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Special

22.08.2016

19:58 Uhr

Korruptestes Unternehmen der USA?

Trump fordert Schließung der Clinton-Stiftung

Zuletzt stand der republikanische US-Präsidentschaftskandidat unter Druck. Jetzt will Donald Trump den Spieß umdrehen und attackiert Hillary Clinton. Er sieht bei seiner Rivalin einen Interessenskonflikt.

Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner fordert, dass die Stiftung der Clintons geschlossen wird. AFP; Files; Francois Guillot

Donald Trump greift Clinton an

Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner fordert, dass die Stiftung der Clintons geschlossen wird.

WashingtonDer republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump zieht gegen die wohltätige Stiftung zu Felde, die seine demokratische Rivalin Hillary Clinton mit ihrem Mann, Ex-Präsident Bill Clinton, führt. „Die Clintons haben Jahrzehnte damit zugebracht, als Insider in die eigene Tasche zu wirtschaften und sich um Spender zu kümmern statt um das amerikanische Volk“, sagte Trump am Montag dem Fernsehsender Fox News.

„Jetzt ist klar, dass die Clinton-Stiftung das korrupteste Unternehmen in der politischen Geschichte ist“, bilanzierte der Immobilienmilliardär. Die Stiftung müsse geschlossen werden. Sie habe Geld von Ländern angenommen, „die Frauen und Schwule und alle anderen diskriminiert haben“.

Die Skandale der Clintons

Berühmtes Paar, viele Vorwürfe

Hillary und Bill Clinton sind eines der berühmtesten Politikerpaare der Welt. Ihre lange Karriere wird von zahlreichen Skandalen und Vorwürfen begleitet, die 2016 im Wahlkampf wieder aufgekocht werden. Ein Überblick.

Bill Clintons Sexskandale (Auswahl)

Juanita Broaddrick bezichtigt Bill Clinton, sie 1978 als 35-Jährige vergewaltigt zu haben. Clinton war damals Generalstaatsanwalt von Arkansas.

Paula Jones warf Clinton sexuelle Belästigung vor. Sie erhielt im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung, die kein Schuldeingeständnis einschließt, 850.000 Dollar. Der Skandal wurde Troopergate genannt, weil junge State Trooper angaben, sie hätten Frauen (darunter Jones) an Clinton vermittelt.

Kathleen Willey erklärte, der Präsident habe sie im privaten Studierzimmer des Oval Office unsittlich berührt. Gennifer Flowers gab an, sie habe eine jahrelange Affäre mit Clinton gehabt.

Monica Lewinsky wurde 1998 wegen einer Affäre mit Clinton zur berühmtesten Praktikantin der Welt, ein beflecktes blaues Kleid wurde ebenfalls berühmt. Die Affäre hatte ein Amtsenthebungsverfahren zur Folge und hätte Clinton fast die Präsidentschaft gekostet.

Travelgate

Bestand im Kern darin, dass die Clintons das White House Travel Office durch ein Reisebüro aus Arkansas ausgetauscht haben. Hillary wurden in einem unabhängigen Bericht faktische Falschaussagen vorgehalten.

Whitewater

Name eines Stück Landes am White River in Arkansas, in das die Clintons Ende der 70er Jahre investiert hatten. Synonym für einen der langwierigsten Skandale eines US-Präsidenten. Im Kern stehen Spekulationsvorwürfe. Zahlreiche Menschen wurden verurteilt, den Clintons wurde nie etwas nachgewiesen. Untersuchungen begannen erst nach dem damals ominösen Tod des Weißen-Haus-Mitarbeiters Vince Foster. In seinem Büro wurden Whitewater-Papiere gefunden.

Pardongate

Bestand in umstrittenen Begnadigungen Bill Clintons an seinem letzten Tag im Amt. Im Fokus stand das Pardon für Mark Rich, einen flüchtigen Milliardär. Der Vorwurf: Er sei im Ausgleich dafür begnadigt worden, dass er mit seiner Frau den Clintons sehr viel Geld zukommen ließ.

Der wahre Skandal der Clinton-Ära?

DER WAHRE SKANDAL DER CLINTON-ÄRA?

Das Verhalten der Medien, sagt Joe Klein („Time Magazine“ und Autor von „Primary Colors“). „Der eigentliche Skandal war der Presseskandal. Die Menge an Zeit und Platz, die wir Dingen eingeräumt haben, die nicht wichtig waren oder gar nicht existiert haben.“ Für viele ist die Trivialisierung amerikanischer Medien Erbe der mangelhaften Berichterstattung über die damaligen Skandale.

