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Special

30.08.2016

00:29 Uhr

Nach Sex-Affäre

Clinton-Vertraute trennt sich von ihrem Mann

Jetzt reicht's: Huma Abedin ist im US-Wahlkampf Beraterin von Hillary Clinton. Jetzt trennte sie sich von ihrem Ehemann Anthony Weiner, da dieser freizügige Fotos von sich an eine Trump-Anhängerin geschickt haben soll.

Anthony Weiner, Noch-Ehemann von Huma Abedin, bewarb sich 2013 um das Amt des New Yorker Bürgermeisters. Reuters

Clinton-Beraterin trennt sich Ehemann

Anthony Weiner, Noch-Ehemann von Huma Abedin, bewarb sich 2013 um das Amt des New Yorker Bürgermeisters.

New YorkMitten in der heißen Phase des US-Präsidentschaftswahlkampfs hat eine enge Vertraute der demokratischen Bewerberin Hillary Clinton die Trennung von ihrem Mann bekanntgegeben, nachdem diesem erneut öffentlich Sex-Affären nachgesagt wurden. Nach "langen und schmerzlichen" Überlegungen habe sie sich zu der Trennung durchgerungen, teilte die 40-jährige Huma Abedin am Montag mit. Sie und ihr Mann, Anthony Weiner, würden sich weiter gemeinsam aufs Beste für ihren gemeinsamen Sohn einsetzen.

Abedin ist derzeit Vize-Chefin des Wahlkampfteams von Clinton. Sie arbeitet schon seit 20 Jahren in Clintons Umfeld, unter anderem in ihrer Zeit als First Lady und als Außenministerin.

Die Skandale der Clintons

Berühmtes Paar, viele Vorwürfe

Hillary und Bill Clinton sind eines der berühmtesten Politikerpaare der Welt. Ihre lange Karriere wird von zahlreichen Skandalen und Vorwürfen begleitet, die 2016 im Wahlkampf wieder aufgekocht werden. Ein Überblick.

Bill Clintons Sexskandale (Auswahl)

Juanita Broaddrick bezichtigt Bill Clinton, sie 1978 als 35-Jährige vergewaltigt zu haben. Clinton war damals Generalstaatsanwalt von Arkansas.

Paula Jones warf Clinton sexuelle Belästigung vor. Sie erhielt im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung, die kein Schuldeingeständnis einschließt, 850.000 Dollar. Der Skandal wurde Troopergate genannt, weil junge State Trooper angaben, sie hätten Frauen (darunter Jones) an Clinton vermittelt.

Kathleen Willey erklärte, der Präsident habe sie im privaten Studierzimmer des Oval Office unsittlich berührt. Gennifer Flowers gab an, sie habe eine jahrelange Affäre mit Clinton gehabt.

Monica Lewinsky wurde 1998 wegen einer Affäre mit Clinton zur berühmtesten Praktikantin der Welt, ein beflecktes blaues Kleid wurde ebenfalls berühmt. Die Affäre hatte ein Amtsenthebungsverfahren zur Folge und hätte Clinton fast die Präsidentschaft gekostet.

Travelgate

Bestand im Kern darin, dass die Clintons das White House Travel Office durch ein Reisebüro aus Arkansas ausgetauscht haben. Hillary wurden in einem unabhängigen Bericht faktische Falschaussagen vorgehalten.

Whitewater

Name eines Stück Landes am White River in Arkansas, in das die Clintons Ende der 70er Jahre investiert hatten. Synonym für einen der langwierigsten Skandale eines US-Präsidenten. Im Kern stehen Spekulationsvorwürfe. Zahlreiche Menschen wurden verurteilt, den Clintons wurde nie etwas nachgewiesen. Untersuchungen begannen erst nach dem damals ominösen Tod des Weißen-Haus-Mitarbeiters Vince Foster. In seinem Büro wurden Whitewater-Papiere gefunden.

Pardongate

Bestand in umstrittenen Begnadigungen Bill Clintons an seinem letzten Tag im Amt. Im Fokus stand das Pardon für Mark Rich, einen flüchtigen Milliardär. Der Vorwurf: Er sei im Ausgleich dafür begnadigt worden, dass er mit seiner Frau den Clintons sehr viel Geld zukommen ließ.

Der wahre Skandal der Clinton-Ära?

DER WAHRE SKANDAL DER CLINTON-ÄRA?

Das Verhalten der Medien, sagt Joe Klein („Time Magazine“ und Autor von „Primary Colors“). „Der eigentliche Skandal war der Presseskandal. Die Menge an Zeit und Platz, die wir Dingen eingeräumt haben, die nicht wichtig waren oder gar nicht existiert haben.“ Für viele ist die Trivialisierung amerikanischer Medien Erbe der mangelhaften Berichterstattung über die damaligen Skandale.

Benghazi

Im September 2012 wurde das US-Konsulat im libyschen Benghazi von Islamisten attackiert. Vier Amerikaner starben, darunter der Botschafter Chris Stevens. Vorwurf eins an die damalige Außenministerin Clinton: Sie habe das Konsulat völlig unzureichend schützen lassen. Vorwurf zwei: Anders als von ihr behauptet, seien die Angriffe nicht spontan gewesen, sondern geplant und damit absehbar und zu verhindern.

Hillarys E-Mail-Affäre

Steht im Fokus mehrerer Untersuchungen und bleibt für die voraussichtliche Kandidatin brandgefährlich. Der Vorwurf: Clinton hat in ihrer Zeit als US-Außenministerin ihren E-Mail-Verkehr nicht über das State Department abgewickelt, sondern entgegen aller Vorschriften über einen privaten Server. Am gefährlichsten ist die Untersuchung des FBI, danach könnte sie angeklagt werden.

Die Reden

Beide Clintons haben nach dem Jahr 2001 Millionen Dollar für das Halten von Reden erhalten. Vor allem Hillary Clinton werden hoch dotierte Auftritte bei der Investmentbank Goldman Sachs vorgeworfen. Die Veröffentlichung der Redetexte verweigert sie strikt.

Die Clinton-Stiftung

Vorwurf: massive Interessenkonflikte, Vermischung politischer und privater Interessen, fehlerhafte Steuererklärungen. Ist auch verwoben mit der E-Mail-Affäre.

Quelle: dpa

Weiner musste 2011 seinen Sitz im Repräsentantenhaus niederlegen, nachdem er Sex-Nachrichten mit sechs verschiedenen Frauen ausgetauscht hatte. Zwei Jahre später bewarb er sich um das Amt des Bürgermeisters von New York. Im Wahlkampf kam heraus, dass er erneut unter dem Namen "Carlos Danger" Cybersex betrieb. Damit waren seine Chancen dahin.

Die jüngsten Enthüllungen über Weiner kamen durch die "New York Post" an die Öffentlichkeit. Sie publizierte Fotos und Kurznachrichten Weiners aus einem schlüpfrigen Austausch mit einer Frau, wobei auf den Fotos auch Weiners Sohn auftauchte.

Clintons republikanischer Konkurrent um das Präsidentenamt, Donald Trump, nannte es eine "weise Entscheidung", dass Abedin sich von ihrem Mann trenne, stellte aber sogleich Clintons Urteilsfähigkeit in Frage. Es sei unklar, was Weiner alles über Abedin erfahren und wem er es weitererzählt habe, erklärte Trump.

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