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Special

28.11.2016

08:31 Uhr

Künftiger US-Präsident

Jetzt spekuliert auch Trump über Wahlbetrug

Donald Trump ist zurück im Wahlkampfmodus. Auf die Initiative zur Neuauszählung in drei US-Staaten, die von den Demokraten unterstützt wird, reagiert er mit Anschuldigungen. Er sei um Millionen Stimmen betrogen worden.

Neuauszählung in den USA

So kurios reagiert Donald Trump auf Twitter

Neuauszählung in den USA : So kurios reagiert Donald Trump auf Twitter

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WashingtonKnapp drei Wochen nach der US-Präsidentschaftswahl ist eine neue Debatte über das Ergebnis entbrannt. Der designierte neue Amtsinhaber Donald Trump erklärte am Sonntag, dass sich „Millionen Menschen“ illegal an der Wahl am 8. November beteiligt hätten – und sein Sieg andernfalls sogar noch überzeugender ausgefallen wäre.

„Zusätzlich zu meinem Erdrutschsieg im Wahlleutegremium habe ich auch die Mehrheit der abgegebenen Stimmen gewonnen, wenn man die Millionen von Menschen abzieht, die illegal abgestimmt haben“, schrieb er auf Twitter. Wen er damit meinte, ließ Trump offen. Beweise für seine Anschuldigungen lieferte er ebenfalls nicht.

In einer weiteren Twitter-Nachricht sprach er von einem „ernsthaften Wahlbetrug“ in den Bundesstaaten Virginia, New Hampshire und Kalifornien, die seine Gegnerin Hillary Clinton gewonnen hatte. Trump antwortete mit seinen Tweets auf eine anstehende Neuauszählung in Wisconsin, wo er Clinton knapp besiegt hatte. Trump kritisierte am Sonntag die geplante Neuauszählung als Zeitverschwendung: „So viel Zeit und Geld wird darauf verwendet – gleiches Ergebnis! Traurig“, schrieb Trump.

Den „Recount“ in dem Staat Wisconsin hatte die – bei der Wahl völlig chancenlose – Grünen-Bewerberin Jill Stein beantragt. Sie will auch Neuauszählungen in den Staaten Pennsylvania und Michigan anstrengen, wo Trump ebenfalls knapp gewonnen hat. Clintons Team unterstützt die Neuauszählung. Anders als Trump hatte das Clinton-Lager aber nicht den Vorwurf des Wahlbetrugs erhoben, sondern die Neuauszählung angesichts der knappen Ergebnisse nur als Vorsichtsmaßnahme dargestellt.

Die US-Bürger wählen ihren Präsidenten nur indirekt. Ausschlaggebend ist ein Gremium von Wahlmännern und -frauen. Jeder Bundesstaat hat je nach seinem Bevölkerungsumfang eine bestimmte Zahl von Vertretern in dieser Gruppe, die entsprechend dem Wahlergebnis in ihrem Staat votieren – nach dem Prinzip „The Winner takes it all“. Das heißt, der Gewinner bekommt alles, hohe Siege zählen nicht mehr als knappe. So waren landesweit bei der Wahl am 8. November auf Clinton rund zwei Millionen mehr Stimmen entfallen als auf Trump. Aber der Republikaner hatte mehr Stimmen im Wahlgremium.

US-Wahl 2016: US-Grüne beantragen Nachzählung in Wisconsin

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Donald Trump bildet schon seine Regierung. Aber jetzt soll es eine Neuauszählung von Wahlstimmen geben, möglicherweise in drei US-Staaten mit knappem Resultat. Kann Hillary Clinton am Ende doch noch hoffen?

„Es wäre viel leichter für mich gewesen, die sogenannte „Popular Vote“ zu gewinnen als die Mehrheit der Wahlmänner, weil ich dann nur in drei bis vier Staaten Wahlkampf hätte machen müssen statt in den 15 Staaten, die ich besucht habe“, twitterte Trump am Sonntag.

Die Äußerungen des designierten Präsidenten warfen Fragen auf, denn Trump und seine Berater hatten am Wochenende scharfe Kritik an den Plänen zur Neuauszählung in einigen Staaten geübt. Unklar blieb, welches Ziel Trump verfolgt, indem er nun selbst die Rechtmäßigkeit der Wahl in Frage stellt.

Unabhängige Wahlbeobachter hatten Wahlbetrug in dem Umfang, wie Trump ihn nun behauptete, nicht festgestellt. Die US-Regierung erklärte, es gebe keine Anzeichen für Unregelmäßigkeiten bei der Wahl. Nach Einschätzung von Experten ist jedoch der einzige Weg, Klarheit zu schaffen, eine Neuauszählung aller Stimmen.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

28.11.2016, 08:45 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

Account gelöscht!

28.11.2016, 09:02 Uhr

Trump hat alle Trümpfe auf seiner Seite!

1. Hillary Clinton hat mit ihrer Gratualtion an den Wahlsieger Trump ihre Niederlage eingestanden und auch akzptiert.
2. Die Grünen-Bewerberin Jill Stein hat nichts zu melden. Die kann keine Präsidentin werden. Das einzige was Sie machen kann, ist Geld für ihre Neuauzählung von schlechten Demokratischen Verlierer einzusammeln und dieses Geld dann in der Bürokratie der Nachzählung zu versenken.
3. Wenn hier Wahlbetrug betrieben worden ist, dann ging dieser von den Demokraten aus. Der Schuss der Nachzählung kann also sehr wahrscheinlich nach hinten los gehen.
4. Muss diese Nachzählung organisatoisch von Grünen-Bewerberin Jill Stein and Friends bis zum 13. Dezember durchsein und ein Ergebnis präsentiert werrden. Wenn nicht, dann ist es hier schon zu Ende. Falls ein Ergebnis vorliegen sollten, dann wird diees erst nochmal geprüft und kann dann wieder von der einen oder anderen Seite angezweifelt und geprüft werden.
5. Hat Trump recht...dieses Nachzahlungsspiel ist reine Geld und Zeitverschwendung.

Herr Tante Mila

28.11.2016, 09:38 Uhr

@ Holger Narrog "Allerdings gab es in der Vergangenheit in der BRD auch bewusste Wahlfälschungen."

Was Sie natürlich beweisen können?

@ Marc Hofmann: Es ist schon erstaunlich, dass ausgerechnet Trump sich nun aufregt, der ja schon vor der Wahl die Position vertrat "entweder ich gewinne, oder es ist Betrug". Und all die Trump-Fans, die immer darauf verweisen, dass Trump demokratisch gewählt sei... Und nun überschlägt sich Herr Hofmann vor Kritik an der Nachzahlung. Ist diese Nachzählung nicht auch ein demokratisches Instrument im amerikanische Wahlrecht? Ist es etwa Ihr Geld? Ist es Trumps Geld? Was passt Ihnen eigentlich nicht? Und wenn alle betrogen haben, wunderbar. Soll die Wahl doch einfach wiederholt werden. Am besten mit jeder Menge Wahlbeobachtern, wie es in Bananenrepubliken nun einmal üblich ist.

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