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Special

09.11.2016

22:29 Uhr

Tag nach der US-Wahl

Ein bisschen Frieden

VonNils Rüdel

Beleidigungen, Sex-Vorwürfe, Drohung mit Gefängnis: Es war ein gnadenloser Wahlkampf. Als wäre nichts gewesen, schwören Trump, Clinton und Obama die USA nun auf Einigkeit ein. Über einen Tag voller Staatsräson.

Obama beglückwünscht Donald Trump

Obama wünscht Donald Trump viel Glück

Obama beglückwünscht Donald Trump: Obama wünscht Donald Trump viel Glück

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Washington„Jeder weiß, dass es zwischen dem nun gewählten Präsidenten und dem Präsidenten einige große Unterschiede gibt“, sagt Barack Obama und lächelt. Die versammelten Reporter im Rose Garden des Weißen Hauses kichern wegen der rhetorischen Untertreibung: Schließlich waren die jahrelangen Attacken Donald Trumps auf den amtierenden Präsidenten gnadenlos – und auch Obama hatte dem republikanischen Kandidaten nichts geschenkt.

Doch jetzt sagt der scheidende Präsident in der warmen Herbstsonne Washingtons: „Jeder ist traurig, wenn das eigene Lager eine Wahl verliert, aber am Tag danach müssen wir uns daran erinnern, dass wir in Wirklichkeit alle in einem Team sind.“ Vor acht Jahren habe es auch „große Unterschiede“ zwischen Vorgänger George W. Bush und ihm gegeben, sagt Obama. Trotzdem sei eine gute Übergabe der Amtsgeschäfte gelungen. Deshalb habe er seine Mitarbeiter angewiesen, es dem künftigen Präsidenten so leicht wie möglich zu machen: „Die Präsidentschaft ist größer als wir.“ Bereits am morgigen Donnerstag will Obama Trump im Weißen Haus empfangen.

US-Wahlergebnis 2016 nach Demographie

Geschlecht

Männer
Trump: 53 Prozent
Clinton: 41 Prozent

Frauen
Trump: 42 Prozent
Clinton: 54 Prozent

Alter

18- bis 29-Jährige
Trump: 37 Prozent
Clinton: 55 Prozent

30- bis 44-Jährige
Trump: 42 Prozent
Clinton: 50 Prozent

45- bis 64-Jährige
Trump: 53 Prozent
Clinton: 44 Prozent

65-Jährige und Ältere
Trump: 53 Prozent
Clinton: 45 Prozent

Rasse

Weiße (70 Prozent aller Wähler):
Trump: 58 Prozent
Clinton: 37 Prozent

Schwarze (12 Prozent aller Wähler):
Trump: 8 Prozent
Clinton: 88 Prozent

Hispanics/Latinos (11 Prozent aller Wähler):
Trump: 29 Prozent
Clinton: 65 Prozent

Asiatisch-stämmig (4 Prozent aller Wähler):
Trump: 29 Prozent
Clinton: 65 Prozent

Sonstige (3 Prozent aller Wähler):
Trump. 37 Prozent
Clinton: 56 Prozent

Bildung

High School oder weniger (18 Prozent der Wähler):
Trump: 51 Prozent
Clinton: 45 Prozent

Teilweise College-Ausbildung/anderer Abschluss (32 Prozent):
Trump: 52 Prozent
Clinton: 43 Prozent

Hochschul-/College-Abschluss (32 Prozent):
Trump. 45 Prozent
Clinton: 49 Prozent

Post-Graduierten Abschluss:
Trump: 37 Prozent
Clinton: 58 Prozent

Einkommen

Unter 30.000 Dollar/Jahr:
Trump: 41 Prozent
Clinton: 53 Prozent

30- bis 49.999 Dollar/Jahr:
Trump: 42 Prozent
Clinton: 51 Prozent

50- bis 99.999 Dollar/Jahr:
Trump: 50 Prozent
Clinton: 46 Prozent

100- bis 199.999 Dollar/Jahr:
Trump: 48 Prozent
Clinton: 47 Prozent

200- bis 249.999 Dollar/Jahr:
Trump: 49 Prozent
Clinton: 48 Prozent

>250.000 Dollar/Jahr:
Trump: 48 Prozent
Clinton: 46 Prozent

Quelle

Quelle: MSNBC Exit Polls; Differenz zu 100 Prozent: Stimmen für alternative Kandidaten

Nach einem beispiellos harten und schmutzigen Wahlkampf hatte Trump am Vorabend überraschend deutlich die Präsidentschaftswahl gegen die Demokratin Hillary Clinton gewonnen. Am Mittwoch, dem Tag danach, stehen die Zeichen in Washington auf Versöhnung – zumindest in ersten pathetischen Reden, wie sie in der US-Politik üblich sind. Clinton, Obama, Trump und der oberste Republikaner im Abgeordnetenhaus, Paul Ryan, beteuerten, die Wunden zu heilen und das Land zu einen. Wie lange die neue Harmonie tatsächlich hält, steht freilich auf einem anderen Blatt.

Clinton hatte sich am Mittwochvormittag kurz vor Obama geäußert. Sie sprach von einer „schmerzhaften“ Niederlage, doch man müsse das Ergebnis akzeptieren und Trump eine Chance geben. Sie hoffe, dass der Republikaner ein „erfolgreicher Präsident für alle Amerikaner“ sein werde und versprach, ihn zu unterstützen. „Wir werden eine friedliche Übergabe der Macht sicherstellen.“

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