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Special

12.05.2016

19:01 Uhr

Treffen von Trump und Ryan

Bei den Republikanern stehen die Zeichen auf Versöhnung

Ist der Streit unter den US-Republikanern um eine mögliche Kandidatur Donald Trumps vorbei? Repräsentantenhaus-Chef Paul Ryan traf den streitbaren Milliardär – und die beiden näherten sich wohl einander an.

Bei seiner Ankunft in der republikanischen Parteizentrale in Washington reckte Trump den Daumen nach oben. dpa

Ankunft in Washington

Bei seiner Ankunft in der republikanischen Parteizentrale in Washington reckte Trump den Daumen nach oben.

WashingtonIm parteiinternen Konflikt der US-Republikaner um ihren voraussichtlichen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump haben sich die Wogen etwas geglättet. Trump und der mächtige Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, kamen sich bei einem Treffen am Donnerstag nach eigenen Angaben näher. Allerdings ließ Ryan weiterhin offen, ob er Trump als Präsidentschaftskandidaten unterstützen wird.

Nach dem 45-minütigen Gespräch in Washington sprachen beide Politiker von "einem sehr positiven Schritt auf dem Weg zur Vereinigung" der Partei. Bei vielen wichtigen Themen gebe es eine "gemeinsame Basis". Sie sähen sich "absolut verpflichtet", gemeinsam an dem Ziel zu arbeiten, die Partei zum Sieg bei den Wahlen im November zu führen.

Ryan hatte vergangene Woche angekündigt, dass er Trump bis auf Weiteres nicht unterstützen werde. Auch andere prominente Republikaner verweigerten dem rechtspopulistischen Immobilienmilliardär die Gefolgschaft, darunter der frühere Präsidentschaftskandidat Mitt Romney, eine Reihe von Abgeordneten und Senatoren sowie die früheren Präsidenten George Bush und George W. Bush.

Nun zeigte sich Ryan nach seinem Treffen mit Trump "sehr ermutigt". Er gehe davon aus, dass die Meinungsverschiedenheiten überbrückt werden könnten. Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses beschrieb den Geschäftsmann als einen "warmherzigen und aufrichtigen" Menschen. Auf die Frage, ob er Trump nun als Kandidaten unterstütze, entgegnete Ryan allerdings nur, in einer Dreiviertelstunde ließen sich nicht alle Themen abhandeln.

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Der polternde und politisch unerfahrene Quereinsteiger Trump, der zu Beginn seiner Wahlkampagne vom republikanische Partei-Establishment noch belächelt worden war, hatte eine Serie rauschender Siege bei den Vorwahlen eingefahren und nacheinander 16 Rivalen um die Präsidentschaftskandidatur ausgeschaltet. In der vergangenen Woche warfen seine beiden letzten Konkurrenten, Ted Cruz und John Kasich, das Handtuch - seitdem hat sich der Rechtspopulist die Kandidatur faktisch gesichert.

Der erbitterte Kampf um die Präsidentschaftskandidatur hat in der Partei tiefe Spuren hinterlassen. Trump hatte im Verlauf seiner Kampagne seine Konkurrenten mit Spott überschüttet und dabei auch mit persönlichen Beleidigungen nicht gespart.

Inhaltlich brachte er mit seinen rechtspopulistischen Forderungen wie der Abschiebung von elf Millionen Einwanderern ohne Aufenthaltstitel oder einem generellen Einreiseverbot für Muslime die Moderateren in der Partei gegen sich auf.

Aber auch innerhalb des ultrakonservativen Flügels der Republikaner gibt es teilweise starke Vorbehalte gegen Trump, der sich mit dem Tea-Party-Liebling Cruz wütende Auseinandersetzungen geliefert hatte. Diese Vorbehalte wurden inhaltlich etwa durch seine widersprüchlichen Äußerungen zum Schwangerschaftsabbruch verstärkt - das Verbot von Abtreibungen ist ein zentrales Anliegen der Erzkonservativen.

Trump selber hatte in den vergangenen Tagen gesagt, dass er die Geschlossenheit der Partei zwar für wünschenswert, aber nicht unbedingt für erforderlich halte, um die Wahl gegen seine voraussichtliche Gegnerin Hillary Clinton zu gewinnen. Einen Mangel an Unterstützung in Teilen der eigenen Partei wolle er dadurch wettmachen, dass er Wähler der gegnerischen Demokraten von sich überzeuge. "Ich werde Millionen Menschen von den Demokraten holen", kündigte Trump an.

Von

afp

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