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Special

08.08.2016

19:34 Uhr

McMullin wird Gegenkandidat

Ein Rebell stellt sich gegen Trump

Seit dem Parteitag der Republikaner sind die Umfragewerte von Donald Trump abgerutscht – und der Rückhalt in der eigenen Partei bröckelt: Der Republikaner Evan McMullin lässt sich als Gegenkandidat aufstellen.

Der US-Präsidentschaftskandidaten bekommt es mit einem Rebell aus den eigenen Reihen zu tun. AP

Konkurrenz für Donald Trump

Der US-Präsidentschaftskandidaten bekommt es mit einem Rebell aus den eigenen Reihen zu tun.

WashingtonGegen den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump tritt nun auch ein Rebell aus den Reihen seiner eigenen Partei an. Der Republikaner Evan McMullin, ein früherer Anti-Terror-Experte des Auslandsgeheimdienstes CIA, gab am Montag seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl im November bekannt.

Der 40-Jährige ist allerdings bislang in der Öffentlichkeit so gut wie unbekannt und startet sehr spät in das Rennen, so dass es ihm schwerlich gelingen dürfte, bei der Wahl eine nennenswerte Rolle zu spielen. Allerdings ist seine Kandidatur ein weiteres Anzeichen dafür, dass Trumps Nominierung die Republikanische Partei nach wie vor tief spaltet.

„Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun“, erklärte McMullin auf seiner Seite im Onlinenetzwerk Facebook. Sein Land habe Besseres verdient als Trump oder die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton. Deswegen biete er sich „demütig“ den „Millionen von desillusionierten Amerikanern“ als die bessere Alternative an.

Trump war Mitte Juli von den Republikanern offiziell als Präsidentschaftskandidat nominiert worden. Allerdings zeigte der teilweise turbulente Verlauf des Nominierungsparteitags, dass viele in der Partei mit der Kandidatur des Quereinsteigers weiterhin hadern.

Die Chronologie des Donald Trumps

Karriere

Es ist eine der steilsten Blitzkarrieren in der jüngeren Geschichte der US-Politik. Innerhalb eines Jahres hat der umstrittene Immobilienmilliardär Donald Trump die Republikanische Partei erobert und ist nun ihr Präsidentschaftskandidat. Als krasser Außenseiter ohne jegliche politische Erfahrung gestartet, konnte der Rechtspopulist mit ebenso simplen wie radikalen Parolen die Frustrationen von Millionen von Wählern bündeln und 16 republikanische Konkurrenten ausstechen.

16. Juni 2015

Bei einem pompös inszenierten Auftritt in seinem New Yorker Trump Tower verkündet Trump seine Bewerbung um das Präsidentenamt. Zugleich setzt er mit einer wütenden Attacke gegen mexikanische Einwanderer den Ton für seine Kampagne: „Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger. Und einige, nehme ich an, sind gute Menschen.“

7. August 2015

Nach seiner ersten TV-Debatte als Präsidentschaftsbewerber geifert Trump über die Moderatorin Megyn Kelly: „Man kann sehen, dass Blut aus ihren Augen herauskam, dass Blut wo auch immer bei ihr herauskam.“ Auch in der eigenen Partei löst die frauenfeindliche Bemerkung heftige Kritik aus.

24. September 2015

Trump verkündet, dass er nicht an den Klimawandel glaubt: „Wetter ändert sich nun mal. Es gibt Stürme und Regen, und es gibt schöne Tage.“

7. Dezember 2015

Nach dem Attentat im kalifornischen San Bernardino fordert der Milliardär ein generelles Einreiseverbot für Muslime. Eine Welle der Entrüstung im In- und Ausland folgt, seine Umfragewerte steigen.

1. Februar 2016

Trump unterliegt in der ersten Vorwahl der Republikaner gegen Ted Cruz im Bundesstaat Iowa. Er wirft dem Senator Wahlbetrug vor.

1. März 2016

Am ersten „Super Tuesday“ der Vorwahlen holt Trump sieben Bundesstaaten. Nun ist er endgültig der Favorit für die Präsidentschaftskandidatur.

3. März 2016

Der Baulöwe bezieht in einer Fernsehdebatte Stellung zu seinem Geschlechtsteil. Weder seine Hände noch „etwas Anderes“ seien klein. Sein Rivale Marco Rubio hatte zuvor einen schlechten Witz über Trumps Penisgröße gemacht.

24. Juni 2016

Das Brexit-Votum der Briten findet Trump „fantastisch“.

15. Juli 2016

Trump präsentiert seinen Kandidaten für das Vizepräsidentenamt. Der Gouverneur von Indiana, Mike Pence, ist ein Liebling des erzkonservativen Flügels.

19. Juli 2016

Trump wird vom Parteitag als Präsidentschaftskandidat nominiert.

Seit dem Parteitag hat sich der rechtspopulistische Immobilienmilliardär mit einer Serie von Fehltritten selbst beschädigt, seine Umfragewerte sind seither abgesackt. So griff Trump die muslimischen Eltern eines im Irak gefallenen US-Soldaten an, verwies ein schreiendes Baby aus einer Wahlveranstaltung und versagte prominenten Republikanern zunächst die Unterstützung für deren Wahlkampf zum Wiedereinzug in den Kongress.

Im Bemühen um innerparteiliche Versöhnung erklärte Trump am vergangenen Freitag dann, dass er nun doch den Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, und Senator John McCain in ihren Wahlkampagnen unterstütze.

Von

afp

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