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Special

28.02.2016

19:31 Uhr

Jean-Marie Le Pen stützt Republikaner

Trump bekommt Wahlkampfhilfe aus Frankreich

In ihrem Auftreten haben sie Vieles gemeinsam, sie provozieren gern: Frankreichs führender Rechtsextremer Jean-Marie Le Pen und der US-Republikaner Donald Trump. Nun erhält Trump sogar Wahlkampfhilfe aus Frankreich.

Unverhofft kommt oft: Ohne sich um die Unterstützung zu reißen, bekommt Donald Trump viel Lob von Frankreichs Rechtsextremen. Ob ihm das nützt, oder vielleicht eher schadet, bleibt aber offen. AFP; Files; Francois Guillot

Donald Trump in Tennessee

Unverhofft kommt oft: Ohne sich um die Unterstützung zu reißen, bekommt Donald Trump viel Lob von Frankreichs Rechtsextremen. Ob ihm das nützt, oder vielleicht eher schadet, bleibt aber offen.

ParisDer umstrittene US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat Unterstützung von Frankreichs prominentesten Rechtsextremen bekommen. „Wenn ich Amerikaner wäre, würde ich Trump wählen ... möge Gott ihn schützen“, schrieb der Gründer und Ex-Chef der Front National (FN), Jean-Marie Le Pen, am Samstagabend beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Jean-Marie Le Pens Tochter, die FN-Chefin Marine Le Pen, hatte gegen ihren Vater wegen Streitigkeiten über dessen offen rassistische und fremdenfeindliche Rhetorik einen Parteiausschluss erwirkt. Jean-Marie Le Pen bezeichnete die Gaskammern der NS-Konzentrationslager wiederholt als „Detail“ der Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Der 87-Jährige wurde deswegen bereits mehrfach verurteilt.

Auch der republikanische Präsidentschaftsbewerber Trump sorgt immer wieder mit provokanten Äußerungen für Aufsehen. Zum Auftakt seiner Präsidentschaftsbewerbung hatte er mexikanische Einwanderer pauschal als „Vergewaltiger“ gebrandmarkt.

Warum die US-Wahl für Deutschland wichtig ist

Politisches Verhältnis

Weniger herzlich ist das transatlantische Verhältnis geworden. Kühler, zweckorientierter, auch fremder. Die Uneinigkeit Europas und sein Auseinanderdriften besorgen Washington sehr. Wird der nächste Präsident auf Distanz bleiben und die Bindungen nach Asien ausbauen – oder wird er sich wieder um mehr Nähe bemühen?

Flüchtlinge

Wenn die Konflikte im Nahen Osten eskalieren - was bedeutet das für die Flüchtlingsbewegungen und ihr Hauptziel Deutschland? Ein härterer, weniger international denkender Präsident würde noch viel weniger Syrien-Flüchtlinge in die USA lassen. Das könnte den Druck auf andere Länder erhöhen.


Außenpolitik

Wer auch immer Barack Obama nachfolgen wird: Er wird außenpolitisch eine härtere Gangart anschlagen. Mehr Aggressivität im Nahen Osten und in Nordafrika ist wahrscheinlich. Die Erwartungen an den Nato-Partner Deutschland werden steigen.

Energie

Treibt der 45. Präsident der USA die Energieautonomie seines Landes voran, fördert das Fracking weiter? Wenn die USA deswegen ihr Engagement in der ölreichen Golfregion weiter zurückfahren, was heißt das für Deutschlands und Europas Rolle in Nahost?

Klima

Ohne die USA geht beim Klimaschutz nichts voran. Deutschland hat an diesem Thema großes Interesse, ein republikanischer Präsident aber könnte das dagegen ganz anders sehen.

TTIP

Das Freihandelsabkommen TTIP soll 2017 oder 2018 abgeschlossen werden. Wirtschaftlich wäre das für Deutschland und Europa bedeutend. Wie viel Wert wird der nächste US-Präsident darauf legen wollen, wenn dann das Pendant zu diesem TTIP unter Dach und Fach sein sollte, das gewaltige Abkommen TTP mit den Pazifikanrainern?


Trumps Forderung nach einem generellen Einreiseverbot für Muslime in den USA wurde im Dezember auch von Politikern der eigenen Partei scharf kritisiert, doch wiederholte der Milliardär sie seitdem immer wieder. Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner liegt Trump klar vorn.

Von

afp

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