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Special

02.02.2016

15:52 Uhr

Nach der Wahl in Iowa

So geht es im US-Wahlkampf weiter

VonNils Wischmeyer

Weckruf aus Iowa: Bis Ende des Monats wählen drei weitere Bundesstaaten ihre Präsidentschaftskandidaten. Warum Iowa so wichtig war, was Trump Stimmen gekostet hat und was wem in die Karten spielt. Sechs Antworten.

Donald Trump muss sich in Iowa geschlagen geben. Als nächstes geht es für die Kandidaten nach New Hampshire. AFP

Niedergeschlagen

Donald Trump muss sich in Iowa geschlagen geben. Als nächstes geht es für die Kandidaten nach New Hampshire.

DüsseldorfIn neun Monaten wählen die US-Amerikaner den Nachfolger von Barack Obama und damit den 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Bei den ersten Vorwahlen am Montag erlebten die Kandidaten beider Lager eine böse Überraschung. Entgegen aller Vorhersagen musste sich der Republikaner Donald Trump in Iowa am Montag seinem Konkurrenten Ted Cruz geschlagen geben. Die Demokratin Hillary Clinton konnte nur hauchdünn gegen ihren Widersacher Bernie Sanders gewinnen. Das könnte Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Wahlkampfs haben.

Die nächsten drei Härtetests – was folgt auf Iowa?

Nach dem Auftakt in Iowa gibt es noch drei weitere Vorwahlen vor dem 1. März der allgemein als „Super Tuesday“ gilt. Als nächstes steht für Demokraten wie Republikaner New Hampshire auf dem Plan. Dort wird am 9. Februar über die Nominierung der Präsidentschaftskandidaten abgestimmt. Für die Republikaner geht es am 20. Februar nach South Carolina. Nevada stimmt am 27. Februar ab. Bei den Demokraten ist es umgekehrt. Sie wählen am 23. Februar erst in Nevada und enden am 27. Februar in South Carolina.

Warum die US-Wahl für Deutschland wichtig ist

Politisches Verhältnis

Weniger herzlich ist das transatlantische Verhältnis geworden. Kühler, zweckorientierter, auch fremder. Die Uneinigkeit Europas und sein Auseinanderdriften besorgen Washington sehr. Wird der nächste Präsident auf Distanz bleiben und die Bindungen nach Asien ausbauen – oder wird er sich wieder um mehr Nähe bemühen?

Flüchtlinge

Wenn die Konflikte im Nahen Osten eskalieren - was bedeutet das für die Flüchtlingsbewegungen und ihr Hauptziel Deutschland? Ein härterer, weniger international denkender Präsident würde noch viel weniger Syrien-Flüchtlinge in die USA lassen. Das könnte den Druck auf andere Länder erhöhen.


Außenpolitik

Wer auch immer Barack Obama nachfolgen wird: Er wird außenpolitisch eine härtere Gangart anschlagen. Mehr Aggressivität im Nahen Osten und in Nordafrika ist wahrscheinlich. Die Erwartungen an den Nato-Partner Deutschland werden steigen.

Energie

Treibt der 45. Präsident der USA die Energieautonomie seines Landes voran, fördert das Fracking weiter? Wenn die USA deswegen ihr Engagement in der ölreichen Golfregion weiter zurückfahren, was heißt das für Deutschlands und Europas Rolle in Nahost?

Klima

Ohne die USA geht beim Klimaschutz nichts voran. Deutschland hat an diesem Thema großes Interesse, ein republikanischer Präsident aber könnte das dagegen ganz anders sehen.

TTIP

Das Freihandelsabkommen TTIP soll 2017 oder 2018 abgeschlossen werden. Wirtschaftlich wäre das für Deutschland und Europa bedeutend. Wie viel Wert wird der nächste US-Präsident darauf legen wollen, wenn dann das Pendant zu diesem TTIP unter Dach und Fach sein sollte, das gewaltige Abkommen TTP mit den Pazifikanrainern?


Warum gelten die ersten vier Vorwahlen als richtungsweisend?

Etwas mehr als 3,1 Millionen, meist weiße Einwohner, größtenteils abhängig von Landwirtschaft, und für die restlichen Bundesstaaten kaum von Bedeutung: Das ist Iowa. Bei den Demokraten kommen gerade einmal 52 der insgesamt 4700 Delegierten des Nominierungsparteitags aus Iowa, bei den Republikaner sind es nur 30 aus 2500. Eher überschaubare Zahlen also. Ähnlich sieht es in New Hampshire aus. South Carolina und Nevada sind zwar etwas vielfältiger, da dort auch viele Schwarze und Latinos leben, doch ist die Bevölkerungszahl auch in diesen beiden Staaten eher gering.

Und doch gelten die Vorwahlen in den Bundesstaaten als richtungsweisend für den späteren Kampf um die Nominierung der Präsidentschaftskandidaten. Auch deswegen traten die Spitzenkandidaten in Iowa bis zu zehn Mal häufiger auf, als beispielsweise in Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat der USA. Das Kalkül: Früher Erfolg bringt Geld, neue Wähler und eine Menge Aufmerksamkeit für das restliche Wahlprogramm.

US-Vorwahl in Iowa: Cruz schlägt Trump – Clinton muss lange zittern

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Bei der Präsidentschafts-Vorwahl im US-Staat Iowa siegt Hillary Clinton über Bernie Sanders bei den Demokraten denkbar knapp. Dagegen verliert der Republikaner Donald Trump deutlich – fühlt sich aber trotzdem „geehrt“.

Wie stehen die Chancen der Kandidaten bei den nächsten Wahlen?

In Iowa sind die meisten Republikaner weiße, konservative Christen. Das spielte Ted Cruz in die Karten – und wurde Donald Trump, der mehrmals geschieden ist, wohl zum Verhängnis. Auch in New Hampshire ist die Wählerschaft größtenteils weiß, allerdings weitaus moderater und weniger christlich. Dort sieht es für Trump derzeit gut aus. Er führt die Umfragen mit mehr als 30 Prozent an, während sein Widersacher Cruz auf gerade einmal elf Prozent der Stimmen kommt. Ähnlich sieht es in South Carolina und Nevada aus. Auch dort führt Trump in den Umfragen, bei den Demokraten Hillary Clinton. Gerade in South Carolina, wo viele Schwarze leben, liegt Clinton mit mehr als 30 Prozent vor Bernie Sanders, den sie in Iowa nur knapp mit Münzglück geschlagen hatte.

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