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Special

10.11.2016

16:05 Uhr

Obama und Trump

Eine präsidentielle Feindschaft

VonAstrid Dörner, Michael Verfürden

Über Jahre hinweg haben sich Präsident Obama und Donald Trump angefeindet. Nun müssen sie zusammenarbeiten, um Trumps Start im Weißen Haus vorzubereiten. Dabei ist der Milliardär angetreten, um Obamas Erbe zu zerstören.

WashingtonBarack Obama tut das, was sich als Präsident gehört: Er hat seinem frisch gekürten Nachfolger noch in der Nacht zum Wahlsieg gratuliert und ihn für Donnerstag ins Weiße Haus eingeladen. So will er „sicherstellen, dass es einen erfolgreichen Übergang zwischen den beiden Präsidentschaften gibt“, sagte Obama am Mittwoch im Weißen Haus. Es klingt wie ein Routinevorgang. Präsident George W. Bush hat damals, nach dem Wahlsieg von Obama 2008, genau das gleiche getan. Doch das Treffen am Donnerstag wird alles andere als Routine werden.

Zwischen Obama und Donald Trump herrscht seit Jahren eine erbitterte Feindschaft. Der Republikaner startete vor Jahren eine groß angelegte Verschwörungstheorie und kolportierte immer wieder, dass Obama nicht in den USA geboren sei, seine muslimische Abstammung verschleiern wolle und gar nicht für die Wahl des Präsidenten hätte antreten dürfen. „Wieso zeigt er seine Geburtsurkunde nicht einfach?“, fragte Trump in einer Fernsehsendung, „Offenbar ist etwas darauf, was ihm nicht gefällt.“

Obama seinerseits hielt sich ebenfalls nicht zurück. Beim Korrespondentendinner vor fünf Jahren ließ er es sich nicht nehmen, Trumps Zweifel an seinem Geburtsort ins Lächerliche zu ziehen. „Heute gebe ich das Originalvideo meiner Geburt preis“, kündigte er zum Auftakt des Galadinners an. Wenig später flackerten Bilder aus dem Walt-Disney-Zeichentrickfilm „König der Löwen“ über die Riesenbildschirme im Saal. Zu sehen war eine stolze Löwin, die ihr Junges namens Simba den Zebras, Elefanten und Giraffen in der afrikanischen Steppe präsentiert. Anschließend wandte er sich an die Journalisten des Senders Fox News, um klarzustellen: „Das war ein Witz. Das war nicht mein wirkliches Geburtsvideo. Das war ein Kinderfilm.“

Die Fotomontage, die Obama in seiner Rede zeigte. screenshot

Obama stichelt gegen Trump

Die Fotomontage, die Obama in seiner Rede zeigte.

„Sagen Sie über Trump, was Sie wollen, aber er würde das Weiße Haus verändern“, legte Obama weiter nach und ließ eine Fotomontage einblenden, die das Gebäude im Las-Vegas-Stil mit Leuchtreklame und Frauen im Bikini im Vorgarten zeigte.

Während der Präsident weiter stichelte, saß der Immobilienmogul wie versteinert an seinem Tisch und kochte innerlich vor Wut, wie Beobachter in einer Dokumentation des Senders Arte erzählen. Buchautor Michael D‘Antonio vermutet in eben jener Dokumentation, dass das der Moment gewesen sein muss, in dem Trump sich für die Kandidatur für die republikanische Partei entschied.

Dass nun ausgerechnet Obama sein Amt an Donald Trump übergeben muss, kommt einer Demütigung gleich. Obama hat nicht nur Wahlkampf für Trumps Konkurrentin Hillary Clinton gemacht und die Qualifikationen des Milliardärs in Frage gestellt. Er sieht Trump auch als Gefahr für Land und Demokratie und weiß: Trump ist angetreten, um Obamas Erbe zu zerstören.

Kommentare (19)

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Herr Jürgen Mücke

10.11.2016, 16:20 Uhr

Was hat denn Obama erreicht?????????????????

Das Volk ist gespalten wie nie....

Flüchtlingszahlen auf Rekordhoch weltweit.....

Yes we can change hat er mal am Anfang geblökt. Was hat er denn wirklich wichtiges erreicht bzw verändert????????????

Ach ja der Friedensnobelpreis HAHHAHIHIHI

Baron v. Fink

10.11.2016, 16:39 Uhr

Um die Pharma-Aktien gehts und nicht um Feindschaften, wir Investoren wollen Geld sehen für unsere Pillen und damit die Dividenden.
Die Frau Clinton wollte uns den Kuchen steitig machen und jetzt ist sie weg.

Herr Jürgen Mücke

10.11.2016, 16:41 Uhr

Robin Hood Index

Einfach ausgedrückt beschreibt er, um so größer der Vermögensabstand zwischen arm und reich ist, desto größer ist die Angst und Gefahr dass die Reichen um ihr Vermögen fürchten müssen/sollten.

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