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Special

03.02.2016

09:49 Uhr

Republikaner und die US-Wahl

Der lachende Dritte

VonAxel Postinett

Donald Trump ist nicht tragbar, Ted Cruz zu radikal-konservativ. Jetzt könnte die Stunde von Marco Rubio schlagen. Der Republikaner könnte bald mächtige Freunde haben. Wenn ihn Jeb Bush nicht nach unten zieht.

Unternehmerfreundlich, gegen Steuersenkungen, fromm. U.S. Senator Marco Rubio könnte der neue Mann der republikanischen Mitte werden. Reuters

Marco Rubio

Unternehmerfreundlich, gegen Steuersenkungen, fromm. U.S. Senator Marco Rubio könnte der neue Mann der republikanischen Mitte werden.

San FranciscoEr ist zwar nur Dritter geworden. Aber für viele war er der Überraschungsstar des Wahlabends in Iowa: Senator Marco Rubio aus Florida, Sohn kubanischer Einwanderer. Mit 23 Prozent der Stimmen gelang es ihm, sieben Wahlmänner für das große Finale im Sommer aus Iowa mitzunehmen.

Das sind genauso viele wie Donald Trump, den er fast noch vom zweiten Platz verdrängt hätte. Er könnte nun die ursprüngliche Rolle von Jeb Bush übernehmen: Denn Bush ist der größte Verlierer des Abends. Er konnte nur 2,8 Prozent der Stimmen und einen Wahlmann für sich verbuchen.

Warum die US-Wahl für Deutschland wichtig ist

Politisches Verhältnis

Weniger herzlich ist das transatlantische Verhältnis geworden. Kühler, zweckorientierter, auch fremder. Die Uneinigkeit Europas und sein Auseinanderdriften besorgen Washington sehr. Wird der nächste Präsident auf Distanz bleiben und die Bindungen nach Asien ausbauen – oder wird er sich wieder um mehr Nähe bemühen?

Flüchtlinge

Wenn die Konflikte im Nahen Osten eskalieren - was bedeutet das für die Flüchtlingsbewegungen und ihr Hauptziel Deutschland? Ein härterer, weniger international denkender Präsident würde noch viel weniger Syrien-Flüchtlinge in die USA lassen. Das könnte den Druck auf andere Länder erhöhen.


Außenpolitik

Wer auch immer Barack Obama nachfolgen wird: Er wird außenpolitisch eine härtere Gangart anschlagen. Mehr Aggressivität im Nahen Osten und in Nordafrika ist wahrscheinlich. Die Erwartungen an den Nato-Partner Deutschland werden steigen.

Energie

Treibt der 45. Präsident der USA die Energieautonomie seines Landes voran, fördert das Fracking weiter? Wenn die USA deswegen ihr Engagement in der ölreichen Golfregion weiter zurückfahren, was heißt das für Deutschlands und Europas Rolle in Nahost?

Klima

Ohne die USA geht beim Klimaschutz nichts voran. Deutschland hat an diesem Thema großes Interesse, ein republikanischer Präsident aber könnte das dagegen ganz anders sehen.

TTIP

Das Freihandelsabkommen TTIP soll 2017 oder 2018 abgeschlossen werden. Wirtschaftlich wäre das für Deutschland und Europa bedeutend. Wie viel Wert wird der nächste US-Präsident darauf legen wollen, wenn dann das Pendant zu diesem TTIP unter Dach und Fach sein sollte, das gewaltige Abkommen TTP mit den Pazifikanrainern?


Damit bringt sich Rubio klar ins Rennen. Der 44-Jährige aus Miami, Florida, kommt nicht so cäsarenhaft daher wie Donald Trump und nicht so texanisch-hemdsärmelig wie Ted Cruz, der geradezu auf einem politischen Kreuzzug ist und der Speck auf Maschinengewehren brät. Rubio ist unternehmerfreundlich und hält nichts von Steuersenkungen, er ist fromm, aber nicht bibelfixiert.

Rubio ist vor allem in den größeren Städten und Gemeinden in Iowa gut angekommen, was die Hoffnung hegt, er werde auch in Metropolen wie New York oder Los Angeles ein Wählermagnet sein, von Florida ganz zu schweigen.

„Über Monate haben sie uns gesagt, wir haben keine Chancen“, begann ein aufgekratzter Rubio seine Quasi-Siegesrede in Iowa. Das Null-Chancen-Szenario ist jetzt vorbei. Rubio sieht sich als der Kandidat, der Brücken schlagen und die republikanische Partei wieder vereinen kann.

Und so ein Mann wird gebraucht, da Jeb Bush als Mann der Mitte praktisch ausgefallen ist. Jetzt suchen Partei und Großspender einen neuen Konsenskandidaten und mit ihnen hunderte Millionen an Wahlkampfgeldern. Letztere kann Rubio dringend gebrauchen.

Kommentare (8)

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Herr Florian Forstmaier

03.02.2016, 11:07 Uhr

Gewinnt man jetzt als lachender Dritter Wahlen? In New Hampshire liegt er mit 10% um 28% hinter Trump, in South Carolina ebenso. Trump hat so gut wie nichts investiert in Iowa. Die Wählerschaft ist wesentlich konservativer als in anderen Staaten der USA. Da hätten die anderen Kandidaten eigentlich viel besser abschneiden müssen. Trump ist der eigentliche Gewinner von Iowa!

Herr Marc Otto

03.02.2016, 12:03 Uhr

Schade, wenn wir spaß haben wollwen, dann müssen wir immer zum Circus Hallo Galli gehen. Die amis habene s da einfacher, die gehen einfach zum Wahlkampf. Viel Saß, viel Aufwand, doch am ende siegen eh die Clans.

Hin und wieder, damit es nicht wie in einer Bananerepublik aussieht, läßt man man ein Green-Horn ran (Obama), aber sonst herrscht Zucht und Ordnung im Stall.

Herr Marc Otto

03.02.2016, 12:05 Uhr

oje, jetzt aber --

Schade, wenn wir Spaß haben wollen, dann müssen wir immer zum Circus Halli-Galli gehen. Die Amis haben es da einfacher, die gehen einfach zum Wahlkampf. Viel Saß, viel Aufwand, doch am Ende siegen eh die Clans.

Hin und wieder, damit es nicht wie in einer Bananenrepublik aussieht, lässt man man ein Greenhorn ran (Obama), aber sonst herrscht Zucht und Ordnung im Stall.

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