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Special

18.07.2016

06:13 Uhr

Parteikonvent der Republikaner beginnt

Der Ruck nach rechts

VonAxel Postinett

Bislang war Donald Trump kein Freund der ultra-konservativen „Tea Party“-Bewegung. Doch nun macht er vor dem Republikaner-Konvent mit Mike Pence einen Vertreter dieser Strömung zu seinem Vize. Das hat vor allem einen Grund.

Donald Trump (l.) stellt Mike Pence vor. Der 57-jährige Gouverneur von Indiana ist fiskal-konservativ und gegen höhere Staatsverschuldung.  AP

Mike Pence, Donald Trump, Karen Pence, Melania Trump

Donald Trump (l.) stellt Mike Pence vor. Der 57-jährige Gouverneur von Indiana ist fiskal-konservativ und gegen höhere Staatsverschuldung. 

San FranciscoMike Pence ist die personifizierte Tea Party. Er kandidiert für Donald Trump als Vizepräsident. Und dem blieb auch keine andere Wahl, wenn er die Partei hinter sich bringen will. Vor dem Nominierungsparteitag der Republikaner in Cleveland am Dienstag, auf dem Trump aller Wahrscheinlichkeit offiziell zum Kandidaten nach für die US-Präsidentschaftswahl ernannt wird, gewinnt die ultrakonservative Tea-Party-Bewegung wieder an Bedeutung.

Pence ist eloquent, mit seriösem Auftreten, aber er kann auch charmant sein mit einem gewinnenden Lächeln. In Washington beschreibt man ihn als einen, der Brücken bauen und verbinden kann. Aber wenn es um die Sache geht, dann ist er beinhart. Er sei „Christ, Konservativer und Republikaner“, sagt er von sich. „Und zwar in genau der Reihenfolge.“ 

Der 57-jährige Mike Pence, Gouverneur von Indiana, ist fiskal-konservativ und gegen höhere Staatsverschuldung. Er will den „schlanken Staat“ und viel Macht auf die Bundesländer der USA übertragen. Er ist strikt gegen Obamas Gesundheitsreform und hat in Indiana das schärfste Anti-Abtreibungsgesetz der USA verabschiedet. Freier Waffenbesitz ist für ihn selbstverständlich.

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2015 machte er USA-weit Schlagzeilen, als er ein Gesetz für die „Wiederherstellung der Religionsfreiheit“ unterstellte, das Kritiker als Schlupfloch bezeichnen damit Geschäftsleute ungestraft Schwule diskriminieren können. Und er hat die Unterstützung der ultra-konservativen „Tea Party“-Bewegung in den USA. Mehr noch: Er sei sogar schon „Tea Party“ gewesen bevor sie jemand kannte, charakterisiert er sich selbst. Mike Pence ist die Tea Party.

Lange war es still um sie, jetzt ist wie wieder da. Die Tea Party-Bewegung ist schwer zu fassen und widersetzt sich den üblichen Kategorisierungen einer Partei. Es ist eine Graswurzel-Bewegung, die mit der Präsidentschaft von Barack Obama ihren Aufstieg feierte. Ihren Namen führt sie auf die „Boston Tea Party“ von 1767 zurück, ein Aufstand der amerikanischen Siedler gegen die britische Kolonialmacht.

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