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Special

21.02.2016

08:14 Uhr

Nach den US-Vorwahlen

Trump gegen Clinton wird wahrscheinlich

VonMoritz Koch

Donald Trump triumphiert in South Carolina, Hillary Clinton in Nevada – und Jeb Bush hört auf. Bei den Republikanern siegt die Wut der Basis über die Parteielite, bei den Demokraten setzt sich das Establishment durch.

Das große Duell zwischen Donald Trump und Hillary Clinton rückt näher. AFP; Files; Francois Guillot

US-Vorwahlen

Das große Duell zwischen Donald Trump und Hillary Clinton rückt näher.

WashingtonDie Frage, die sich nach den Vorwahlen in South Carolina stellt, lautet nicht mehr, ob Donald Trump der Rolle des Spitzenreiters gewachsen ist. Sie lautet: Ist Donald Trump noch aufzuhalten? Mit seinem zweiten klaren Sieg im dritten Urnengang ist der Rechtspopulist kein Außenseiter mehr; er ist der Favorit auf die Präsidentschaftskandidatur der republikanischen Partei. Noch nie hat ein Kandidat, der nach New Hampshire auch South Carolina gewonnen hat, am Ende verloren.

Trump polarisiert und provoziert, er kennt keine Scheu, verspürt keine Hemmungen. Streitlust ist die einzige Konstante seiner sprunghaften Kampagne. Doch in den vergangenen Tagen hat er sich selbst übertroffen. Er gab George W. Bush, dem letzten republikanischen Präsidenten, eine Mitschuld an den Terroranschlägen des 11. September 2001. Er verwickelte sich in ein Wortgefecht mit dem Papst. Und er rief zum Boykott der IT-Ikone Apple auf.

Trump dominierte den Nachrichtenzyklus nicht einfach nur, er ließ ihn um sich kreisen. Auch darum ist er in diesem Wahlkampf bisher eine Klasse für sich. Mit 33 Prozent der Stimmen lag er in South Carolina zehn Prozentpunkte vor seinem nächsten Rivalen.

So geht's weiter: Termine im US-Wahlkampf

20. Februar

Vorwahl der Republikaner in South Carolina, „Caucus“ der Demokraten in Nevada

23. Februar

„Caucus“ der Republikaner in Nevada

25. Februar

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27. Februar

Vorwahl der Demokraten in South Carolina

1. März

„Super Tuesday“: Vorwahlen in Alabama, Alaska (nur Republikaner), Arkansas, Colorado, Georgia, Massachusetts, Minnesota, North Dakota (Republikaner), Oklahoma, Tennessee, Texas, Vermont, Virginia, Wyoming und im US-Außengebiet Samoa

Und doch gibt es auf die Frage, ob Trump noch aufzuhalten ist, die vorläufige Antwort: Ja, das ist er. Trumps Triumph ist nämlich nicht die einzige große Nachricht dieses Abends. Die andere ist die Kapitulationserklärung von Jeb Bush. Der Sohn des 41. und Bruder des 43. US-Präsidenten landete abgeschlagen auf dem vierten Platz und sah sich gezwungen aufzugeben – die Aussichtslosigkeit seiner Kandidatur ließ sich nicht mehr wegdeuten.

Dabei hatte er alles versucht, mehr Geld verbrannt als jeder andere Bewerber, seine Mutter und seinen Bruder für Wahlkampfevents eingespannt, zuletzt sogar seine Brille gegen Kontaktlinsen eingetauscht. Doch gelang es ihm nie, Begeisterung zu entfachen, ihm fehlten Charisma und eine klare Botschaft. Bush verabschiedete sich mit einer Mahnung, die offenkundig an den Egomanen Trump gerichtet war. Ein Präsident müsse ein Diener des Volks sein und dürfe sich nicht zum Herrscher aufspielen.

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