Benghazi

Im September 2012 wurde das US-Konsulat im libyschen Benghazi von Islamisten attackiert. Vier Amerikaner starben, darunter der Botschafter Chris Stevens. Vorwurf eins an die damalige Außenministerin Clinton: Sie habe das Konsulat völlig unzureichend schützen lassen. Vorwurf zwei: Anders als von ihr behauptet, seien die Angriffe nicht spontan gewesen, sondern geplant und damit absehbar und zu verhindern.

Hillarys E-Mail-Affäre

Steht im Fokus mehrerer Untersuchungen und bleibt für die voraussichtliche Kandidatin brandgefährlich. Der Vorwurf: Clinton hat in ihrer Zeit als US-Außenministerin ihren E-Mail-Verkehr nicht über das State Department abgewickelt, sondern entgegen aller Vorschriften über einen privaten Server. Am gefährlichsten ist die Untersuchung des FBI, danach könnte sie angeklagt werden.

Die Reden

Beide Clintons haben nach dem Jahr 2001 Millionen Dollar für das Halten von Reden erhalten. Vor allem Hillary Clinton werden hoch dotierte Auftritte bei der Investmentbank Goldman Sachs vorgeworfen. Die Veröffentlichung der Redetexte verweigert sie strikt.

Die Clinton-Stiftung

Vorwurf: massive Interessenkonflikte, Vermischung politischer und privater Interessen, fehlerhafte Steuererklärungen. Ist auch verwoben mit der E-Mail-Affäre.

Quelle: dpa

Damit spielte Trump offenbar auf eine Reihe von Staaten an, darunter Saudi-Arabien, denen Menschenrechtsverstöße angelastet werden und die der Clinton-Stiftung hohe Summen spendeten, als Hillary Clinton US-Außenministerin war (2009 bis 2013). Trump äußerte die Ansicht, dass die Stiftung diese Spenden zurückzahlen müsse.

Die Clinton-Stiftung war 2001 von Bill Clinton nach dem Ende seiner Präsidentschaft gegründet worden. Sie sammelte seitdem rund zwei Milliarden Dollar (1,77 Milliarden Euro) an Spenden ein. Die Stiftung unterstützt sowohl im Inland auch als im Ausland Projekte. 2014 stellte sie dafür insgesamt 218 Millionen Dollar bereit.

Hillary Clinton wird vorgeworfen, dass sie als Außenministerin möglicherweise wegen der Stiftung in Interessenkonflikte geriet. Kritiker sind der Auffassung, dass die Maßnahmen zur Trennung zwischen der Stiftungsarbeit und Clintons Arbeit als Ministerin nicht ausreichend waren.

E-Mail-Affäre: Republikaner wollen Clinton wegen Meineides belangen

E-Mail-Affäre

Republikaner wollen Clinton wegen Meineides belangen

Hillary Clintons E-Mail-Affäre bleibt auch nach Monaten ihre Achillesferse. Die Republikaner versuchen alles, um sie dort anzugreifen – jetzt geht es um Meineid.

Kürzlich waren E-Mails öffentlich geworden, wonach ein enger Mitarbeiter von Bill Clinton zwei ranghohe Mitarbeiter der damaligen Außenministerin Clinton im State Department kontaktierte, um einem Spender der Stiftung, dem libanesisch-nigerianischen Milliardär Gilbert Chagoury, dabei zu helfen, einen Termin bei einem US-Diplomaten im Libanon zu bekommen.

Bill Clinton kündigte daraufhin vergangene Woche an, dass er im Falle eines Wahlsiegs seiner Frau für die Stiftung keine ausländischen oder Unternehmensspenden mehr annehme und vom Vorstand der Stiftung zurücktreten werde.

Hillary Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook sagte dem US-Fernsehsender CNN am Sonntag, diese Vorkehrungen seien „beispiellos (...) in puncto Offenlegung und Beschränkungen“. Mook hob zugleich hervor, dass dank der Clinton-Stiftung mehr als zehn Millionen Menschen weltweit Medikamente zur Behandlung der Immunschwächekrankheit Aids bekämen und die Kosten für Malaria-Medikamente um 90 Prozent gesenkt worden seien.

Von

afp

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