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Special

06.09.2016

03:52 Uhr

Nach Trump-Besuch

Clinton schlägt Einladung nach Mexiko aus

Wie Donald Trump hat auch Hillary Clinton eine Einladung von Mexikos Präsidenten erhalten - doch die Demokratin will es ihrem Rivalen nicht gleichtun. In einer seltenen Pressekonferenz warnt Clinton zudem vor Russland.

Keine Reise nach Mexiko: Hillary Clinton will sich so weit es geht von Donald Trump distanzieren. AFP; Files; Francois Guillot

Hillary Clinton

Keine Reise nach Mexiko: Hillary Clinton will sich so weit es geht von Donald Trump distanzieren.

Cleveland/Mexiko-StadtNach dem umstrittenen Besuch des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump in Mexiko hat seine Konkurrentin Hillary Clinton eine Einladung in das Nachbarland ausgeschlagen. Sie werde vor den US-Wahlen nicht nach Mexiko reisen, sagte die demokratische Präsidentschaftskandidatin in vorab veröffentlichten Interview-Auszügen des Fernsehsenders ABC.

Die mexikanische Regierung hatte beide Präsidentschaftskandidaten eingeladen. Trump traf in der vergangenen Woche Präsident Enrique Peña Nieto. Er hatte mexikanische Einwanderer in den USA mehrfach diffamiert. Für den Fall seines Wahlsiegs kündigte Trump an, eine Mauer an der Grenze bauen und die Mexikaner dafür zahlen zu lassen.

Clinton: Trump löste diplomatischen Zwischenfall aus

Nach dem Treffen sagte Trump, er habe mit Peña Nieto über die Mauer, nicht aber über deren Finanzierung gesprochen. Wenig später widersprach der mexikanische Präsident dann Trump und erklärte, er habe unmissverständlich klar gemacht, dass Mexiko nicht für die Mauer zahlen werde.

Trump habe einen diplomatischen Zwischenfall ausgelöst, sagte Clinton. „Er wusste noch nicht mal, wie man sich effektiv mit einem Staatschef unterhält - das ist das Ergebnis dieser Reise.“

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Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto blamiert sich im eigenen Palast: Statt Donald Trump zu stellen, bietet er ihm eine dringend benötigte Bühne. Nicht nur die Mexikaner sind verstört über den bizarren Besuch.

Zudem hat Clinton vor einem verdeckten Eingreifen Russlands in den Wahlkampf gewarnt. Mutmaßliche Cyber-Angriffe auf ihre Demokratische Partei "werfen ernste Fragen mit Blick auf eine mögliche russische Einmischung in unseren Wahlprozess auf", sagte Clinton am Montag (Ortszeit) vor mitreisenden Journalisten auf dem Flug nach Illinois.

An Trump, der Russland zu weiterer Cyber-Spionage gegen die Demokraten aufgerufen hatte, übte sie scharfe Kritik. "Wir haben es noch nie erlebt, dass eine gegnerische ausländische Macht sich bereits in unseren Wahlprozess einmischt, und wir haben es noch nie erlebt, dass der Kandidat einer unserer großen Parteien die Russen sogar zu noch mehr Hackerangriffen aufruft."

Wie Trump künftig mit Einwanderern umgehen möchte

Punkt 1

Bau einer Grenzmauer zu Mexiko - auf Kosten des Nachbarlandes.

Punkt 2

Beendigung moderater Haftzeiten für kriminelle gewordene Einwanderer - keine Politik des „catch and release“ (einfangen und freilassen) mehr.

Punkt 3

Null-Toleranz-Politik für illegal eingewanderte Kriminelle, wovon es zwei Millionen in den USA gebe.

Punkt 4

Keine staatlichen Gelder für die mehr als 300 US-Städte wie San Francisco, die illegale Einwanderer aufnehmen.

Punkt 5

Anweisungen der Obama-Regierung sollen kassiert, die Migrationsgesetze in voller Härte durchgesetzt werden.

Punkt 6

Keine Visa mehr für Einwanderer aus Staaten, die kein strenges Screening-System für die Überprüfung vorsehen.

Punkt 7

Herkunftsländer werden gezwungen, deportierte Einwanderer zurückzunehmen.

Punkt 8

Komplettierung eines Systems zur biometrischen Visa-Erkennung - Menschen mit abgelaufenen Visa sollen sofort ausgewiesen werden.

Punkt 9

Schwieriger Zugang für Einwanderer zu Jobs und Sozialleistungen in den USA.

Punkt 10

Reform der Regelungen zur legalen Einwanderung, im Interesse der USA und der einheimischen Arbeiterschaft.

Im Juli waren interne Emails der Demokraten-Parteiführung an die Öffentlichkeit gelangt; sie deuteten eine Voreingenommenheit der Parteiführung für Clinton gegen ihren innerparteilichen Rivalen Bernie Sanders an. Die damalige Parteichefin Debbie Wasserman Schultz und weitere Parteifunktionäre erklärten daraufhin ihren Rücktritt. Clinton sagte nun, dass US-Geheimdienstler einmütig Russland hinter den Cyber-Attacken vermuteten.

Clinton stellte sich auf dem Flug zu einer Wahlkampfveranstaltung in Moline rund 20 Minuten den Fragen von Journalisten. Es war ihre erste Pressekonferenz seit 275 Tagen; sie war zuletzt dafür kritisiert worden, dass sie sich den Fragen von Journalisten entziehe.

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