor einem Lebensmittelladen Schilder mit Aufschriften wie „Indiana will dich nicht!“. Sie riefen: „Geh nach Hause nach Kanada!“ Cruz wurde 1970 in Kanada geboren. Zahlenmäßig waren Cruz' Anhänger in Bloomington allerdings deutlich in der Mehrheit. Hunderte riefen „Ted! Ted!“-Sprechchöre, als der texanische Senator Gegrilltes kostete, Hände schüttelte und für Selfies posierte.

Warum die US-Wahl für Deutschland wichtig ist

Politisches Verhältnis

Weniger herzlich ist das transatlantische Verhältnis geworden. Kühler, zweckorientierter, auch fremder. Die Uneinigkeit Europas und sein Auseinanderdriften besorgen Washington sehr. Wird der nächste Präsident auf Distanz bleiben und die Bindungen nach Asien ausbauen – oder wird er sich wieder um mehr Nähe bemühen?

Flüchtlinge

Wenn die Konflikte im Nahen Osten eskalieren - was bedeutet das für die Flüchtlingsbewegungen und ihr Hauptziel Deutschland? Ein härterer, weniger international denkender Präsident würde noch viel weniger Syrien-Flüchtlinge in die USA lassen. Das könnte den Druck auf andere Länder erhöhen.


Außenpolitik

Wer auch immer Barack Obama nachfolgen wird: Er wird außenpolitisch eine härtere Gangart anschlagen. Mehr Aggressivität im Nahen Osten und in Nordafrika ist wahrscheinlich. Die Erwartungen an den Nato-Partner Deutschland werden steigen.

Energie

Treibt der 45. Präsident der USA die Energieautonomie seines Landes voran, fördert das Fracking weiter? Wenn die USA deswegen ihr Engagement in der ölreichen Golfregion weiter zurückfahren, was heißt das für Deutschlands und Europas Rolle in Nahost?

Klima

Ohne die USA geht beim Klimaschutz nichts voran. Deutschland hat an diesem Thema großes Interesse, ein republikanischer Präsident aber könnte das dagegen ganz anders sehen.

TTIP

Das Freihandelsabkommen TTIP soll 2017 oder 2018 abgeschlossen werden. Wirtschaftlich wäre das für Deutschland und Europa bedeutend. Wie viel Wert wird der nächste US-Präsident darauf legen wollen, wenn dann das Pendant zu diesem TTIP unter Dach und Fach sein sollte, das gewaltige Abkommen TTP mit den Pazifikanrainern?


Bereits bei einem vorherigen Auftritt in der Stadt Marion wurde er von Trump-Fans konfrontiert und als „Lügender Ted“ verunglimpft. Das ist der Spitzname Trumps für seinen ärgsten republikanischen Widersacher.

Die demokratische Bewerberin Hillary Clinton wurde in Williamson im US-Staat West Virginia von gleich mehreren hundert Protestierenden konfrontiert. Im strömenden Regen vor einem Gesundheitszentrum schwenkten die Demonstranten Trump-Schilder und riefen „Kill-ary“.

Trump und Clinton liegen im Rennen um die US-Präsidentschaftsnominierungen deutlich in Führung. Cruz setzt darauf, eine absolute Mehrheit Trumps zu verhindern und so eine Kampfabstimmung auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner Mitte Juli in Cleveland zu erzwingen.

Von

ap

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